Theodor Rocholl

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Ausstellungsplakat

Theodor Rocholl wurde am 11. Juni 1854 im nordhessischen Sachsenberg im Fürstentum Waldeck, heute Gemeinde Lichtenfels-Sachsenberg (bei Frankenberg) geboren und starb am 13. September 1933 in Düsseldorf.

Er war Maler, Grafiker und Schriftsteller. Bekannt wurde "der Schlachtenmaler" besonders durch seine Bildberichterstattung aus mehreren Kriegen.

Er gehörte aber auch zu den Initiatoren des nordhessischen Naturschutzgebietes Urwald Sababurg und schuf im Reinhardswald zahlreiche Tier-, Wald- und Landschaftsbilder.

Leben und Werk

Nach dem Studium in Dresden, München und Düsseldorf nahm Rocholl im Jahre 1897 als Bildberichterstatter am türkisch-griechischen Feldzug teil, ebenso 1910-1911 am türkisch-albanischen Krieg und 1914–1918 am Ersten Weltkrieg. Für Rocholl war die Teilnahme an den Feldzügen eine Möglichkeit des Gelderwerbs, eine Sorge, die sich wie ein roter Faden durch das Leben des Künstlers zog.

Schon bald gehörte er zu den bekanntesten Militär- und Schlachtenmaler seiner Zeit, der mit seiner Malweise eine große Lebendigkeit in seinen Bildern ausdrückte.

Nachdem er an mehreren Feldzügen (Balkankriege und China) teilgenommen hatte, wandte sich Rocholl verstärkt der Landschafts- und Pferdemalerei zu, wobei seine Bilder eine eindringliche Harmonie und Frieden ausstrahlen.

ehem. Gasthaus Malzfeldt am Fuße der Sababurg

Der Reinhardswald und die Pferde des Gestüts in Beberbeck gehörten zu seinen bevorzugten Motiven.

Der Tod seines Sohnes aus erster Ehe habe für den Künstler damals einen tiefen Einschnitt bedeutet heißt es. Rocholl quartierte sich unterhalb der Sababurg ein und verlor mit 64 Jahren sein Herz an eine deutlich jüngere Gottsbürener Lehrerin.

Eine Vielzahl wunderbarer Bilder entstanden in dieser Zeit.

Aus der unmittelbaren Umgebung von Hofgeismar gehören zu seinen Werken etwa Bilder mit einem meisterhaften Umgang mit dem Licht, wie die „Stute im Mauerpark“, die das Pferd als Teil der Natur und Sinnbild von Kraft und Anmut darstellen.

Theodor Rocholl kannte den Reinhardswald allerdings schon aus seinen Studentenjahren. Er kam seit 1872 auf seinen Wanderungen von Göttingen, wo sein Vater zu dieser Zeit Pfarrer war, in den Reinhardswald und wohnte oft im ehemaligen Gasthaus Malzfeld am Fuße der Sababurg.

Urwald Sababurg

Im Reinhardswald entstanden bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prächtige und stimmungsvolle Bilder, auch von Malerkollegen wie Eugen Bracht, Adalbert Metzger, Peter Paul Müller oder Carl Bantzer.

Lange Jahre später heiratete Theodor Rocholl dann - nach der Scheidung von seiner ersten Frau - am 26. August 1923 in Gottsbüren seine zweite Frau, eine Tochter der Gastwirtsfamilie. Im Alter von über 70 Jahren wurde er noch einmal Vater eines Sohnes (Rudolf, geb. 1925).

Neben den unterhalb der Sababurg weidenden Pferden des Gestüts Beberbeck oder den Bildern aus dem bäuerlichen Milieu der Gegend rund um die Stadt Hofgeismar, gehören Bilder aus den geheimnisvollen Buchen-, Eichen- und Farnwäldern des Reinhardswalds zu den bevorzugten Motiven Theodor Rocholls.

Nicht unerwähnt bleiben soll schließlich sein Engagement für den Urwald Sababurg.

Aufgrund seines Einsatzes und der tätigen Mithilfe des Forstrats Backhaus aus Hombressen sowie des Leiters der "Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege", Geheimrat Hugo Conwentz, entstand bereits ab dem Jahre 1907 in der Nähe der Sababurg der Urwald Sababurg mit alten Eichen- und Buchenbeständen in einem Bereich zwischen dem Mauerpark und der Holzape.

Literatur

Literatur über Theodor Rocholl

  • Eduard Brauns, Die Sababurg und der Reinhardswald, Geschichte und Gegenwart, 2. Auflage, Kassel 1975
  • Helmut Burmeister, Der Boxeraufstand und ein Maler namens Rocholl, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2002, S. 15
  • Helmut Burmeister (Hrsg.), Begegnungen im Märchenwald - Der Maler Theodor Rocholl (1854-1933) und der Reinhardswald, Hofgeismar 2004
  • Helmut Burmeister, Theodor Rocholls zweite Liebe, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2005, S. 99

Schriften von Theodor Rocholl

siehe auch

Theodor Rocholl im Stadtmuseum Hofgeismar

Hofgeismar - Stadtmuseum

Neben interessanten Sonderausstellungen bietet das Stadtmuseum in Hofgeismar (Petriplatz 2) eine Dauerausstellung mit Werken des Künstlers Theodor Rocholl.

Mit 14 Neuerwerbungen seit der großen Ausstellung 2004 eröffnete das Stadtmuseum Hofgeismar im März 2012 eine weitere Schau mit Gemälden und Zeichnungen des Malers. Die Präsention aus der hauseigenen Sammlung von über 600 Werken konzentrierte sich dabei auf Bilder, die der Künstler in der Region, insbesondere im Reinhardswald, geschaffen hat.

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