Steinweg

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Der Steinweg in Kassel auf Höhe des Fridericianums.

Der Steinweg in Kassel führte einst auf direktem Wege in die Altstadt; wegen seiner Bedeutung für den Fernverkehr war er schon im 13. Jahrhundert gepflastert, als er noch außerhalb der ummauerten Stadt lag: Immerhin war die Zwehrener Landstraße Teil einer wichtigen, alten Fernverbindung aus dem Rhein-Main-Gebiet.

Geschichte

Im Mittelalter führte er als gepflasterter Weg aus der Stadt zum Hospital der heiligen Elisabeth. Also vom Altmarkt bis zur Einmündung der Obersten Gasse. Sehr viel später stieg er mächtig auf, wurde als Abschnitt der Bundesstraße 3 sogar Teil der Nord-Süd-Verbindung Hannover-Frankfurt. Das war in der 1950er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Und seitdem ist der Steinweg als Teil der Bundesstraße B3 eine der Hauptverkehrsadern in Kassel.

Im Februar 1953 rückten die Bagger an, um die sich seit zehn Jahren auftürmenden Trümmermassen von 1943 zu beseitigen. Und um den Steinweg zu einem breiten Band durchs Herz der Altstadt auszubauen, das den Verkehr von der Frankfurter Straße aufnehmen und in einem sanft geschwungenen Bogen zwischen Fridericianum mit Zwehrenturm, Ottoneum, Elisabethstift, Schlossplatz, Marställer Platz und Brüderkirche zum Altmarkt lenken sollte.

Namensgebung

Seinen Namen hatte der Steinweg schon im 14. Jahrhundert. Weil es mit ihm im wahrsten Sinne des Wortes bergauf ging. Schon damals war er gepflastert, weil er den Pferden bei seiner Steigung zum Zwehrentor hin nur so den nötigen Halt bieten konnte.

Verbindung zum Elisabeth-Hospital

Lange bevor der Steinweg als südliche Randstraße diente, verband er den Altstadtkern mit einem ganz besonderen Haus: Das St.-Elisabeth-Hospital an der Ecke Steinweg/Oberste Gasse ist Kassels ältestes „Pesthaus“. Bei seiner Gründung 1297 lag es noch außerhalb der Stadtmauern.

Denn genau dahin wurden damals aus Angst vor Ansteckung die schwer kranken geschickt. Zum Dahinsiechen, warum diese Hospitäler auch Siechenhäuser genannt wurden. Das kleine Wunder von Kassels ältestem Pesthaus: Es steht noch. Hat Jahrhunderte überdauert und wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1953 aus Trümmern wieder aufgebaut.

Ottoneum

Aber mit einem historischen Bauwerk gibt sich der Steinweg auf seinen 510 Metern vom Friedrichsplatz bis zur Brüderstraße nicht zufrieden. 1604 ließ Moritz der Gelehrte, Landgraf von Hessen Kassel, den ersten steinernen Theaterbau auf dem europäischen Festland errichten: das Ottoneum.

Heute beherbergt das nach dem Krieg wieder aufgebaute Ottoneum mit dem Naturkundemuseum auch Deutschlands ältestes Herbarium. Angelegt anno 1556 von Kaspar Ratzenberger. Es ist die älteste systematische Pflanzensammlung Europas.

Inzwischen befindet sich auch das Regierungspräsidium im Steinweg 6. Von 1992 bis 2002 wurde das nach dem ersten Kasseler Nachkriegs-Regierungspräsidenten Dr. Fritz Hoch benannte Hauptgebäude des Regierungspräsidiums Zug um Zug innen und außen renoviert. Zudem sind verschiedene gastronomische Betriebe in der Straße angesiedelt.

siehe auch

Weblinks und Quellen