Teil 1: Am Anfang war der Bogen

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Serie: Baustile in Münden


Laurentiuskapelle, Kemenate und Bursfelde - die steinernen Zeugen der Romanik

Die Laurentiuskapelle im heutigen Altmünden. Sie wurde bereits um 800 erwähnt. Ab dem 11. Jahrhundert stand sie wahrscheinlich als schlichter romanischer Saalbau am Ufer der Weser. (Foto: Schmidt)

Die Romanik ist die älteste Bau-Epoche, aus der steinerne Zeugen auch im Raum Münden erhalten sind.

Es waren in der Tat massive Steingebäude, hauptsächlich Kirchen und Klosteranlagen, aber auch feuerfeste Stadthäuser. Die Baumeister errichteten vor allem die kirchlichen (Sakral-) Bauten im Stil der römischen Antike - daher der Begriff Romanik. Wohngebäude glichen damals eher Hütten, für die nur zum Teil Gestein, ansonsten Lehm und Holz verwendet wurden.

Diese Zeit dauerte im deutschen Raum etwa von 1000 bis 1250. Typisch für ihre Baukunst sind Rundbögen und dicke, festungsartige Mauern mit kleinen Fenstern.

Das älteste Mündener Gebäude aus dieser Epoche ist leider nur noch eine Ruine: die Laurentiuskapelle am Weserpfad. Sie war die Kirche von Gemundi, ein schlichter romanischer Saalbau in der dörflichen Vorgängersiedlung von Hannoversch Münden (heute Altmünden).

Bei Ausgrabungen wurden der romanische Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert und ein gotischer Sekundärbau aus dem 13./14. Jahrhundert freigelegt.

Der älteste weltliche (Profan-) Bau Mündens ist die Kemenate, die heute versteckt im Innenhof des ehemaligen Gebäudekomplexes von Eisen-Meurer im nordöstlichen Quartier der Altstadt liegt. Kemenaten waren in der Regel beheizbare Häuser, die in den überwiegend holzgebauten Städten ein feuersicherer Rückzugsort waren. Bei Stadtbränden konnten dort Nahrungsmittel und andere wertvolle Güter in Sicherheit gebracht werden.

Das Paradebeispiel für die frühe Romanik im Raum Münden ist die Klosterkirche zu Bursfelde, weil sie in der typischen Bauform der Basilika erhalten ist: mit dem extremen langen Hauptschiff und den niedrigeren Seitenschiffen. Statt der späteren Rund- und Spitzbogengewölbe wird ihr Inneres noch von einer Holzbalkendecke überdacht.

Diese Kirche in idyllischer Uferlage an der Weser stammt aus der Zeit des 1093 gegründeten Benediktinerklosters.

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