Teil 6: Schlicht ist Trumpf

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Nach der herrlichen Dekorationsfreude der Renaissance, die in den beiden vergangenen Folgen beschrieben wurde, schlägt das architektonische Pendel zur anderen Seite aus.

Serie: Baustile in Münden


Fachwerk im Barock ist das ganze Gegenteil zu Adelshäusern

(von Axel Schmidt)


Im Barock nehmen sich die Bauherren und Baumeister des Fachwerks deutlich zurück - was ganz im Gegensatz zur verschwenderischen Pracht barocker Schlösser und katholischer Kirchenräume steht.

In dieser Phase, die Stadtdenkmalpfleger Burkhard Klapp auf etwa 1650 bis 1780 datiert, reduziert sich das Mündener Fachwerk auf einfache, klare Formen - ohne die bis dahin üblichen stattlichen Auskragungen der einzelnen Stockwerke und ohne besonders auffallenden Fassadenschmuck.

Dafür kommen gewaltige Türportale auf, die aber überwiegend späteren Umbauten zum Opfer fallen. So wie in der Langen Straße, wo sich in den Erdgeschossen heute Ladengeschäfte mit Schaufenstern präsentieren.

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