Stadtkaserne Kassel

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Die Stadtkaserne an der Luisenstraße in Kassel wurde im Jahr 1813 fertiggestellt. Bei Luftangriffen von Alliierten im Jahr 1943 wurde die Kaserne vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Geschichte

Luftaufnahme: Als großer Gebäudekomplex ist die Stadtkaserne in der Bildmitte zu sehen.

Das Militär hat über Jahrzehnte die Stadt Kassel geprägt. Eine der imposantesten Kasernen im Vorderen Westen ist die Stadtkaserne an der Luisenstraße.

Jérôme Bonaparte, der als König von Westphalen von 1807 bis 1813 in Kassel residierte, gab einst den Auftrag zum Bau der Stadtkaserne. Sein Ansinnen war es, mit dem Bau die Stadt von den Einquartierungen seiner Soldaten zu entlasten. Zwar zogen nach der Fertigstellung 1813 Soldaten in die Kaserne ein, doch bereits wenige Wochen später wurde Jérôme Bonaparte abgesetzt. Seine Soldaten zogen mit ihm aus der Stadt ab. Die Kaserne blieb stehen.[1]

Einige Jahre später waren die Vereinigten Armen- und Werkhausanstalten in das weitläufige Gebäude eingezogen. Später war eine städtische Versorgungsanstalt, in der es eine Kinderstation für hilfsbedürftige Säuglinge, Klein- und Schulkinder sowie ein Wohlfahrtsheim gab, im Gebäude. Ende der 1930er-Jahre erfuhr das Gebäude eine neue Nutzung: Die Stadtkaserne bot fortan Wohnraum für 265 Mietparteien. Bei Luftangriffen der Alliierten auf Kassel 1943 wurde die Stadtkaserne vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Historische Mauerreste

Im September 2012 stießen Stadtreiniger bei Bauarbeiten auf Mauerreste der früheren Stadtkaserne. Das informierte Amt für Denkmalschutz bestätigte nach einer ersten Prüfung, dass es Reste der Stadtkaserne seien. Bei den Mauerresten handelt es sich jedoch nicht um ein Bodendenkmal. Dafür sind sie nicht alt genug. Das Grundstück, auf dem sich die Baustelle befindet, gehört der Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH). Ob die Mauerreste erhalten bleiben, ist unklar. Weitere Vermessungsarbeiten des Amtes für Denkmalschutz stehen noch aus.

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 22. Oktober 2012: Historische Mauerreste der frühen Stadtkaserne freigelegt