Tieplatz Bühren

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Bühren - Ortsansicht
Tie mit Steintisch

Der dorfbildprägende Tie von Bühren im Landkreis Göttingen zählt zu einem der schönsten in ganz Niedersachsen.

Sein Ursprung geht auf die Entstehung des Dorfes vor weit über 1000 Jahren zurück und ist somit das älteste dörfliche Kulturdenkmal.

Der heute mit 11 Linden umstandene Platz diente in seinen Anfängen der dörflichen Rechtspflege. Prägendes Element des Platzes ist der Steintisch, vom dem aus der Holzgrefe (Bürgermeister) die Versammlungen der tieberechtigten männlichen Einwohner leitete. Die Grundlage der Versammlungen bildete die „Markordnung“, eine selbstgeschaffene dörfliche Sozialordnung, die im Grundprinzip demokratisch war und bis in die altsächsische Zeit zurück reicht.

Wald, Feld und Flur standen in gemeinschaftlicher Nutzung der Dorfbewohner, die im Besitz einer eigenen Feuerstelle waren. Feste Regeln wurden entwickelt und Abweichungen auf dem Tie bestraft. Beschlüsse wurden durch Handreichungen im Kreis besiegelt, daher der Begriff „Eigentum zur gesamten Hand“. Die Dorfmark gehörte also nicht wie heute einzelnen Privateigentümern, sondern die Nutzung stand allen gemeinsam zu.

Mit Einführung des christlichen Glaubens wurde, wie auch hier in Bühren, ein holz- und später steinernes Kirchengebäude erbaut und so einem unchristlichen Kultplatz die christliche Spiritualität entgegengesetzt.

siehe auch

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