Tann

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Kirche in Ludwigsau-Tann

Tann ist ein Ortsteil der Großgemeinde Ludwigsau im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Geografie

Ludwigsau-Tann liegt im hessischen Bergland etwa 240 m üNN. Mit dem Rhönausläufer Seulingswald und der Landschaft bis hin zum Knüll bietet das Gemeindegebiet von Ludwigsau ein vielfältiges und abwechslungsreiches Landschaftsbild. Zum Ortsteil Tann biegt man unmittelbar hinter Friedlos (Richtung Bebra) von der Bundesstraße B 27 in Richtung Melsungen in ein idyllisches Tal ab, genannt der „Besengrund".

Tann, an der Landstraße 3254, der Verbindungsstraße zwischen Bad Hersfeld und Homberg (Efze), ist der geografische Mittelpunkt der Gemeinde Ludwigsau. Etwa 300 Einwohner leben hier.

Der Ortsmittelpunkt von Tann wird von dem Brunnenplatz mit der Bronze Figur "Leo und Lisa" geprägt, Hier fließen auch zwei Bäche - der Rohrbach und der Biedebach - zusammen.

Auf dem Aspersberg befindet sich die Besengrundhalle, das Dorfgemeinschaftshaus von Tann und die größte gemeindliche Halle von Ludwigsau.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Tann wurde erstmals im Jahre 1355 urkundlich erwähnt und feierte 2005 seine 650-Jahr-Feier.

Die Grundherrschaft hatte zunächst das Kloster Hersfeld, später die Landgrafschaft Hessen inne.

Das Gericht „in der Rohrbach“ (das spätere Gericht Ludwigseck) bestand 1538 aus den Dörfern Beenhausen, Gerterode, Heierode, Rohrbach, Ober- und Niederthalhausen sowie Tann. Hier befand sich auch die Gerichtsstätte. Das Gericht gehörte ab 1579 zum Amt Rotenburg, von 1627 bis 1835 Teil der Rotenburger Quart. [1]

Zum Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Hersfeld gehörte der Ort in den Jahren 1807 bis 1813, danach zum Kurfürstentum Hessen und ab 1866/67 zum Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld.

Die Gemeinde Ludwigsau im Norden von Bad Hersfeld entstand im Zuge der hessischen Gebietsreform zu Beginn der 1970-er Jahre, nachdem sich zunächst die beiden Großgemeinden Ludwigseck und Ludwigsau aus ehemals selbständigen Gemeinden gebildet hatten. Namensgeber waren zwei Burgen des hessischen Landgrafen Ludwig I., von denen heute nur noch Burg Ludwigseck vorhanden ist. Am 31. Dezember 1971 wurde auch Tann in die neue Gemeinde Ludwigsau eingegliedert. [2]

Besenbinder und Korbmacher in Tann

Neben der Land- und Forstwirtschaft prägten Korbmacher und Besenbinder einst das Gemeindebild von Tann. Hiervon leitet sich bis heute die Bezeichnung "Besengrund" für das Bachtal ab.

„Birken wachsen im Besengrund zu Hauf“, das wusste man in Tann schon in früheren Jahrhunderten. Ihre feinen Äste hatten zur Herstellung von Reisigbesen genau die richtigen Eigenschaften, einerseits elastisch, andererseits aber recht widerstandsfähig. Nach dem Abtrennen der brauchbaren Triebe wurden diese passend geschnitten, im so genannten Besenbinder zusammengezwängt und mit Weiden zusammengebunden.

Durchaus anspruchsvoller war die Herstellung von Körben aller Art. Erntekörbe, Wäschekörbe und Aussteuertruhen gehörten früher zum Alltag. Die Kunst ihrer Herstellung wurde in der Familie weitergegeben, oft entstanden sie in traditionellen Formen und handwerklich hergestellt aus Weiden.

Nicht weit entfernt von Tann gibt es übrigens die gut 100 Jahre alte Sterkelshäuser Korbflechterei, der letzte Meisterbetrieb seiner Art in Hessen.

Kirche

Mitten im Dorf steht die im Jahr 1776 im hessischen Fachwerkstil erbaute Kirche.

Im 16. Jahrhundert (1524 und 1569) war Tann eine Filiale der Kirche in Mecklar. Offenbar vollzog sich der Bekenntniswechsel nach Einführung der Reformation in Hessen unter dem Mecklarer Pfarrer Johannes Mel um das Jahr 1527. [3]

Die vier Kirchengemeinden Rohrbach, Tann, Biedebach und Gerterode bilden heute das Kirchspiel, das sich entlang des Rohrbachtales ausbreitet.

Informationen zu Bauwerk und Geschichte der Kirche in Tann: https://ekkw.de

Literatur

  • "650 Jahre Tann 1355–2005", Geschichte und Brauchtum eines hessischen Dorfes im Besengrund, hrsg. vom Festausschuss Tann (Arbeitskreis Chronik), Ludwigsau 2005

siehe auch

Vereine

Gesangverein, Radsportverein, Schützenverein und die Freiwillige Feuerwehr haben sich zu einer Vereinsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Wandern

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Datensatz Nr. 3287 - www.lagis-hessen.de
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982, Verlag W. Kohlhammer - Stuttgart und Mainz 1983, Seite 397
  3. Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Datensatz Nr. 3287 - www.lagis-hessen.de

Weblinks



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