Staudamm Salzderhelden

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Das Hochwasserrückhaltebecken (HWR) Salzderhelden entstand in den Jahren zwischen 1972 und 1994 als Hochwasserschutz des Leinetales in der Region nördlich von Göttingen.

Der Standort wurde bewusst gewählt: Vom gesamten Niederschlagseinzugsgebiet der Leine von 6.500 Quadratkilometern zwischen Quelle und Mündung beeinflusst das HWR mit 2.200 Quadratkilometern ein gutes Drittel, darunter jedoch die niederschlagsstarken Gebiete des Harzes und seines Vorlandes.

Bau

1965 begann unter der Trägerschaft des Leineverbandes die Planungsphase, die mit dem Erlass des Planfeststellungsbeschluss am 15. April 1969 abgeschlossen wurde. Am 22. September 1972 konnte mit dem Bau begonnen werden. Bis zur Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens wurden ca. 30 km Staudämme errichtet, ca. 2 Mio. m³ Bodenmassen bewegt, fünf Schöpfwerke und fünfzehn sonstige Massivbauwerke (z.B. Brücken) errichtet. Das Abschlussbauwerk besteht aus drei Segmentwehren von je ca. 15m Länge. Die Hochwasserentlastungsanlage - bestehend aus 5 Fischbauchklappen mit insgesamt 100m Länge - ist das bestimmende Bauwerk der Anlage.

Die damalige Bauausführung und die Finanzierung der Baukosten sowie die laufende Unterhaltung obliegen bis heute dem Land Niedersachsen. Die gesamte Abwicklung der Ausbaumaßnahmen erfolgte durch das aus der Vorarbeitenstelle hervorgegangene Neubauamt Leineregulierung mit Sitz in Hildesheim. Das HRB Salzderhelden wird heute durch den Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Betriebsstelle Süd, Geschäftsbereich I, unterhalten und betrieben.[1]

Funktion

Bei Hochwasser wird ein Teil des zufließenden Wassers zunächst im Polder 1 aufgestaut. Ist dessen Kapazität von 16 Millionen Kubikmetern überschritten, fließt das Wasser über eine spezielle Überlaufstrecke in den Polder 2 und bei Bedarf auch in die Polder 3 und 4. Der Polder 5 wird nur in Extremfällen genutzt. Insgesamt bieten die Polder ein Einstauvolumen von 37,4 Millionen Kubikmetern auf einer Fläche von circa 1.000 Hektar.

Seit Ende 2000 gibt es zwei technische Neuerungen: Das Prozessleitsystem der Steuerzentrale und das rechnergestützte Steuerungs- und Hochwasservorhersagemodell. Die Steuerzentrale der Anlage bündelt alle Informationen aus den über das Becken verteilten Kontrolleinrichtungen. Das nachgeschaltete Prozessleitsystem bereitet diese Daten auf und steuert alle beweglichen Einrichtungen wie Schieber, Klappen und Pumpen per Fernwirkanlage.

Das neue, rechnergestützte Steuerungs- und Hochwasservorhersagemodell spiegelt das tatsächliche Niederschlags- und Abflussgeschehen des gesamten Leineeinzugsgebietes zwischen der Quelle und Hannover-Herrenhausen wider. Das Modell auch über die zu erwartenden Wasserstände der Wellenspitzen und deren zeitlichen Verlauf.


Links und Quellen

  1. Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden auf der Internetseite des Leineverbandes