Stolpersteine

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Gunter Demnig beim Verlegen von Stolpersteinen FOTO: Heinrich Nuhn

Stolpersteine sind Gedenktafeln, die an die Opfer des nationalsozialistischen Regims erinnern sollen, wobei sich jeder Stolperstein auf ein Einzelschicksal bezieht.

Die Tafeln bestehen aus einer goldenen Messingplatte, die auf ein 10cmx10cm großen Betonstein montiert sind. Auf den Tafeln stehen die Daten einzelner Opfer. So soll an das Leid von Juden, Roma und Sinti, Homosexuellen, politisch Verfolgten, Zeugen Jehovas sowie Euthanasieopfern erinnert werden.

Idee

Gunter Demnig, der in Kassel Kunstpädagogik studiert und das erste Staatsexamen abgelegt hat, initiierte das Projekt "Stolpersteine". 1997 verlegte er die ersten Stolpersteine in Berlin-Kreuzberg. Diese waren jedoch nicht zugelassenen. Die Zulassung für sein Projekt erhielt Demnig erst im Jahr 2000. Mit seinem Projekt will er den Ermorderteten und Vertriebenen, die im Nationalsozialismus nur eine Nummer waren, wieder einen Namen geben.

Er erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing mit dem Namen des Opfers in den Bürgersteig einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas. Seit Mai 2012 gibt es den Verein „Stolpersteine in Kassel“. Im November 2011 hatte das Kasseler Stadtparlament beschlossen, das Gedenkprojekt zu unterstützen. Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für einen Stolperstein übernehmen. Am 2. November und 3. November 2013 verlegte Demnig zum dritten Mal in Kassel Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Naziregimes.

Umsetzung

In fast 500 Orten im In- und Ausland wird inzwischen mit dem Projekt des Kölner Künstlers an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

Direkt vor der Haustür ihrer letzten frei gewählten Wohnung wird ein 10 x 10 x 10 cm großer Betonstein mit einer Messingplatte in den Bürgersteig eingelassen, mit dem Schriftzug „Hier wohnte“ sowie mit Namen, Geburtsjahr, Datum der Deportation und Angaben über das Schicksal des betroffenen Menschen.

Als „blinkende Erinnerungen“ geben die kleinen Stolpersteine den Opfern ihre Namen zurück und zeigen, dass Geschichte vor der eigenen Haustür oder in direkter Nachbarschaft geschieht.

Die Stolpersteine werden auf den Bürgersteigen verlegt, die Eigentum der Stadt sind; sie gehen dadurch in deren Eigentum über. Damit „schenken“ die Spender also der Stadt ein Kleindenkmal, das an die unheilvollen Geschehnisse in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert – zur Mahnung für alle nachfolgenden Generationen.

siehe auch

Stolpersteine in der Region:

Quellen und Links