Johann Stephan Heeren

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Johann Stephan Heeren, getauft am 26. Juni 1729 in Gottsbüren † 10. Juni 1804 in Höxter, war ein deutscher Orgelbauer und der bedeutendste Vertreter der Gottsbürener Orgelbauerdynastie.

Gottsbürener Orgelbau

Ein Hinweisschild zum Eco-Pfad Gottsbüren an der Wallfahrtskirche verweist auf die Gottsbürener Orgelbauer-Familien Kohlen, Heeren, Kuhlmann und Euler und deren Wirken vom frühen 17. Jahrhundert bis zum Umzug der Orgelbaufirma Euler nach Hofgeismar im Jahre 1910.

Heeren-Euler-Orgel auf der ehemaligen Nonnenempore in der Wallfahrtskirche Gottsbüren

Im Jahre 1598 wurde Joachim Kohlen in Gottsbüren geboren, der die Orgelbautradition begründete. Ein Nachfahre war Joh. Stephan Heeren (1729 - 1804), ein hervorragender Praktiker und Theoretiker des Orgelbaus im 18. Jahrhundert.

In der ehemaligen Wallfahrtskirche in Gottsbüren befindet sich mit der Heeren-Euler - Orgel aus dem 18. Jahrhundert, ein Zeugnis des Gottsbürener Orgelbaus. Auf der Mitte des 18. Jahrhunderts errichteten Orgelempore fand die von Stephan Heeren um 1755 geschaffene Orgel ihren Platz, die im Jahre 2004 aufwändig restauriert wurde. Streng genommen handelt es sich um das Gehäuse einer Heeren-Orgel aus 1755, während die heutige Orgel der Gottsbürener Wallfahrtskirche von dem Königlichen Hof-Orgelbauer Conrad Euler 1897/ 98 gebaut wurde.

Etliche weitere Orgeln Joh. Stephan Heerens sind bis heute erhalten geblieben, neben der Orgel in Gottsbüren beispielsweise die aus 1042 Pfeifen bestehende Orgel der evangelischen Kirche in Obervellmar aus dem Jahre 1773, die noch heute für die musikalische Umrahmung der Gottesdienste sorgt, die Orgeln in der Stadtkirche von Bad Arolsen und in der evangelischen Kirche in Veckerhagen oder die Orgel der Christophoruskirche in Wahmbeck aus dem Jahre 1787.

In der Stadtkirche in Zierenberg wurde von ihm im Jahre 1787 die Orgel um 5 Register erweitert.

Ein Bildnis von 1790 zeigt Stephan Heeren in hessischer Hoftracht. Als Hoforgelbauer erhielt er von Landgraf Friedrich II. bereits 1774 den Auftrag, die Orgel für die katholische Elisabethkirche in Kassel zu bauen (der Vorgängerin der heutigen Elisabeth-Kirche). Weiterhin entstand im Jahre 1778 die Orgel für die Kasseler Garnisonkirche. Beide Kirchen brannten im Zweiten Welltkrieg aus, so dass diese Orgeln nicht mehr erhalten sind.

Da sein Sohn Friedrich David Heeren nicht den Beruf des Orgelbauers ergriff, übernahm nach seinem Tode zunächst sein Sohn Johann Christoph (* 3. April 1775 in Gottesbüren) die Firma. Später wechselte der Name des Familienunternehmen dann durch die Heirat von Tochter Anna Elisabeth Heeren und Johann Friedrich Euler im Jahre 1784 erneut.

siehe auch

Gottsbüren: das Haus von Joh. Stephan Heeren - Deiseler Weg 8 (siehe Inschrift links über dem Tor)

Werkliste

Eine Werkliste von Joh. Stephan Heeren findet sich auf wikipedia.org.[1]

Weblinks


  1. Werkliste auf de.wikipedia.org