Stutewecken

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Traditionell am Mittwoch vor Ostern werden in der Altstädter Kirche in Hofgeismar "Stutewecken" an Hofgeismarer Schulkinder verteilt. Der alte Brauch geht auf eine Geschichte aus dem 15. Jahrhundert zurück.

Geschichte

Die Geschichte von den Hofgeismarer „Stutewecken“ führt in das Jahr 1428.

Die damalige Edelfrau von Schöneberg hatte schon früh ihren Mann verloren und blieb mit ihrem Sohn auf der Burg Schöneberg zurück. Der Lehrer des Sohnes (nach anderer Darstellung: der Hofmeister) warb um die Witwe. Als er zurückgewiesen wurde, entführte er den Jungen. Mit Hilfe der Hofgeismarer Schulkinder fand man die Mütze des toten Jungen im Burgbrunnen und der Täter konnte überführt werden.

Die Mutter, die nun Gewissheit hatte, beschloss aus Dankbarkeit, den Hofgeismarer Schulkindern jedes Jahr einen Stuten (Weißbrot) zu schenken. Diese Tradition wird bis heute von der Stadt Hofgeismar aufrecht erhalten und an jedem Mittwoch vor Ostern wird in der Altstädter Kirche an die Entstehungsgeschichte erinnert, bevor die Kinder ihren „Stutewecken“ erhalten. [1] [2]

Literatur

  • Helmut Burmeister, Die Hofgeismarer Stutewecken, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1981, S. 120 ff.
  • Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 26 ff.

Stuteweckenlied

Mit den Worten "Wir danken Dir du liebe Stadt für Deine Stutewecken ..." beginnt das Hofgeismarer Stuteweckenlied, das im Jahre 2011 erstmals wieder der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, nachdem es lange verschollen war.

Männerchor hat nach Jahrzehnten Stuteweckenlied wiederbelebt

Artikel in HNA-online vom 18.04.2011

Hofgeismar. Erstmals seit vielen Jahren gibt es morgen bei dem seit Jahrhunderten gefeierten Stuteweckenfest in Hofgeismar eine Neuerung: Es ist wieder das Stuteweckenlied zu hören, das offenbar seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr gesungen wurde.

Der Männerchor Hofgeismar hat die Überlieferung rekonstruiert und der Schulchor der Würfelturmgrundschule wird es am Mittwoch, 20. April, erstmals wieder vortragen.

Das Lied wurde früher von den Schulkindern auf dem Weg zur Kirche gesungen. Angeblich war es Anfang der 50er Jahre noch zu hören, aber Zeugen dafür haben wir nicht mehr gefunden, berichtet der Männerchor-Vorsitzende Lorenz Krämer. Er hatte vor einiger Zeit von Frieda Seiler einen Zettel bekommen, auf dem diese den in ihrer Jugend gehörten Text notiert hatte. Einige Sänger des Chores hatten die zugehörige Melodie noch im Kopf. Werner Henrich sang das Lied vor, so dass Chorleiterin Irina Tichonov die Noten niederschreiben konnte.

Damit wandte sich Krämer an die Würfelturm-Grundschule und Musiklehrer Michael Sommer übte das kleine Liedchen mit dem Schulchor ein. Er wird es nun morgen Vormittag in der Kirche unmittelbar vor Verteilung der Stutewecken singen und vielleicht auch nochmal am 3. Oktober beim Konzert zum Tag der deutschen Einheit.

Der überschaubare Text ist schlicht und Krämer nahm vorsichtshalber eine kleine Textänderung vor. Die Worte „Hofgeismar heil, heil, heil“ ersetzte er durch „Hofgeismar, dank, dank, dank“. Allerdings weiß niemand mehr, wann das Lied entstand und wer es komponierte. Falls es doch noch mehr Text gibt oder jemand den Verfasser kennt, nehmen Lorenz Krämer (05671/ 2628) oder die HNA-Redaktion (05671/509023) entsprechende Hinweise entgegen. (tty)

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 4.4.2012: Österlichen Brauch Stutewecken lässt Kinder lachen
  2. HNA-online vom 27.3.2013: Stutewecken für die Kinder

Weblinks