Textilfirma Salzmann

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„Salzmann & Comp", die Textilfirma Salzmann in Kassel - Bettenhausen, Sandershäuser Straße, existierte von 1876 bis 1971.

Sie gehörte zu den führenden Unternehmen Deutschlands in der Produktion von Gewebe für Industrie, Schiffahrt, Eisenbahn und Militär.

Geschichte

Januar 2010: Das Salzmann-Gelände an der Sandershäuser Straße in Bettenhausen aus der Luft. Foto: HNA/Herzog/Charterflug-Kassel

Am 1. November 1876 gründete der 25-jährige Kaufmann Heinrich Salzmann (1851-1915), der zunächst in die väterliche Firma eingetreten war, darauf aufbauend die Textilfabrik Salzmann.

1890/1891 baute er eine neue Weberei, Färberei und Imprägnieranstalt und erweiterte auf einem Areal von ca. 37.000 m2 die Bebauung Zug um Zug mit den für die damalige Zeit charakteristischen Backsteingebäuden.

Neben dem größten Hauptwerk in Bettenhausen entstanden weitere zehn Zweigwerke in Böhmen, Sachsen und Schlesien.

In der Nähe der Firma wurde 1902 mit dem Bau der Werkssiedlung Salzmannshausen begonnen.

In Folge guter Auftragslage durch den Ersten Weltkrieg arbeiteten zu dieser Zeit für Salzmann ca. 5000 Personen.

Salzmann unterstützte ideell und finanziell frühzeitig die NSDAP. Durch den Militärbedarf für den Zweiten Weltkrieg konnten wiederum Umsatzsteigerungen verbucht werden.

Im Krieg wurden weite Teile des Hauptwerkes und fast alle anderen Werke zerstört. Durch Wiederaufbau konnte sich die Firma eine überregional bedeutende Rolle in der Gewebeproduktion bis Mitte der 1950er-Jahre bewahren.

In den 1960er-Jahren beschäftigte Salzmann nur noch etwa 200 Beschäftigte.

Schließung der Firma

Beim Zusammenschluss von Salzmann & Comp. mit Fröhlich und Wolff und Be Be Kle (Berufs- u. Sportbekleidung GmbH in Bettenhausen, Sandershäuser Str. 77/83) im Jahr 1970 wurde angenommen, dass dieser Schritt vor dem Hintergrund finanzieller Schwierigkeiten geschah. 1971 erfolgte schließlich die Stilllegung des Betriebs.

Die Schließung der Firma beruhte offenbar auf strukturellen Problemen. Laut der Geschäftsführung hatten die Importe aus Billiglohnländern sowie steigende Lohn- und Sozialkosten in Deutschland besonders nachteilige Auswirkungen auf die Konkurrenzsituation der Firma gehabt.

Heute wird der Ausbau des Geländes als Gewerbe- und Kulturzentrum (Kulturfabrik Salzmann) immer wieder diskutiert; es zählt zu den größten Industriebau-Denkmälern Deutschlands, verfällt jedoch in weiten Teilen.

Diskothek

Bekanntheit erlangte das Industriedenkmal insbesondere durch die Diskothek "Stammheim", die unter dem Namen "Aufschwung Ost" im Jahr 1994 gegründet wurde. Bis zur Schließung in 2002 befand sie sich in der Kulturfabrik Salzmann in Kassel. Die Veranstaltungen erstreckten sich auf bis zu drei Stockwerke des historischen Fabrikgebäudes (1660 Quadratmeter pro Stockwerk). Neben zahlreichen Radioübertragungen und Großveranstaltungen traten auch international bekannte DJs und Künstler im Stammheim auf. Zu den berühmtesten Lokalgrößen unter den DJs zählte DJ Pierre.

Dem Club wurde im Februar 2002 wegen Beschwerden der Nachbarn (Lärm, Müllbergen, Parkplatzmangel) der Mietvertrag gekündigt.[1]

siehe auch

Das Stammheim befand sich in der alten Textilfabrik in Bettenhausen.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Aus rottenplaces.de: Textilfabrik Salzmann

Weblinks