Stadtgeschichte Baunatal

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Stadtmuseum Baunatal
Stadtmuseum Baunatal.jpg
Öffnungszeiten / Kontakte
Öffnungszeiten:Sonntag: Sonntag: 14.00 - 16.30 Uhr und nach Vereinbarung
Kontakt: Stadtarchiv Tel.: 0561/4992 137 oder 4992-0
Website: Museum in Altenritte

Baunatal entstand Mitte der 1960-er Jahre durch den Zusammenschluss ehemals selbständiger Gemeinden.

Aus der Stadtgeschichte

Aus alter Zeit

Die heutigen Stadtteile von Baunatal blicken auf eine zum Teil sehr lange Siedlungsgeschichte zurück, die bis in die vor- und frühgeschichtliche Zeit zurückreicht.

Aus vorchristlicher Zeit stammt etwa der „Hünstein“ im Ortsteil Großenritte, ein ca. 2 m grosser und etwa 4 t schwerer Quarzitblock. In der Nähe der Fundstelle fanden sich im Jahre 1932 auch Scherben und Feuersteinsplitter aus der jüngeren Steinzeit.

Die erste urkundliche Erwähnung von Großenritte stammt aus dem Jahre 775. Erzbischof Lullus übergab in diesem Jahr die Besitzungen des Klosters Hersfeld an Karl den Großen, darunter auch Grundbesitz in “Rittahe”, dem späteren “Ritte” („Breviarium Sancti Lulli“).

Im Jahre 1330 belehnte Landgraf Heinrich II. den Ritter Johann Riedesel mit Gütern zu "Grosin-Ritte" (Großenritte) und in "Wenigen Ritte" (Altenritte).

Altenritte selbst - an der Südwestseite des Baunsbergs gelegen - wurde schon im Jahr 775 urkundlich erwähnt. Erzbischof Lullus übergab in diesem Jahr die Besitzungen des Klosters Hersfeld an Karl den Großen, darunter auch Grundbesitz in “Rittahe”, dem späteren “Ritte” („Breviarium Sancti Lulli“). Von der Jahrhunderte alten Geschichte des Orts Altenritte künden auch die Reste eines Taufsteins von 1787 vor der Heilandkirche.

Ein weiterer Stadtteil, der bereits im Mittelarlter bestand, war Rengershausen. Im Jahre 1159 wurde der Ort erstmals urkundlich als Reingozzeshusen in einer Schenkung an das Kloster Hasungen erwähnt.

Kirchdorf war der Ort Kirchbauna - an der Bauna gelegen. Schon im Mittelalter wurde der Ort von der mittelalterlichen Wehrkirche überragt, die damals auch Zufluchtsstätte war. Eine urkundliche Erwähnung findet sich 1595, als für das Kirchspiel Kirchbauna (mit den Dörfern Altenbauna, Rengershausen und Hertingshausen) ein Kirchenbuch eingeführt wird.

Wie alle Stadtteile Baunatals blickt auch die ehemals selbstständige Gemeinde Hertingshausen auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurück. Urkundlich wurde der Ort 1074 in der Gründungsurkunde des Klosters Hasungen erstmals genannt, weiterhin wird „Hertingshusen“ im Jahre 1081 in der Limburger Chronik urkundlich erwähnt.

Hier befand sich bis zum Ende des 17. Jahrhunderts der Stammsitz der „Herren von Hertingshausen“, einer Familie aus dem Niederadel, urkundlich belegt etwa im Jahr 1257 durch Ritter Ludwig I. von Hertingshausen oder im Jahre 1392 durch Ritter Friedrich III. von Hertingshausen, dem als Lehnsmann die Weidelsburg (bei Ippinghausen und Naumburg gelegen) und die Burg Schartenberg (bei Zierenberg) übertragen wurden und der am 5. Juni 1400 an der Ermordung des Herzog Friedrich von Braunschweig beteiligt war, woran das Kaiserkreuz zwischen Kleinenglis und Fritzlar erinnert.

Das Herrengeschlecht derer von Hertingshausen spielte über vier Jahrhunderte eine bedeutende Rolle in der Umgebung und der ehemaligen Landgrafschaft Hessen. Es muss sehr vermögend gewesen sein; so wurden etwa Güter im gesamten niederhessischen Raum erworben, bevor das Geschlecht 1689 in männlicher Linie ausstarb.

Unter dem Dreißigjährigen Krieg hat auch Hertingshausen stark gelitten. Über die Bewohner des Orts im 17. und 18. Jahrhundert sind Zeugnisse in den Steuerbüchern aus dieser Zeit enthalten, ebenso in dem ab 1595 vorhandenen Kirchenbuch des Kirchspiels Kirchbauna, das seinerzeit aus Kirchbauna, Altenbauna, Rengershausen und Hertingshausen bestand.

Während der Besetzung von Kurhessen zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Königreich Westphalen unter König Jermome, einem Bruder Napoleons, der im nahen Kassel residierte. Die Schlacht zu Leipzig 1813 wendete dann das Blatt wieder für Preußen und die deutschen Fürsten. Auch Kurfürst Wilhelm I. konnte nach Kurhessen zurückkehren. Nach dem Wiener Kongress (1814 - 1815) war man auch in Kurhessen dabei, die alten Herrschafts- und Machtstrukturen wieder herzustellen.

Der Stadtteil Guntershausen (in frühen Urkunden als "Huntireshusun", "Huntereshusun" sowie "Hunthereshusun" genannt und erstmals in der Gründungsurkunde des Klosters Hasungen aus dem Jahr 1074 erwähnt) gehörte einst zum landgräflichen Amt Baune.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Guntershausen eines der ersten Eisenbahnviadukte Deutschlands über die Fulda gebaut.

Hier wurden die Strecke der Main-Weser-Bahn von Frankfurt nach Kassel und die Strecke der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Bebra nach Kassel zusammengeführt. Dadurch entstand in Guntershausen ein Eisenbahnknotenpunkt. Der historische Bahnhof Guntershausen aus dem Jahre 1855 war ehemals sogar mit einem kurfürstlichen Wartezimmer, einem Restaurant, einem Karten- und Gepäckräumen sowie Wohn- und Werkstätten ausgestattet. Als Repräsentations- und Funktionsbau diente er damit insbesondere den Gästen und weniger den Guntershäuser Bürgern.

Im Zweiten Weltkrieg wurden 1945 die sieben mittleren Bögen des Einbahnviadukts zerstört. Erst 1952 wurde die Brücke in der heutigen Form wieder hergestellt.

HNA-SERIE Früher im Bauna-Tal

HNA-Serie "Früher im Bauna-Tal" mit Adam Ritze und Ria Ahrend

Adam Ritze: Teil 1 bis 17 | Teil 1: Erinnerungen an den Baunsberg | Teil 2: Amerikanische Besatzung | Teil 3: Zwei junge Männer ließen Leben | Teil 4: Erste Vertriebene kamen | Teil 5: Abenteuer im Baunsberg | Teil 6: Endlich wieder Kirmesvergnügen | Teil 7: Man lernte, was möglich war | Teil 8: Eine neue Glocke für die Kirche | Teil 9: Die Zeit, als sich alles änderte | Teil 10: Die Abrissbirne regiert im Dorf | Teil 11: Kriegsende zum Osterfest | Teil 12: Sirenengeheul prägte Schulzeit | Teil 13: Kindergartenzeit im Krieg | Teil 14: Luftmine fiel vom Himmel | Teil 15: Bei Angriff in den Splittergraben | Teil 16: Blick auf das brennende Kassel | Teil 17: Bombenangst im Keller | Ria Ahrend: Teil 18 bis 40 | Teil 18: Flucht in den Kirchenbunker | Teil 19: Füße auf dem Küchentisch | Teil 20: Schlange stehen fürs Brot | Teil 21: Schwein mit drei Beinen | Teil 22: Ein Dieb stahl die Marken | Teil 23: Neue Stiefel von den Amis | Teil 24: Auf Reisen in Trizonesien | Teil 25: Bucheckern für etwas Öl | Teil 26: Spielen mit den Lämmchen | Teil 27: Spaß mit Hickelkästchen | Teil 28: Morgenwäsche im Bach | Teil 29: Bunker sind unvergessen | Teil 30: Kaffeemühle war der Hit | Teil 31: Polster im Hosenboden | Teil 32: Baden bei Denn und Ditt | Teil 33: Kindliche Gaumenfreuden | Teil 34: Zum Zahnarzt ging’s mit Briketts | Teil 35: Omas am Spinnrad|Teil 36: Zum Geburtstag gab’s Klöße | Teil 37: Stinkattacke auf die Läuse | Teil 38: Klassenzimmer mit Kino | Teil 39/40: Mit Zöpfen auf dem Motorrad | Weitere Artikel: Teil: 41 Kreuzkirche feiert Jubiläum | Gotteshaus feiert 100-jähriges Bestehen | Besuch bei Molly in Besse | Englisch-Lektion auf der Treppe


Stadt Baunatal

1966: Baunatal wird Stadt

Zum 1.1.1964 schlossen sich die ehemals selbständigen Gemeinden Altenbauna, Altenritte, Kirchbauna, Großenritte, Hertingshausen, Rengershausen und Guntershausen zusammen, eine Folge der Ansiedlung des Volkswagen-Werks im Jahre 1957 auf dem Gelände der ehemaligen Henschel - Flugmotorenwerke.

"Zu Beginn des Jahres 1966 mehrten sich die Gespräche zwischen Vertretern Baunatals und Großenrittes über einen eventuellen Zusammenschluß”, so wird Horst Werner später in der städtischen Chronik schreiben. Und schildern, wie es tatsächlich dazu kommt: Am 1. Juli 1966 entsteht aus der Gemeinde Baunatal, zu der sich zwei Jahre zuvor im Januar 1964 Altenbauna, Kirchbauna sowie Altenritte vereinigt haben, und dem Nachbardorf Großenritte die Stadt Baunatal.

Am 1. Juli 1966 brachte der hessische Innenminister Heinrich Schneider die Urkunde mit, die Baunatal die Verleihung der Stadtrechte attestierte.

Der erste Bürgermeister der Stadt Baunatal war Horst Werner.

Am 01.07.1966 hatte Baunatal 11.705 Einwohner, es lebten in der neu gebildeten Kommune - weniger, als das VW-Werk damals Beschäftigte hatte: dort arbeiteten bereits 13400 Menschen.

Anfang der 70er-Jahre wurden auch die Orte Guntershausen, Rengershausen und Hertingshausen zur Stadt Baunatal eingegliedert und die Einwohnerzahl stieg auf 19.300 Einwohner. Heute wohnen in Baunatal 27.945 Einwohnerinnen und Einwohner (Oktober 2011).

Stadtmuseum Baunatal

Im Museum "Hessenstube" in Altenritte erhält der Besucher einen Einblick in die bäuerlich und handwerklich geprägte Lebens- und Arbeitswelt der Menschen zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in den ehemals selbständigen Dörfern und heutigen Stadtteilen von Baunatal.

Schwerpunkte sind:

  • Der Bau der ersten Eisenbahnen
  • Die Ansiedlung des Rüstungsbetriebes Henschel Flugmotorenbau GmbH
  • Dorfalltag in der Zeit des Nationalsozialismus
  • Beschäftigung von Zwangsarbeitern im 2. Weltkrieg in der Industrie und der Landwirtschaft
  • Die Ansiedlung des Volkswagenwerkes ab 1957
  • Die Gründung der Stadt Baunatal

Auch das Freilichtmuseum „Alte Schmiede“ bietet Einblicke in das Leben um die Jahrhundertwende. Die Erhaltung der Alten Schmiede ist vorrangige Aufgabe des Vereins für Heimatgeschichte und Denkmalpflege in Baunatal.

Stadtwappen Baunatal
Stadtlogo Baunatal

Das Wappen der Stadt Baunatal spiegelt in heraldischer Form durch seine Vierfachgliederung den Zusammenschluss der Gemeinde Baunatal mit den Ortsteilen Altenbauna, Kirchbauna, Altenritte und der Gemeinde Großenritte zur Stadt Baunatal im Jahre 1966 wider.

siehe auch








Stadtteile der Stadt Baunatal
Stadtwappen Baunatal
Stadtlogo Baunatal

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