Tierpark Sababurg

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick vom Haupteingang in den Tierpark
Überblick über den Tierpark

Ausgedehnte Naturgehege und eine artgerechte Tierhaltung sind Kennzeichen des Tierparks Sababurg am Fuße der gleichnamigen Burg, nahe der Stadt Hofgeismar.

Aufbau des Parks

Bereits im Jahre 2008 beherbergte der Tierpark auf mehr als 130 ha Fläche mitten im Reinhardswald 650 Tiere in 80 Arten (Stand: Juli 2008).

Die Besucherzahlen steigen seit Jahren stetig. Die Marke von 200.000 Besuchern im Jahr wurde nach einem Bericht in HNA.de vom 2. Oktober 2011 bereits im September geknackt, nach einem vorläufigen Höchststand in 2010 mit rund 190.000 Besuchern. Am 20. November 2014 wird bekanntgegeben, dass in diesem Jahr 300.000 Menschen den Tierpark besuchten.[1]

Unter den Tieren befinden sich auch Urpferde, Wisente oder Auerochsen sowie eine Greifvogelstation. Der Tierpark widmet sich der Erhaltung und Rückzüchtung bedrohter europäischer Tierarten mit einem zusätzlichen Schwerpunkt auf nordische Tiere wie Wölfe, Rentiere und Vielfraße.

Unter den zahlreichen Tieren gibt es auch einige exotische Tierarten. Dabei haben sich die Pinguine und Affen zu Publikumslieblingen mit echten Fanclubs entwickelt.

Die asiatischen Rotgesichtsmakaken (die Herde brach nach dem Tod des Leitmännchens zusammen) wurde allerdings eingetauscht gegen vier sehr verträgliche und gesellige südspanische Berberaffen, die unter anderem als Vorbild für Wilhelm Buschs „Fipps, der Affe“ dienten.

Ende April 2011 wurden im Tierpark Sababurg neue Attraktionen in Betrieb genommen: eine Freifluganlage für Sittiche, in der die Besucher von fast 100 Wellensittichen umschwirrt werden, sowie die angrenzende neue Affen-Kletter-Welt.

Besonders Affentheater, Flugshow und tapsende Pinguine haben dem Tierpark Sababurg im Jahre 2011 einen Besucherrekord beschert.

Die Eröffnung der Pinguin-Wasserwelt, der Affen-Kletterwelt und der Sittich-Flugwelt haben sich nach den Angaben von Betriebsleiter Uwe Pietsch bereits bezahlt gemacht. Die Eröffnung eines Waschbärgeheges erfolgte im Oktober 2011. Nach einem Bericht in HNA-online vom 9. Oktober 2011 zogen "drei Mädels mit Maske" in den Tierpark ein.

Geschichte

Aus den Anfängen des Tierparks

Im Jahr 1571 gründete Landgraf Wilhelm IV. am Fuße der Sababurg im Reinhardswald auf über 130 ha Fläche einen Tierpark, einen der ersten in Europa.

Er entstand in der Nähe des alten Dorfes Beberbeck, das in alten Urkunden mit „Biberbach“ und „Beverbiki“ benannt wird.

Schild am Haupteingang
Gedenktafel am Tierpark

Verhältnismäßig leicht waren offenbar die "Biberwiesen" von den bäuerlichen Siedlern zu bewirtschaften. Und doch lagen viele der Siedlungen im Reinhardswald schon im 14. Jahrhundert wieder "wüst", offenbar aufgrund häufiger Fehden. In dieser Zeit ist auch die nahegelegene Sababurg von dem Erzbischof von Mainz errichtet worden, bevor das Gebiet nach zahlreichen Auseinandersetzungen in den Besitz der Landgrafen von Hessen kam.

Nachdem in den Jahren 1330/ 1331 eine Wallfahrtskirche im benachbarten Gottsbüren entstanden war, diente die Sababurg zunächst besonders zum Schutz des Wallfahrtsorts und der zahlreichen Pilger und wurde 1336 dem Ritter Arnold von Portenhagen "zur Verwahrung anvertraut".

Später gab eine Pferdezucht Landgraf Wilhelm IV. dann Anlaß zur Gründung eines Tiergartens unterhalb der Sababurg, um eine wertvolle Stutenherde, die in der warmen Jahreszeit im Freien gehalten wurde, einigermaßen sicher unterzubringen, bevor im Jahre 1724, unter Landgraf Karl von Hessen-Kassel, die Pferdeherde aus dem Sababurger Mauerpark herausgenommen wurde und im ehemaligen Klosterhof zu Beberbeck (ehemals im Eigentum des Klosters Lippoldsberg) eine neue Unterkunft fand.

Für Landgraf Wilhelm IV. war die Anlage aber auch ein Ort zur Erforschung unbekannter Tierarten. Fremde Tiere bis hin zu Rentieren wurden eingeführt, nicht immer mit Erfolg.

Der Tierpark bestand in dieser Form etwa 200 Jahre, bevor er unter Landgraf Friedrich II. umgestaltet wurde. Von der barocken Umgestaltung zeugt etwa noch das Rondell im Tierpark, auf das Eichenalleen sternförmig zulaufen. Der Tierpark diente in dieser Zeit zu Parforcejagden. Ab etwa 1790 erhielt er dann seinen heutigen parkähnlichen Charakter.

Als Tierpark wurde das Gelände dann wieder im Jahr 1971 durch den damaligen Kreis Hofgeismar eingerichtet. Naturnahe Anlagen beherbergen seither u.a. Auerochsen, Wisente, Urwildpferde, Luchse, Wölfe und viele andere Tierarten.

Neuerungen 2008/ 2009

Wildschwein - Foto: Bogumil

In den Jahren 2008/2009 fanden Umbauarbeiten im Tierpark statt. Wie bereits bei Kängurus, Hängebauchschweinen, in der Kaninchenburg oder bei den Eseln wurden Kontaktzonen geschaffen, um den Besuchern noch mehr emotionale Momente zu bieten.

Während alte Haustierrassen hinzukamen, wurden andere Arten wie Lamas, Makaken, Moorschnucken, Kleinpapageien, Pelikane, Steinmarder und Erdmännchen abgeschafft.

Sein Gnadenbrot bekam dagegen das mit über 30 Jahren älteste in Gefangenschaft lebende Gibbon-Weibchen Europas. Weiterhin wurde mit dem Umbau des zweiten Affenhauses an der Klammeraffeninsel in 2008 begonnen.

Rotwild
Wildschweine im Tierpark

Der Park setzte seit jeher auf das Nebeneinander von weitläufigen Naturarealen zum Entspannen und Tierbeobachten neben Lern- und Aktionsangeboten.

Damit die Besucher noch mehr über Arten- und Naturschutz und die Nahrungskette lernen konnten, wurden beim Füttern der Tiere von den Tierpfleger verstärkt Erläuterungen gegeben.

Auch ein Bollerwagenverleih stand 2008 auf der Tagesordnung sowie der Umzug der Verwaltung, damit alle Buchungen und Auskünfte direkt im Park erfolgen können.

Neuerungen:

  • Neuer Streichelweg durchs Eselgehege
  • Neuer Mauerweg im Westen und Rundweg am Veckerhäger Teich im Osten (2009)
  • Erneuerung der Pinguinanlage (2009)
  • Umzug der Verwaltung in das neue Informationszentrum Reinhardswald im Tierpark (2008)
  • Neubau Klammeraffenhaus an Affeninsel (2008)
  • Neues Tierpflegerhaus mit Schauküche (08/09)
  • Amphibienschutzgebiet am Veckerhäger Teich
  • Neues Affenhaus
  • Wiedereröffnung des Museums (2008)
  • Wolfsstieg (Abkürzung vom Bauernhof zum Wolfsgehege) und Streichelgehege für Zwergkaninchen, Kängurus und Hängebauchschweine

Neuerungen 2011

Zum ersten Mal in seiner 400 jährigen Geschichte hatte der Tierpark Sababurg in 2011 bereits am 1. Oktober die Besucherzahl des Vorjahres erreicht und übertroffen. Geknackt wurde sogar die magische Zahl von 200.000 Besuchern.

Der Tierpark Sababurg ist der älteste, bis heute in seinem ursprünglichen Areal erhaltene Tiergarten Deutschlands.

Die gute Zuschauerresonanz wird nicht zuletzt auf die zahlreichen Neuerungen im Jahre 2011 zurückgeführt (Aus HNA.de vom 1. Oktober 2011: Rekord: Schon über 200.000 Besucher im Tierpark Sababurg).

Freiflug für Wellensittiche

In der Freifluganlage für Wellensittiche. Foto: HNA

Seit Anfang Mai 2011 gibt es im Tierpark eine eigens für Wellensittiche gestaltete Freifluganlage. Fast 100 Sittiche leben darin.[2]

Die Vögel können - wie in der Natur üblich - im Schwarm fliegen. Möglich ist das durch den Aufbau des Geheges: Es ist nicht überdacht, sondern mit einem Netz überzogen, das zirkuszeltartig nach oben zusammenläuft.

Besucher kommen direkt mit den Tieren in Kontakt. Wer sich im Besucherzentrum einen Hirsekolben besorgt und ihn mit zu den Vögeln nimmt, wird schnell von ihnen umschwärmt. Die Tiere zeigen keine Scheu und landen auch auf Köpfen und Schultern.

Möglich wurde die neue Anlage durch einen Zuschuss des Landes Hessen, das sich mit 50 Prozent an den Gesamtkosten von 400.000 Euro beteiligte.

Im reißenden Flug umschwirren jetzt die Wellensittiche die Besucher, die das Gehege durchwandern. Mit Hirsekolben, die der Tierpark anbietet, können die Tiere angelockt werden.

Affen in neuem Gehege

Eine weitere Neuerung in 2011 war eine Attraktion im Affengehege. Die Klammeraffen Marco und Coco eroberten die neue "AffenKletterWelt" im Tierpark. 2012 stieß das Klammeraffenweibchen das Männchen offenbar vom Kletterbaum, wobei dieses sich innere Verletzungen zuzog und starb. Das übriggebliebene Tier sollte nicht allein bleiben und wurde an eine andere Einrichtung abgegeben.[3]

Zuchterfolg bei den Piguinen

Dieses Pinguinbaby schlüpfte im Mai 2011 im Tierpark.
Schwimmende Pinguine im Tierpark

Die Humboldt-Pinguine haben im Mai 2011 erstmals seit dem Einzug ins neue Gehege Nachwuchs bekommen.[4] Zwei der 13 Humboldtpinguine haben in der im Vorjahr bezogenen neuen Pinguinanlage erstmals ein Ei ausgebrütet. Die Eltern des Babys heißen Frieda und Werner. Das Schlupfgewicht des Kleinen lag bei etwa 80 Gramm.

Die Tierparkverwaltung wertete dies als Sensation, weil es nicht selbstverständlich ist, dass Tiere nach dem Umzug in ein neues Gehege auch für Nachwuchs sorgen.

Zuletzt hatte es 2009 Pinguinnachwuchs gegeben, damals aber noch in der alten, inzwischen stillgelegten Anlage. Mitte der 1990er-Jahre hatten die Pinguine ebenfalls gebrütet, dann etliche Jahre nicht mehr. Das lag zum Teil daran, dass neue Tiere geholt wurden, die erst geschlechtsreif werden mussten. Da Humboldtpinguine in Freiheit bedroht sind, gilt jede Nachzucht als Erfolg.

Fischotter bekommen Nachwuchs

Die beiden Sababurger Fischotter Rainer und Bianca haben nach zweijähriger Pause wieder für Nachwuchs gesorgt: Drei kleine Fischotter tummeln sich jetzt mit ihren Eltern in der Fischotter-Teichanlage. Die Kleinen wurden Mitte Mai 2011 geboren, aber erst Ende Juli haben sie den schützenden Bau verlassen.

Bei den Fischottern handelt es sich um Eurasische Fischotter. Ihr Verbreitungsraum ist groß, sie kommen in Europa, Asien und Nordafrika vor.[5]

Gehege für Waschbären

Im Oktober 2011 sind nach einem Bericht in HNA-online vom 9. Oktober 2011 "drei Mädels mit Maske" in den Tierpark Sababurg eingezogen. "Seit einigen Tagen tummeln sich die Waschbären Molly, Jessy und Lucy im ehemaligen Pinguingehege", heißt es in dem Artikel.

Neuerungen 2012

Eine Tierpflegerin mit zwei Kattas und dem Nachwuchs. Das Affenbaby starb kurz nach seiner Entdeckung an Unterkühlung.

Kattas als neue Bewohner in der Affenwelt

Am 21. März 2012 zogen drei Katta-Männchen und ein Weibchen in die im Vorjahr erneuerte Affenwelt. Ihre Heimat ist ursprünglich die Insel Madagaskar. Die Halbaffen sind eine bedrohte Lemuren-Art. Die Tierpfleger Melanie Grimm und Sarah Mascher holten sie nach einer fünfstündigen Fahrt aus dem Zoo in Cottbus nach Nordhessen.

Katta-Junges stirbt

Anfang April 2012 entdeckten Pfleger ein Katta-Junges im Gehege. Ersten Angaben zufolge entwickelte es sich prächtig.[6] Das Tier starb am 17. April 2012 im Alter von rund drei Wochen. Als Todesursache wurde Unterkühlung angegeben: "Das Affenbaby war mit seiner Mutter am frühen Sonntagabend auf dem Weg zur Affeninsel und ist dabei in den die Insel umgebenden Teich gefallen“, informierte ein Sprecher. Eine Tierpflegerin rettete das Jungtier aus dem Teich und wärmte es sofort. Nachdem das Tier wieder an seine Mutter zurückgegeben worden war, umsorgte die Katta-Familie das Kleine.

Mit einem Hofgeismarer Tierarzt besprachen die Tierpfleger die weitere Behandlung. Am Montag verschlechterte sich der Zustand des Affenbabys jedoch. Durch den Bau eines Nestes und den Einsatz von Wärmequellen versuchten die Pfleger, die Temperatur des Tieres stabil zu halten. Außerdem wurden Aufbaupräparate und ein Antibiotikum gegen Infektionen verabreicht. Am Dienstag gegen 7.30 Uhr stellten die Pfleger jedoch den Tod des kleinen Affen fest.[7]

Video: Greifvogel-Show im Tierpark - die Saison 2012 beginnt

Neuerungen 2014

Elch-Lodge

Eine Elch-Lodge mit geräumiger Terrasse wurde am Sonntag, 18. Mai, eröffnet. Eingezogen sind die Elche Emma, Gerta, Lina und Ole. Wie HNA-online berichtete, ist die Sababurger Elch-Lodge eine der größten Naturstammhäuser Deutschlands.

Literatur

  • Gerhard Briel, Publikumsmagnet Tierpark Sababurg, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2006, S. 91 ff.
  • Gero Lenhardt, Mein Reinhardswald, Wandern - Kultur - Freizeit, 1. Auflage, Calden 2013
  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

Museum im Tierpark

Blick zum Informationszentrum, daneben befindet sich das Forst- und Jagdmuseum

Auf dem Gelände des Tierparks dient ein 1610 in Gottsbüren errichtetes diemelsächsischen Fachwerkhaus als Museum, das 1981 hierher versetzt wurde.

Das Gebäude stammt aus dem benachbarten Ort Gottsbüren, wurde dort abgetragen und im Tierpark wieder errichtet.

Besucher erhalten in zwölf Ausstellungsräume unter anderem Informationen zum Wald als Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere aber auch über die Nutzung des Waldes in früheren Jahren.

Während sich im Erdgeschoss der Besucher über die weit zurückreichende Geschichte des Tierparks informieren kann, erfährt der Besucher im Obergeschoss einiges über die Neuansiedlung, Rück- und Erhaltungszüchtung bedrohter Tierarten im Tierpark, über den Urwald Sababurg oder die traditionsreiche Geschichte der Pferdezucht auf dem nahe gelegenen Gestüt Beberbeck.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Einzelnachweise

  1. Aus HNA.de vom 20. November 2014: Besucherrekord: Tierpark Sababurg erreicht 300.000
  2. Aus der HNA vom 3. mai 2001: Neue Attraktionen im Tierpark Sababurg
  3. Aus HNA.de vom 21. März 2012: Neue Madagaskar-Affen im Tierpark Sababurg
  4. Aus HNA.de vom 8. Juni 2011: Pinguinbaby an der Sababurg - Zuchterfolg in der neuen Wasserwelt
  5. Aus HNA.de vom 21. Juli 2011: Tierpark Sababurg: Nachwuchs bei den Fischottern
  6. Aus HNA.de vom 12. April 2012: Tierpark Sababurg: Nachwuchs bei Katta-Affen
  7. Aus HNA.de vom 17. April 2012: Affenbaby im Tierpark Sababurg stirbt an Unterkühlung

Weblinks