Stockelache

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Namen

Das Areal des Naturbadesees "Stockelache" liegt in der Gemarkung Kleinenglis, heute Stadt Borken (Hessen). Der Name Stockelache ist eine Verballhornung des Begriffs "Stocklache" welcher auf ein Naturereignis, westlich der ehemaligen Stockelacher Mühle zurück zu führen ist. In dem dortigen Schwalmbogen flutete das Wasser bei Überschwemmungen die ehemaligen Wiesen. Bei Rückgang des Wassers blieb in den tiefer liegenden Wiesen das Wasser stehen und wurde nach einiger Zeit "stockig" und bildete eine "stockige Lache", so wurde für diesen Bereich der Name "Stocklache" geboren.

Geschichte

Mühlengebäude um 1930. Im Hintergrund (Mitte links) die Ortschaft Kleinenglis

In einem Rechnungsbuch (Salbuch) des Amtes Borken aus dem Jahr 1578 werden an Michaelis (29.September) Zinszahlungen an den hessischen Landgraf erwähnt, von einer Mühle die gelegen ist "über der Neuen Mühle (Newen Moln) uff der Schwalm under Kerstenhausen." Als Zinszahler werden Hans Scholfbachs Erben aus Arnsbach genannt. Eine ältere Erwähnung der Stockelacher Mühle ist bisher nicht bekannt. In den Kleinengliser Kirchenbüchern ist eine Taufe beim Schlagmüller Pauly Nette auf der "Stockelachs Mühle" im Jahr 1677 erwähnt. Der Schlagmüller Johannes Nette zahlte an die Borkener Renterei 1774 zwei Florin Meierzins. Da der Müller Johannes Nette keine männlichen Nachkommen hatte, wurde der eingeheiratete Ölmüller Hermann Lauterbach aus Kleinenglis Nachfolger. Der Müllersohn Johann Adam Schminke aus Wehren heiratete am 30.08.1829 die Tochter von Ölmüller Lauterbach und wurde neuer Herr in der Stockelacher Mühle. Es wurden überwiegend Ölfrüchte verarbeitet in der Stockelacher Mühle. Ein erfolgter Umbau von der Schlagmühle zur Steinmühle ist leider nicht datierbar. Im Jahr 1912 ließ August Schminke ein neues Mühlengebäude mit anschließendem Wohnhaus errichten. Ende der 1930iger Jahre stellte August Schminke die Ölherstellung ein und widmete sich stärker dem zweiten Standbein, der Landwirtschaft. Sohn Karl führte die Landwirtschaft weiter. Im Jahr 1975 stellte Karl Schminke seine Mühle und die landwirtschaftlichen Flächen der Preußen-Elektra für bergbauliche Zwecke zur Verfügung und siedelte 1976 auf einen landwirtschaftlichen Betrieb, der ihm als Entschädigung von der Preußen-Elektra zur Verfügung gestellt wurde, nach Altenbücken bei Niendorf/Weser um. Die Mühlengebäude an der Stockelache wurden im Jahr 1977 abgebrochen.

Bergbau

Ab 1976 bis 1985 wurden auf einer Betriebsfläche von 28ha der Tagebau Stockelache betrieben und daraus 360.000 t Braunkohle gewonnen mit einer Mächtigkeit des Kohleflözes von 8,3 m. Hierzu mußten ca. 1,85 Mio. m³ Abraum bewegt werden, mit einer Mächtigkeit von 42,3 m. Nach erfolgter Auskohlung verblieb ein Restloch, in dem ein See mit einer Wasserfläche von ca. 7 ha und einer maximalen Tiefe von 20 m entstanden ist.

Naturbadesee

Naturbadesee Stockelache von Süden

Die Randbereiche des Tagebaus wurden im Norden und Westen landwirtschaftlich rekultiviert, der an die Wasserfläche angrenzende Uferbereich begrünt. Nach Abschluß der bergbaulichen Rekultivierungsmaßnahmen hat die Stadt Borken (Hessen) die Wasserfläche und das dazugehörige Umland erworben und durch den Eigenbetrieb "Borkener Seenland" die zur Freizeitnutzung erforderlichen Einrichtungen geschaffen. Im Jahr 1994 wurde der Naturbadesee offiziell eingeweiht. See und Freizeitgelände erfreuen sich großer Beliebtheit in der Region. Die ehemaligen Mühlengebäude befanden sich ca.100 m südlich des heutigen Restaurants am See, im Uferbereich.





Literatur

  • Friedrich Döring
 - StAM, Best.:47,Nr.:2 
 - 100 Jahre Braunkohle Borken 1998, S.71)

Siehe auch

Weblinks