Sparkasse

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sparkassen sind öffentlich-rechtliches Kreditinstitute und gehören zu den großen Arbeitgebern in der Region Nordhessen und Südniedersachsen.

Jährlich fließen Erträge in gemeinnützige soziale, kulturelle und sportliche Aktivitäten in der Region.

Geschichte

Die Forderung nach Errichtung von Sparkassen in Kurhessen wurde von Kurfürst Wilhelm I. am 29. Juni 1821 im „Organisationsedikt“ – einer Verordnung, die Umbildung der Staatsverwaltung betreffend – erhoben. Den Kreisräten wurde aufgetragen „die Gründung von Sparkassen […] zu begünstigen“.

Die Vorsorge für die soziale Sicherheit war damit nicht mehr der privaten Initiative überlassen. Mit Hilfe kommunaler Sparkassen war sie zu einer öffentlichen Aufgabe geworden.

Beispiel Grebenstein

Am 23. März 1857 fassten zum Beispiel Stadtrat und Bürgermeister der Kleinstadt Grebenstein im heutigen Landkreis Kassel den Beschluss, der am 11. April 1857 durch ein kurfürstliches Dekret genehmigt wurde. Im September 1857 gab der Grebensteiner Bürgermeister schließlich bekannt: „[...] dass die Kasse nunmehr ins Leben treten soll und dass alle hiesigen Einwohner, welche bei der Sparkasse Einlagen machen oder Darlehen aufnehmen wollen, sich von jetzt an an einem jeden Mittwoch vormittags von 9 bis 12 Uhr auf dem hiesigen Rathaus melden können.“ [1]

Nur kurz danach, am 1. Oktober 1857, nahm die „Spar- und Creditkasse zu Grebenstein“ ihren Geschäftsbetrieb im Obergeschoss des Rathauses auf.

Abseits vom großen Sturm

Die Stadtsparkasse Grebenstein ist eine der kleinsten - und trotzte 2008 der Finanzkrise

von Barbara Will

Grebenstein. Das Haus ist schmal und hoch, vom Besprechungszimmer im ausgebauten Dachgeschoss hat man einen Blick über Grebenstein: Fachwerk, enge Gassen. Am Rathaus gegenüber mahnt eine Iinschrift "Halte Maß in allen Dingen" und so ungefähr sehen die Vorstände der Stadtsparkasse Grebenstein das wohl auch.

Mit einer Bilanzsumme von 174 Millionen Euro zählt die Sparkasse zu den sieben kleinsten in Hessen. Der Sturm in der großen Finanzwelt hat in der Bilanz keine Verheerungen angerichtet.

"2008 war ein wirklich gutes Geschäftsjahr", sagt Vorstand Horst Wanik und gönnt sich einen Seitenhieb auf Großbanken, die unter Rettungsschirme flüchten: "Wir machen nur Geschäfte, von denen wir auch etwas verstehen". Rund 5000 Menschen leben in Grebenstein, im gesamten Einzugsgebiet der Stadtsparkasse gibt es 24 000 Einwohner. Die Hüter der lokalen Ersparnisse legen konservativ an. Lohn der Bedachtsamkeit: Das Betriebsergebnis nach Bewertung, also der Berücksichtigung von Risiken, fiel mit 1,47 Millionen Euro etwas höher aus als vor Bewertung, weil Anlagen an Wert gewonnen hatten. 2007 hatten die Grebensteiner allerdings eine weniger glückliche Hand gehabt. Fast 400 000 Euro schrieb die Sparkasse damals ab.

Dieser Altlasten ledig, kletterte der Bilanzgewinn im vergangenen Jahr um 65 Prozent auf 400 000 Euro. Die Stadt Grebenstein, einziger Träger der Sparkasse, verzichtet auf den Gewinn, das Geldinstitut kann mit ihm die Eigenkapitaldecke weiter aufpolstern.

Bespöttelte Sparkassen
In Zeiten der großen Finanzstürme besann sich manch ein Sparer auf die vormals oft als betulich bespöttelten Sparkassen. Die Stadtsparkasse verwaltet heute mehr Konten als noch vor einem Jahr, die Kunden legten mehr Geld an, die Summen, die in ihren Depots lagerten, wuchsen. Auch das Kreditvolumen legte zu. Meist sind es Privatleute und Kleinbetriebe, die sich Geld bei der Stadtsparkasse leihen.

49 Beschäftigte und, neben dem Hauptsitz, sechs Filialen hat die Stadtsparkasse. "Wir müssen in die Fläche gehen, und das muss gut aussehen", sagt Vorstand Manfred Lorenz. Moderne Räume, neue Technik, elektronischer Service müssen sein.

Denn auch den Grebensteinern sitzt die Konkurrenz im Nacken. Großbanken können - zumal, wenn sie mit staatlichen Garantien unterstützt werden - Kunden mit großzügigen Zinsen locken. Mitunter sind es mehr als fünf Prozent für Tages- oder Termingeld. "Bei diesen Prozentsätzen können wir nicht mithalten", sagt Wanik.

Da bleibt die Hoffnung auf Kunden, denen die Nähe zur Bank und die Vertrautheit vor Ort wichtiger ist als ein Prozentpunkt mehr beim Zins.

Mensa-Essen per Geldkarte
Und auch der Nachwuchs soll frühzeitig Geschmack an der örtlichen Sparkasse finden: In der Mensa der örtlichen Gesamtschule können die Schüler ihr Essen per Geldkarte bestellen und bezahlen, ein Pilotprojekt, das gut angelaufen ist, sagt Lorenz.

Man setzt auf Kontinuität in Grebenstein. Vorstandsmitglied Lorenz, der zum 1. Mai mit 63 Jahren in den Ruhestand geht, arbeitete 15 Jahre in der Führungsetage. Sein Nachfolger Hans-Gerd Pape (51) ist seit 27 Jahren bei dem Geldinstitut.

aus: HNA-online vom 12.2.2009

siehe auch

Da gab’s den Reichspfennig noch: So warb die Sparkasse in Hann. Münden um Kunden. Repro: Privat/nh

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 28.7.2014: Dienen und helfen – nicht verdienen - Die Sparkasse Grebenstein vereint Tradition und Zukunft

Weblinks