Trinkraum

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Seit Ende Juni 2012 stellt die Stadt Kassel einen Trinkraum zur Verfügung, der alkoholabhängigen Menschen eine Rückzugsmöglichkeit bieten soll. Der Raum war bis Anfang Dezember 2012 in einem Container am Rande des asphaltierten Platzes an der Ecke Wolfhager Straße/Gießbergstraße installiert und sollte als Übergangslösung dienen. Am 8. Dezember 2012 wurde der Trinkraum von der Gießbergstraße an die Kurt-Schumacher-Straße 27 verlegt.

Trinkraumcontainer in Rothenditmold


Hintergrund

Einen Trinkraum als Rückzugsmöglichkeit war oft gefordert worden, nachdem es insbesondere am Lutherplatz 2011 und 2012 Probleme mit der Szene gegeben hatte. Inzwischen hat sich ein Teil der Alkoholiker in die Nachbarschaft der Martin-Luther-King- und der Paul-Julius-von-Reuter-Schule verlagert. Den Beschluss zur Einrichtung eines solchen Raumes fällte der Magistrat der Stadt Kassel bereits am 26. März. Ursprünglich sollte ein Raum bereits am 1. Mai 2012 eröffnet werden, allerdings scheiterten verschiedene Anläufe aufgrund der Raumsuche.


Umsetzung

Mitarbeiter der Firma Zelte Göttig (Fuldatal) stellten am 19. Juni im Auftrag der Stadt Kassel einen aus drei Teilen bestehenden mobilen Container auf dem Gelände der Feuerwehr an der Ecke Wolfhager Straße / Gießbergstraße auf. Direkt gegenüber befindet sich ein Kinderspielplatz. Dort treffen sich bereits jetzt häufig alkoholkranke Menschen zum Trinken.

Dass dort der Trinkraum, in dem sich Alkoholiker treffen können, vorübergehend eingerichtet werden soll, bestätigte Stadtsprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. Ein fester Standort als dauerhafte Lösung sollte im Herbst 2012 präsentiert werden.

Inzwischen befindet sich der Trinkraum an der Kurt-Schumacher-Straße 27 im Hansa Haus. Unter den Anwohnern führte das zu Protest und einer kleinen Demonstartion: Mitglieder des Ortsbeirats Wesertor und der SPD im Stadtteil machten ihrem Ärger über Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) Luft. Kaiser habe sich mit der Einrichtung des Trinkraums an der Kurt-Schumacher-Straße im Alleingang über die Bedenken aus dem Stadtteil hinweggesetzt und nicht rechtzeitig informiert, kritisierten sie.[1]

Vorbild Kiel

Der Trinkraum soll nach Kieler Vorbild entstehen. In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt gibt es das Angebot seit 2003. Inzwischen wurde dort ein zweiter Trinkraum eröffnet. Die Besucher können in den Räumen mitgebrachten Alkohol trinken. Erlaubt ist aber nur Niedrigprozentiges wie Bier und Wein. Schnaps und Drogen sind verboten.

Der Trinkraum soll die Szene von der Straße holen, was zum Teil auch gelingt. Begleitet wird das von einem Verein betreute Angebot in Kiel von umfangreichen Hilfen, die Betroffene in Anspruch nehmen können, aber nicht müssen.

Problem mit Kasseler Trinkraum

Der erste Anlauf, einen Trinkraum für alkoholabhängige Menschen in der Stadt einzurichten, scheiterte im März 2012. Dabei hatte es zunächst geheißen, dass der Raum ab Mai zur Verfügen stehe. Dann aber stellte sich heraus: Der Vermieter wusste davon nichts. Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) hatte bei einer Pressekonferenz im Rathaus noch gesagt, dass die Stadt solch einen Raum ab Mai 2012 im Erdgeschoss des Hochhauses an der Altmarktkreuzung eröffnen werde. Die Adresse des Aufenthaltsraums für die Kasseler Trinkerszene sollte die Weserstraße 1 b sein. Nicht einmal zwei Stunden später löste sich dieses Vorhaben in Luft auf. Jeannette Fritzsche, Mitarbeiterin der Vermögensverwaltung Greta 4 GmbH in Liebenwalde bei Berlin, Eigentümer der Kasseler Immobilie, erklärte, dass es nicht zu einem Mietvertrag mit der Stadt Kassel kommen wird.[2]

Videos

Raum für Trinkerszene in Kassel - Ungereimtheiten um geplantes Gebäude

Trinkraum findet in Kasseler Container Platz

siehe auch

Weblinks und Quellen

HNA-Artikel vom 20. Juni 2012

  1. Aus HNA.de vom 10. Dezember 2012: Kasseler Trinkraum in Hansa-Haus umgezogen
  2. Aus HNA.de vom 27. März 2012: Doch kein Trinkraum ab Mai in Kassel - Eigentümer gab Stadt einen Korb