Steinigkstraße

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Bis nach dem Krieg hieß die Steinigkstraße im Kasseler Stadtteil Forstfeld „General-Emmich-Straße“. Dieser General hatte - mit viel Glück - die Festung Lüttich im August 1914 eingenommen. Es nimmt nicht wunder, dass diese Straße so benannt wurde, da sie mitten im Krieg 1916 gebaut wurde als Wohnsiedlung mit 19 Häusern (11 zweigeschossige Vierfamilienhäuser und 8 Einfamilienhäuser) mit Kleinwohnungen (54 bis 66 m2) für die Arbeiter der neuen Munitionsfabrik. Sehr deutlich sieht man diese Bebauung auf dem Luftbild von 1928, welches im Bericht zur Ochshäuser Straße gezeigt wird. Diesem ersten Bauabschnitt sollten nach dem Willen des Architekten Paul Schmitthenner, einem Hauptvertreter der konservativen Stuttgarter Architekturschule, noch mehrere folgen.

Geplant war die „Gartenstadt Forstfeld“ ähnlich der von ihm geplanten „Gartenstadt Staaken“ bei Berlin. Zu jeder Wohnung gehören Gartenland und ein kleiner Stall, und man kann sagen, dass es ein praktischer und ideeller Vorläufer der anderen Forstfelder Siedlungen war.

Mit der Umbenennung nach 1945 wurde dem Kasseler Politiker Carl Steinigk (1876-1945) ein Denkmal gesetzt. Dieser war von Beruf Töpfer und in diesem Beruf zunächst in Berlin und später in Kassel tätig. Er war ein guter Freund von Philipp Scheidemann und wie dieser in der Kasseler Kommunalpolitik als Stadtverordneter der SPD tätig. In der Städtischen Siedlung - damals noch Afrika-Siedlung genannt - galt er als „Armenvater“, er erwarb sich große Verdienste durch sein Eintreten für die ärmeren Bevölkerungsteile.