St. Blasius-Kirche

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Blasiuskirche (Foto: Siebert)

Die St. Blasiuskirche ist einst von den Bürgern Mündens erbaut worden, um in ihrer Mitte einen Platz zu haben, wo sie sich in allen Situationen des Lebens Gott nahe fühlten. Diese Aufgabe erfüllt die Kirche bis zum heutigen Tage. Dabei hat das Gotteshaus im Innern vielerlei Veränderungen erfahren, jeweils nach den Vorstellungen und Bedürfnissen der betreffenden Zeit. Seit 1540 ist sie eine evangelisch-lutherische Kirche.

Heute zeigt sie sich vor allem als eine offene Kirche.

Geschichte

Aus der Geschichte der Kirche

In mehreren Bauabschnitten entstand die St. Blasius-Kirche. Zunächst wurde in den Jahren 1260 bis 1280 der Chor der Kirche fertiggestellt, sodann das Kirchenschiff.

Im 16. Jahrhundert entstand der 58 m hohe Kirchturm.

Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche ebenfalls im 16. Jahrhundert.

Sehenswert im Innern der Kirche ist das über der Orgel befindliche Fresko aus dem 16. Jahrhundert. Aus den 1970-er Jahren sind die Kirchenfenster des Künstlers Gerhard Hausmann.

Kostbares Wandgemälde

Wer Schönes entdecken will, muss mitunter den Hals recken. Besucher der St. Blasius-Kirche jedenfalls, die unterhalb der Orgel stehen, können bei günstigen Lichtverhältnissen eine wahre Kostbarkeit auf dem Gurtbogen zwischen den beiden Turmpfeilern entdecken Dort sieht man ein Wandgemälde, mit dem die 1519 neu errichtete Kirche geschmückt wurde.

Es zeigt Maria mit dem Jesuskind und der Heiligen Anna, die Mariens Mutter gewesen seit soll. Dieses Motiv, ein so genanntes Anna selbdritt, war im Mittelalter ein beliebtes Motiv, erläutert Waltraud Kock, die sich seit vielen Jahren in der Stadtkirchengemeinde engagiert.

Süßer Fratz auf Großmutters Schoß: Darstellung von Maria, ihrer Mutter Anna und dem Jesuskind oberhalb der Orgel in St. Blasius. Das Wandegemälde stammt aus dem Jahr 1519, freigelegt wurde es 1976 bei der Restaurierung der Kirche. Ein Postkarte von dem Fresko gibt es für 40 Cent in der Kirche.

Das Gemälde in St. Blasius zeigt die beiden Frauen einander zugewandt auf einer typisch gotischen Truhenbank sitzen. Links Maria, im blauen Gewand und mit Krone als Himmelkönigin und als Jungfrau mit langen offenen Haaren dargestellt. Ihre Mutter Anna ist wie eine Bürgersfrau aus dem 16. Jahrhundert gekleidet, mit Haube. „Sobald die Frauen damals unter die Haube kamen, waren auch die Haare unter der Haube“, sagt Waldtraud Kock schmunzelnd. Auf ihrem Schoß steht das nackte Jesuskind.

Das Baby sieht propper aus, hat einem vollen Lockenschopf und blickt freundlich in die Welt. Es greift nach dem Apfel, den ihm seine Mutter hinhält. Die Frucht steht für die Verführbarkeit und Verfehlungen der Menschen und weist darauf hin, dass das Christuskind der Heiland alles Menschen sein und ihre Sünden auf sich nehmen wird. Alle drei Figuren tragen einen Heiligenschein, aber der des Kindes ist besonders prächtig.

Im 16. Jahrhundert war das Fresko übrigens nur eines von zahlreichen Bildern in der Kirche. Damals konnten die meisten Menschen nicht lesen, sodass die Kirchenwände quasi als biblisches Bilderbuch dienten. Freigelegt wurde das historische Anna selbdritt erst vor gut 30 Jahren während der Sanierung der St. Blasius-Kirche. Unter den Malschichten mehrere Jahrhunderte war es erstaunlich gut erhalten geblieben. Die Restauration finanzierte damals das Landeskultusministerium.

Um die Farben nicht zu beschädigen, darf das Anna selbdritt leider nicht angestrahlt werden. Wer aber Glück hat und St. Blasius bei Sonnenschein besucht, kann die traute Dreisamkeit über der Orgel bestaunen. (rud)

Passionsaltar

Seit 2010 hat der Flügelaltar aus der 2006 entwidmeten St. Aegidienkirche in Hann. Münden an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffes einen neuen Standort gefunden. Das Mittelbild zeigt die Kreuzigung Jesu, der rechte Flügel die Kreuzesabnahme und die Auferstehung.

Sturmschäden

Durch ein Sturmtief Anfang Januar 2015 wurden an zwei Stellen Ziegeln vom Dach des Gotteshauses gefegt. Eine Woche später erfolgte die Reparatur.[1]

Innenansichten

Sarkophag für Herzog Wilhelm II. (St. Blasius, Hann. Münden)
Die obere Inschrift am südöstlichen Strebepfeiler des Chores der St.-Blasius-Kirche.
FOTO: VON PEZOLD

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 16. Januar 2015: St. Blasius-Kirche: Dach decken in über 40 Metern Höhe