Stadtmauer Bad Wildungen

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Die historische Stadtmauer am Lindentor in Bad Wildungen

Die Stadt, die bis 1904 Nieder-Wildungen hieß, sei erstmals 1224 erwähnt, berichtet Gerhard Kessler vom Geschichtsverein Bad Wildungen. „Es ist anzunehmen, dass man kurz nach der Gründung der Stadt auch mit dem Bau der Ringmauer begonnen hat.“, sagt Kessler. „Diese Ringmauer hatte eine Länge von etwa 1200 Meter. Die Mauer hatte eine Höhe von etwa sechs bis sieben Meter und an der Grundmauer eine Stärke von etwa 1,5 Meter.“

Von Stadttor zu Stadttor lief für die Mauerwächter entlang der Innenseite der Mauerkrone ein schmaler überdeckter Gang. „Heute noch sehr gut an dem Mauerprofil am Linden Tor und dem Wegaer Tor zu sehen.“

Kessler weiß: „Im 30jährigen Krieg wurde auf Befehl des schwedischen Generals Johan Baner 1640 die Mauer erhöht, denn bei der Belagerung der Stadt waren die schwedischen Soldaten einfach über die Mauer geklettert.“

Etwa ab 1850 ist die Mauer bis auf die jetzige Höhe abgetragen worden. Der nordöstliche Teil der Ringmauer zwischen dem ehemaligen Lindentor und der heutigen Bahnhofstraße verschwand vollständig. „Die Abbrachsteine der Mauer wurden vermutlich als Füllmaterial für den Riesendamm und des Damms der Bahnhofstraße zwischen 1850 und 1856 verwendet.“

Am besten erhalten ist die Mauer entlang des alten Friedhofs bis hinauf zum Rondell. „Aber auch zwischen Webers Kindergarten und dem Roten Hahn sind noch beeindruckende Reste der Mauer vorhanden.“

Man könne sagen, dass mehr oder weniger etwa 800 Meter der ehemaligen Wehrmauer erhalten sind. Verstärkt wurde die Wehrmauer durch drei Wehrtürme, von denen der Rote Hahn und das Rondell noch erhalten sind. Der ehemalige Graue Turm wurde 1833 restlos niedergelegt.

In die Stadt führten drei Stadttore. Das Brunnentor verschwand ebenfalls 1822, das Wegaer Tor verschwand 1824. „Dort wurde im Herbst vor der Landesgartenschau das Mauerprofil freigelegt.“ Das Reitzenhagener- oder auch Lindentor genannt, wurde 1843 abgebrochen.

Durch den Abriss zweier Häuser am Lindentor im Mai 2009 wurde dort ein Teil der alten Satdtmauer wieder sichtbar.