Trutzhain

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Trutzhain ist ein Stadtteil von Schwalmstadt im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen.

Der ab dem Jahre 1951 entstandene Ort mit knapp 800 Einwohnern hat eine Fläche von 50 Hektar.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus Schlesien, Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, dem Sudetenland und anderen Gebieten im Osten fanden ab 1948 in dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager STALAG IX A Ziegenhain eine neue Heimat. Die Siedlung erhielt den Namen Trutzhain und wurde am 1. April 1951 wurde die jüngste hessische Gemeinde. Der Ort Trutzhain ist der einzige Wallfahrtsort in Nordhessen und die Maria Hilf Kirche ist als Wallfahrtskirche kirchenrechtlich anerkannt.

Die Siedlung wurde das erste Gewerbegebiet im Altkreis Ziegenhain.

Der Ort erhielt den Beinamen "Ruhrpott der Schwalm", weil die rd. 500 Flüchtlinge und Vertriebene in kürzester Zeit Betriebe gründeten und über 200 Arbeitsplätze schufen.

Unter anderem entstand in Trutzhain bereits Anfang 1948 die Weberei Egelkraut - zunächst mit fünf Handwebstühlen und zwei kleinen Schaftwebstühlen - als Rudolf Egelkraut KG. Daraus entstand ein Betrieb, der bis heute für qualitativ hochwertige Stoffprodukte bekannt ist.

Quinauer Wallfahrt

  • Seit 1949/1950 wird an jedem ersten Sonntag im Juli die Quinauer Wallfahrt in Trutzhain begangen. Heimatvertriebene aus Komotau hatten die Wallfahrt bereits zur Zeit der Flüchtlingssiedlung, noch vor der Dorfgründung, nach Trutzhain gebracht.
  • In der Wallfahrtskirche Maria-Hilf ist das Gnadenbild der schwangeren Madonna zu sehen. Die Wallfahrt in Trutzhain ist die einzige Wallfahrt in Nordhessen und die zentrale Veranstaltung der Schwälmer Katholiken. Der Ort Trutzhain und die Maria Hilf Kirche sind als Wallfahrtsort bzw. Wallfahrtskirche kirchenrechtlich anerkannt.
  • Im Jahr 2006 wurde der katholische Pfarrverbund Maria Hilf, Schwalmstadt errichtet. Ihm gehören vier katholische Pfarrkuratien und drei Seelsorgestellen im Altkreis Ziegenhain an, darunter die katholische Pfarrkuratie Maria Hilf Schwalmstadt-Trutzhain. Der Verbund erhielt den Namen Maria Hilf zu Ehren der Gottesmutter, die in der Trutzhainer Wallfahrtskirche verehrt wird. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Quinauer Wallfahrt in Trutzhain und im tschechischen Quinau (Kvetnov) gefeiert wird und beide Gemeinden miteinander in Kontakt stehen.
  • 2008 entwarfen Studenten der Kasseler Werkakademie für Gestaltung Messgewänder für die Quinauer Wallfahrt in Trutzhain. In der Projektarbeit entstanden sechs einzigartige Gewänder, die auch in der Ausstellung und im Katalog zum 11. Hessischen Gestaltungspreis gezeigt wurden. Eigens für die Gewänder wurden auch die Stoffe entworfen und von der Trutzhainer Weberei Rudolf Egelkraut gefertigt. Maßschneidermeisterin Ingeborg Bechstedt nähte die Gewänder. Fachlich wurde das Projekt von dem Textildesigner Reimer Hennings und theologisch von Pfarrer Diethelm Vogel begleitet.
  • Die Gründung des Klosters durch den Orden der Oblaten Maria Immaculata (OMI) 2009 in Schwalmstadt - Ziegenhain ist auf die Wallfahrt in Trutzhain zurückzuführen. Zum 1. August 2009 wurde das Pfarrhaus in Ziegenhain (Steinweg 51, 34613 Schwalmstadt) offizieller Sitz der Oblatenkommunität.

Kirche

Museum für den Frieden

An das Kriegsgefangenenlager in Trutzhain aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnert heute das „Museum für den Frieden“.

siehe auch

Weblinks


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