Stolpersteine in Kassel

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Im Juni 2012 gründete sich der Verein "Stolpersteine in Kassel". Der Verein ging aus der Stolperstein-Initiative hervor. Gunter Demnig, Initiator des Projekts Stolpersteine plante für Kassel 500 seiner Gedenktafeln.

Stolperstein zur Erinnerung an Liesel Brager

Allgemein

"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Der Berliner Künstler ist mit der Aktion "Stolpersteine" berühmt geworden. Für diejenigen, die in der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden, beziehungsweise in Konzentrationslagern und Arbeitslagern qualvolle Arbeit verrichten mussten, werden die Steine vor den einstigen Wohnungen der Opfer im Straßen- oder Gehwegpflaster verlegt. Das Projekt hat sich inzwischen mit über 35.000 Steinen in etwa 750 Orten in zehn Ländern Europas zum weltweit größten dezentralen Mahnmal entwickelt. Die 10 mal 10 Zentimeter großen Steine tragen auf der Oberseite ein Messingschild mit dem Namen des Opfers, seinem Geburts- und Todestag und einer Schicksalsangabe.

Die Synagogengemeinde, bei der Demnig 1999 angefragt hatte, lehnte sein Projekt ab. Die Gemeinde argumentierte, durch das Projekt trete man die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur mit Füßen. Für Demnig ist das ein eindeutiges Missverständnis. Er möchte mit seinen im Boden eingelassenen Gedenktafeln erreichen, dass die vorbeigehenden Menschen aufmerksam werden und sich symbolisch verbeugen, wenn sie die Aufschrift der Tafeln lesen.

Gunter Demnig

Stolpersteine in Kassel

Bereits im November 2011 beschlossen die Kasseler Stadtverordneten einstimmig, das Kunst- und Gedenkprojekt zu unterstützen und den forderten den Magistrat auf, dabei umfassende Hilfe zu leisten.

Seit Frühjahr 2012 erinnern die Steine in Kassel an acht Verlegestellen vor der letzten Wohnadresse an ermordete NS-Opfer. Oberbürgermeister Bertram Hilgen übernahm die Patenschaft für einen Stein in der Parkstraße. Dort soll an die Jüdin Regina Deborah Schiff erinnert werden, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Der Verein unterstütze die Idee Demnigs, möglichst vielen der ihrer Würde beraubten NS-Opfer ihren Namen in enger Verbindung mit ihrem letzten Wohnsitz zurückzugeben, und hoffe auf die ideelle und finanzielle Unterstützung Kasseler Bürger.

Auf der Gründungsversammlung wurde ein sieben-köpfiger Vorstand gewählt, dem Jochen Boczkowski und Norbert Sprafke als Vorsitzende und Silvia Gingold, Marianne Hornung-Grove, Frank-Matthias Mann, Jürgen Strube und Erika Wittlinger-Strutynski angehören.

Siehe auch

Stolpersteine in der Region

Quellen und Links