Städtische Werke

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Städtische Werke AG
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Basisdaten
Gründung: 1929
Sitz: Stadt Kassel
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Adresse: Königstor 3-13
34117 Kassel
Vorstand: Dr. Michael Maxelon
Dr. Olaf Hornfeck
Mitarbeiter: 897 [1]
Umsatz: 438,1 [1]
Offizielle Webseite: sw-kassel.de

Die Städtische Werke AG ist ein Energieversorgungsunternhemen aus Kassel und eine Tochterfirma der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV). Die KVV hält 75,1 % der Anteile, während die Thüga AG (Thüringer Gasgesellschaf) die restlichen 24,9 % des Kapitals hält.

Beteiligungen

Die Städtischen Werke sind mit 100 Prozent an der Städtische Werke Netz + Service GmbH[2] beteiligt, diese hat wiederum 100 Prozent der Anteile der Städtische Werke intelligent messen GmbH[3]. Darüber hinaus ist das Unternehmen mit 94,9 % an der Städtische Werke Energie + Wärme GmbH[4] beteiligt.

Produkte

Die Städtische Werke AG vertreibt bundesweit Naturstrom, der. aus skandinavischer Wasserkraft gewonnen wird. Seit dem 1. Januar 2010 versorgt das Unternehmen alle Tarifkunden bundesweit mit klimaneutralem Erdgas. Neben diesen Aktivitäten wird der Ausbau des Fernwärmenetzes sowie der Ausbau von Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien (Wind, biogene Energieträger, Solar, Wärme) konsequent vorangetrieben.

Mit den landwirtschaftlichen Partnern in Homberg (Efze), Willingshausen, Leizen, Karben und Kerstenhausen betreibt die Städtische Werke AG zusätzlich Biogasanlagen.

Bäder

Die Städtische Werke AG betreibt insgesammt vier Schwimmbäder in Kassel. Diese sind das Freibad Wilhelmshöhe, das Freibad Harleshausen und das Hallenbad Süd. Am 20. Juli 2013 wurde das Auebad nach einem Neubau wieder eröffnet.[5] Das Freibad Harleshausen wurde im Jahr 2015 umgebaut und am 30. April 2016 nach einer Bauphase wieder eröffnet.[6] Das Freibad Wilhelmshöhe wurde im Jahr 2016 saniert und öffnete pünktlich zum Beginn der Sommersaison 2017 .[7] Im Jahr 2017 nutzen 580.832 Besucher die Bäder. Allein knapp 70.000 Besucher kamen zum Schwimmen in das neu eröffnete Freibad Wilhelmshöhe.[1]

Windparks

Die Tochterfirma Windenergie Kassel Verwaltungs-GmbH projektiert, plant und baut mehrere Windparks in der Region. Sukzessive gehen bis zu 74,9 Prozent der Anteile der Windparks in die Hand von Bürgerenergiegenossenschaften und beteiligten Kommunen über[8]. Folgende Windparks sind in Betrieb:

  • Windpark Söhrewald/Niestetal: 5 Windkraftanlagen (WEA) am Standort Söhrewald und 2 WEA am Sandort Niestetal. Zusammen mit der PV-Freiflächenanlage am Sandershäuser Berg werden rund 45.500 MWh Energie pro Jahr erzeugt[9]. Die erste Anlage ging im Dezember 2013 in Betrieb.
  • Windpark Rohrberg: 5 Windkraftanlagen (WEA) mit einer geplanten Energieerzeugung von 44.000 MWh pro Jahr[10].
  • Windpark Stiftswald: zwei Windparks - mit Standorten im Kaufunger Stiftswald und östlich von Helsa.[11]
  • Windpark Kreuzstein: bis zu WEA mit einer Leistung von 27 MW. Dieser Windpark wird in Kooperation mit der SUN Stadtwerke Union Nordhessen errichtet und 2017 in Betrieb genommen.[12]

Die erzeugte Energie der Windparks sind über das Umspannwerk Stiftswald mit dem Umspannwerk Bergshausen verbunden und speisen den Strom in das Kasseler Netz ein.[13]

  • Auf dem Steinberg bei Ziegenhagen plant die SUN derzeit einen Windpark mit vier Windrädern.[1]
  • Nördlich von Kassel ist die SUN einer der Partner der Energiegenossenschaft Reinhardswald. Dort sollen in den kommenden Jahren an zwei Standorten nach derzeitigen Planungen rund 20 Windkraftanlagen entstehen.[13]

Fernwärme

Das Fernwärmenetz ersteckt sich über 171 km und weist 2.091 Anschlusstellen auf[14]. Die Fernwärme wird an mehreren Standorten im Kasseler Stadtgebiet erzeugt. Die dazu benötigen Kraftwerke werden von der Tochtergesellschaft Städtische Werke Energie + Wärme GmbH betrieben. Das Fernwärmekraftwerk Kassel sowie das Kombi-Heizkraftwerk befinden sich in der Dennhäuser Straße, das Heizkraftwerk Mittelfeld, das mit Altholz betrieben wird, befindet sich in der Holländischen Straße. Sie alle speisen die Fernwärme dort in das geschlossenen Netz ein[15]. Seit 2016 werden im Fernwärmekraftwerk Kassel Ersatzbrennstoffe biogenen Ursprungs eingesetzt.[16] Auf Grund seines geringen CO2-Anteils und des guten Primärenergiefaktors spielt Fernwärme eine große Rolle im Rahmen der Klimaschutzbestrebungen der Stadt Kassel. In den kommenden Jahren sind zielgerichtete Neuanschlüsse von Fernwärmekunden geplant.

Elektromobilität

In den letzten Jahren wurde konsequent eine flächendeckende Ladeinfrastruktur in Nordhessen aufgebaut. Inzwischen sind 51 Ladeplätze realisiert, davon allein 25 in Kassel. Das Unternehmen beschaffte zwischenzeitlich 9 E-Mobile. Für die kommenden Jahre ist Einrichtung von E-Mobilpunkten in Kassel und Umland anvisiert. Dabei sollen die Ladekarten, die das „auftanken“ der E-Mobile an den Ladesäulen ermöglichen, zu Multifunktionskarten umgewandelt werden. Von 2012 bis 2016 partizipiert das Unternehmen an dem Forschungsprojekt "FREE" zur Integration von E-Carsharing in den ÖPNV[17]. Für die kommenden Jahre sind Produktentwicklungen sowie Implementierungen zum Flotten-/Mobilitätsmanagement für Firmen unter Einbeziehung von E-Autos und E-Bikes geplant.

Energiewende Nordhessen - Konzepte / Studien

Seit 2012 werden Studien durchgeführt, wie die von der Bundesregierung vorgegebenen Ziele zur Energiewende regional umgesetzt werden könnten. Dabei sind drei Studien mit unterschiedlichen Schwerpunkten entstanden, die die das Unternehmen in Kooperation mit verschiedenen Partnern (Universität Kassel, Fraunhofer IWES bzw. SUN) durchführte[18]. Quintessenz der Studien ist, dass es möglich ist, bei entsprechenden Investitionen unter Ausnutzung aller vorhandenen Flächenpotentiale eine Überdeckung des Strombedarfs mittels dezentraler, erneuerbarer Erzeugungstechnologien in der SUN-Region zu erzielen. Bei einer technischen und ökonomischen Verknüpfung des regionalen Strom- und Wärmemarktes ergibt sich in der SUN-Region ein jährliches Wärmeerzeugungspotential von ca. 120 Prozent, vorausgesetzt, dass bis 2050 eine Ansenkung des Endenergieverbrauchs für die Wärmeerzeugung um ca. 50 Prozent bezogen auf 2011 realisiert wurde. Aufbauend auf den beiden Studien „Energiewende Nordhessen – Szenarien für den Umbau der Stromversorgung auf eine dezentrale und erneuerbare Erzeugungsstruktur“ und „Energiewende Nordhessen – technische und ökonomische Verknüpfung des regionalen Strom- und Wärmemarktes“ wurde der regionale Verkehrssektor im Gebiet der SUN-Region untersucht, um Möglichkeiten heraus zu kristallisieren, dass neben dem Strom- und Wärmemarkt auch der Verkehrsmarkt mit regionalen, erneuerbaren Energien versorgt werden kann[18].

Im Rahmen der Energiewende Nordhessen ergab eine von der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) beim IdE Institut für dezentrale Energietechnologien beauftragte Studie, dass ein von regionalen Akteuren unter Beteiligung kommunaler Partner entwickelter Windpark eine regionale Wertschöpfung erzeugt, die fast achteinhalb Mal so hoch ist wie bei einem von externen Projektierern gebauten Windpark.[19] Die Studie zeigt, dass ein Windpark mit sieben Anlagen der Drei-Megawattklasse 58 Millionen Euro regionale Einnahmen über eine 20-jährige Betriebslaufzeit generiert, wenn er von regionalen Akteuren und kommunaler Partner entwickelt wird. Unter Beteiligung überregionaler Projektentwickler bleiben lediglich rund sieben Miliionen Euro in der Region. Die Studie kann unter Regionale Wertschöpfung in der Windindustrie am Beispiel Nordhessen - Kurzfassung - abgerufen werden.

Weblinks und Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Eintrag des Unternehmens bei Wikipedia
  2. Webauftritt der Städtische Werke Netz + Service GmbH
  3. Beteiligungsorganigramm der Unternehmen der KVV, Stand 2016
  4. Webauftritt der Städtische Werke Energie + Wärme GmbH
  5. Aus HNA.de vom 20. Juli 2013: Erst Wolken, dann Sonne: Der erste Tag im neuen Auebad
  6. Aus HNA.de vom 30. April 2016: Freibad Harleshausen: Nach einem Jahr Umbau wieder eröffnet
  7. Aus HNA.de vom 1. Mai 2017: Es wird wieder geplanscht: Saniertes Freibad Wilhelmshöhe ist wieder offen
  8. abgerufen am 18.7.2016: Seit dem 23.3.2016 ist die Bürgerenergie Kassel & Söhre eG Gesellschafter der „Windpark Rohrberg GmbH & Co. KG“ mit einem Anteil von 20 %.
  9. Homepage des Windpark Söhrewald/Niestetal
  10. Homepage des Windpark Rohrbeg
  11. des Windpark Stiftswald
  12. Aus: Windenergie für Nordhessen - Energie aus der Heimat, abgerufen am 18.7.2016
  13. 13,0 13,1 Städtische Werke Kassel trotz Preisdruck und gestiegenem Wettbewerb 2016 mit solidem Ergebnis, abgerufen am 21.8.2017
  14. Website der Städtische Energie + Wärme
  15. Geschäftsbericht 2014, Herausgeber: KVV Gmbh
  16. Homepage der Städtische Werke Energie+Wärme, Rubrik "Anlagen", abgerufen am 18.7.2016
  17. Website KVG AG, Rubrik "FREE"
  18. 18,0 18,1 Website der SUN Stadtwerke Union Nordhessen Gmbh
  19. Nur mit regionalen Akteuren kann die Wertschöpfung vor Ort gesichert werden: SUN stellt IdE Studie vor, Pressemitteilung der Städtische Werke AG vom 2.6.2016