Töpferhandwerk im Reinhardswald

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Geschichtliche Quellen belegen, dass im Reinhardswald bereits im Mittelalter das Töpferhandwerk verbreitet war, etwa in der Gemarkung von Gottsbüren.

Neben den Kannegießern und den Schüsslern, die ihre Gefäße aus Zinn bzw. Holz fertigten, stellten die Töpfer ihre Tongefäße her und versahen sie mit einer Vielzahl von Ornamenten.

Die Sammlung des Stadtmuseums in Hofgeismar weist auf Beispiele am Ahlberg, in Bodenfelde oder Gottsbüren hin, wo die irdenen Töpferwaren für den täglichen Bedarf hergestellt wurden, im 18. und 19. Jahrhundert waren es immerhin 13 Orte in der Gegend des Reinhardswalds. Nicht weit von den Tongruben lagen die Töpfereien, zum Beispiel am Ahlberg, unweit von Mariendorf (heute ein Stadtteil von Immenhausen), das im Jahre 1686 als Hugenottenkolonie gegründet wurde; bis etwa 1940 wurde hier das traditionelle Töpferhandwerk ausgeübt.

Alltagsgeschirr und Hauswirtschaftsgefäße wurden in großen Mengen angefertigt und für wenig Geld verkauft. Nur gelegentlich bestellte ein Kunde zu besonderen Anlässen „gute Ware“, mit der für einen Töpfer dann etwas mehr Geld zu verdienen war.

Zu den Bodenschätzen am Ahlberg gehörte auch der hochwertige Ton, der in früherer Zeit zur Gebrauchstöpferei und Ziegelherstellung benötigt wurde. Eine Station des Eco-Pfads Ahlberg-Mariendorf verweist auf die zahlreich im Gelände sichtbaren Vertiefungen (Pottkaulen) und erinnert an die Töpfereien des im Mittelalter nahe gelegenen Töpferdorfs Reinersen.

Literatur

  • Jochen Desel, Gottsbüren als mittelalterliches Töpferdorf, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1970, S. 102 ff.

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