Thüringisch/ hessischer Erbfolgekrieg

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Der thüringisch-hessische Erbfolgekrieg (1247 – 1264) entstand nach dem Tod Heinrich Raspes im Jahre 1247, nachdem die Landgrafen von Thüringen in männlicher Linie ausgestorben waren.

Nach dem Tod Heinrich Raspes fiel die Landgrafschaft Thüringen an Markgraf Heinrich (den Erlauchten) von Meißen.

Zugleich versuchte Sophie von Brabant, die Mutter des späteren hessischen Landgrafen Heinrich I., das Erbe für ihren Sohn zu sichern. Noch im Jahr 1247 erhob sie als letzte Nachfahrin der Thüringer Landgrafen Anspruch auf die gesamte Landgrafschaft Thüringen. Als ihr Mann Herzog Heinrich von Brabant überraschend im Februar 1248 verstarb, ließ sie ihren Sohn Heinrich auf einem Landtag zum neuen Herrn eines abgetrennten hessischen Herrschaftsbereichs erheben.

Nach kriegerischen Auseinandersetzungen wird Herinrich im „Langsdorfer Vertrag“ von 1263 die Grafschaft Hessen zugesprochen, bevor endlich ein Jahr später mit dem Markgrafen von Meißen endgültig Frieden geschlossen werden kann.

Landgraf Heinrich I. residierte in Marburg und Kassel und baute beide Städte aus.

siehe auch

Wussten Sie schon ...

... dass das leicht boshafte Spottwort von den „blinden Hessen“ auf den thüringisch - hessischen Erbfolgekrieg (1247-1264) zurückgehen soll? Im Krieg soll ein hessischer Trupp während der Abenddämmerung Heuballen und Misthaufen als vermeintliche Feinde angegriffen haben. Die Bezeichnung „Du bist ein blinder Hesse“ erhielt von daher zunehmend einen verächtlichen Nebensinn. Wie den Schwaben haftete fortan den Hessen unter allen deutschen Stämmen am meisten der Ruf geistiger Verblendung und zäher Störrigkeit an. „Blindheit“ kann aber auch auf blindes Draufgängertum im Kampfe hinweisen (wie es der römische Geschichtsschreiber Tacitus den Chatten nachgesagt hat).
Arndt Böttcher, Frankenberg