Teil 4: Das Fachwerk in seiner ganzen Pracht

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Serie: Baustile in Münden


Die Renaissance in Münden: Etwa zwischen 1500 und 1650 entwickelt sich die Stadt zu ihrer ersten großen Blüte

Mit der Renaissance entfaltet sich der Fachwerkbau in Münden zu einer wahren Pracht. Etwa ab 1500 steuert die Stadt - dank Flusshandelswegen und Stapelrecht - auf ihre erste große wirtschaftliche Blütezeit zu.

Was aber macht die Ausschmückung des neuen Baustils möglich? Nun, die alten Ständerbauten waren außen wesentlich durch dicke, von der Schwelle bis zum Dach reichende Eichenbalken ringsum geprägt, mit einigen Querstreben zur Versteigung dazwischen. Da blieb nicht viel Raum für Gestaltung.

Der Geschossbau dagegen ist sehr viel feingliedriger. Vereinfacht gesagt: die Ständer sind nur noch stockwerks- hoch, dann wird eine Holzbalkendecke eingezogen und die nächste stockwerkshohe Außenwand aufgesetzt.

Jedes Stockwerk ragt ein Stück über das darunterliegende hinaus, was man "auskragen" nennt. Die oberen Geschosse stehen zudem ringsum auf so genannten Knaggen - hölzerne Konsolen, die zur Aussteifung und zur Abtragung von Lasten zwischen den Ständern und den auskragenden Deckenbalken eingezapft werden. Diese Knaggen lassen trefflich sich mit Figuren oder Ornamenten versehen.

Die Renaissance verändert aber nicht nur den Fachwerk-, sondern auch den Steinbau. Auch hier hat Münden - neben dem Welfenschloss - etwas Außergewöhnliches zu bieten: das von 1603 bis 618 umgestaltete Rathaus in der Architektur der Weserrenaissance.

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