Stammen

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Herrenhaus Stammen

Stammen ist ein Stadtteil der nordhessischen Kleinstadt Trendelburg.

In dem Ort wohnen etwa 400 Einwohner.

Lage

Der Ort liegt Landkreis Kassel in Nordhessen an der Bundesstraße B 83 zwischen Hofgeismar und Karlshafen.

In der Nähe des Dorfs mündet die Esse in die Diemel.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Als "Stannern" wird der Ort bereits im Jahre 1000 im Besitzverzeichnis des Klosters Corvey urkundlich erwähnt.

Das Dorf gehört zu den ältesten Siedlungen der Gegend.

König Heinrich II. beschenkte mit dem Dorf im Jahre 1013 das ehemalige Benediktinerkloster in Helmarshausen, ein Jahr bevor er Kaiser wurde.

Ehemaliges Rittergut

Kirche in Stammen

Die Ortsstruktur ist zweigeteilt, in den Schlossbezirk und das Dorf mit Kirche.

Im Jahre 1429 wurde das im Diemelgebiet ansässige Adelsgeschlecht von Pappenheim (zu Liebenau) Lehnsherr von Stammen. Das Rittergeschlecht übte auch die so genannte niedere Gerichtsbarkeit aus.

Noch im 16. Jahrhundert mussten die Dorfbewohner dem Gut Hand- und Spanndienste leisten.

Das ehemalige Rittergut in Stammen erinnert bis heute an die wechselvolle Geschichte des Dorfs.

Das im 18. Jahrhundert errichtete Herrenhaus dient heute als Seniorenheim. Es entstand im Jahre 1770 zur Zeit der Sophie Florentine Anna von Pappenheims und ihres Ehemannes Christoph von Pappenheim.

In späteren Jahren war Diana von Pappenheim (1788-1844), die Ehefrau des Wilhelm Rabe von Pappenheim, die Geliebte des Königs von Westfalen Jérôme Bonaparte. "Sie war meine Ur-Urgroßmutter und sie hatte zwei Töchter mit Jerôme", wurde einer ihrer Nachkommen, Herbold Rabe von Pappenheim aus Liebenau, in der HNA vom 11. Juli 2007 zitiert.

Das etwa 130 Hektar große Gut wurde nach dem Zweiten Weltkrieg an die staatliche Siedlungsgesellschaft verkauft und im Rahmen der "Beispielsmaßnahme Trendelburg" in mehrere Aussiedlerhöfe aufgeteilt.

Die Jugend in Stammen 1949

Dorf und Kirche

Die Dorfkirche in ihrer heutigen Form wurde im Jahre 1800 errichtet und wurde im Jahre 2005 restauriert.

Deutlich älteren Datums sind die Kanzel aus dem Jahr 1643 sowie zwei Grab-Epitaphien der Familie Rabe von Pappenheim aus dem Jahre 1591 aus der ehemaligen mittelalterliche Dorfkirche, die bis zum 16. Jahrhundert auch der Mittelpunkt einer selbständigen Pfarrei war.

Das älteste erhaltene Fachwerkgebäude am Ort ist ein Längsdielenhaus aus dem 17. Jahrhundert.

Der ehemalige Eisenbahn-Haltepunkt an der Eisenbahnlinie von Hümme nach Karlshafen wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein neues Feuerwehrhaus und eine alte „Dorfscheune“ wurde für Veranstaltungen ausgebaut. Oberhalb des alten Ortskerns entstand das Neubaugebiet Exterberg.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Stammen am 1. Januar 1971 ein Stadtteil von Trendelburg.

Ehemalige Eisenbahnstrecke Hümme - Stammen - Karlshafen

Ehemalige Bahnhaltestelle in Stammen

Nachdem sich der von Landgraf Karl von Hessen-Kassel geplante Bau einer Wasserstraße von Kassel nach Carlshafen (Landgraf-Carl-Kanal) nicht realisieren ließ, wurde gut ein Jahrhundert später eine Güterverbindung von Kassel nach Carlshafen auf dem Lande geschaffen.

Die im Jahre 1848 eröffnete Friedrich-Wilhelms-Nordbahn führte von Kassel bis zum Hofgeismarer Stadtteil Hümme. Von dort verlief eine weitere Teilstrecke, die Carlsbahn über Stammen, Trendelburg, Wülmersen bis nach Carlshafen, wobei der Streckenverlauf der Carlsbahn fast genau dem Verlauf des Landgraf-Carl-Kanals folgte.

Für die damalige Dorfbevölkerung von Stammen stand bei der Eröffnung der neuen Bahnstrecke im Jahre 1848 noch kein eigener Haltepunkt zur Verfügung. Es dauerte noch lange Jahre, bis auch in Stammen Reisende ein- und aussteigen konnten. Erst im Oktober 1894 wurde die Genehmigung erteilt und im Dezember des gleichen Jahres begannen die Arbeiten für den Stammener Eisenbahn-Haltepunkt.

Im Jahre 1966 wurde die Eisenbahnstrecke von Hümme nach Karlshafen stillgelegt und der Personenverkehr von Bussen übernommen. Bis heute erinnert in Stammen ein abgestellter Waggon an die ehemalige Eisenbahn-Haltestelle.

Jubiläumsjahr 2013

Im Juni 2013 feierte der Ort sein 1000-jähriges Jubiläum und die AG „1000 Jahre Stammen“ lud am Sonntag, dem 23. Juni zu einer Zeitreise durch die Geschichte des Ortes ein.[1]

Beim historischen Markttreiben beeindruckten Spinnfrauen, Schmied oder Seiler mit ihrem alten Handwerk. Von mittelalterlicher Musik und Puppentheater wurde das Programm ergänzt und Stammens neue Holzskulptur, ein Waldmann, beim Fest eingeweiht. [2]

Eine Zeitreise durch die Geschichte von Stammen umfasste vom 28. Juni bis 30. Juni 2014 ein buntes Festprogramm mit Kranzniederlegung, Kommers und umfangreichem Rahmenprogramm.

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 188 ff.
  • Willi Vesper, Aus der Geschichte des Dorfes Stammen, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1980, S. 113 ff.

Hofgut Stammen

Hofgut Stammen - Bildhauerwerkstatt

Im ehemaligen Rittergut der Herren von Pappenheim sind heute mehrere Unternehmen ansässig, die unter anderem Erlebnisgastronomie, Kunsthandwerk oder sportliche Veranstaltungen (z.B. Kanutouren) anbieten.

Kirche

Mahnmal für Kriegsopfer

Eine Tafel am Mahnmal im Ort erinnert an die Opfer der Kriege aus dem Dorf Stammen.

Persönlichkeiten

Radwege

- siehe hierzu auch die Internetseite über den Diemelradweg -

siehe auch

Mahnmal in Stammen
Eine Tafel am Mahnmal in Stammen erinnert an die Kriegsopfer

Wandern

siehe dazu: Wandern auf dem Märchenlandweg

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 21.6.2013: Kleiner Ort – große Feier
  2. HNA-online vom 23.6.2013: 3000 in Stammen dabei - Markt zum Jubi

Weblinks