Sophie von Brabant

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Sophie von Brabant wurde als zweites Kind der Heiligen Elisabeth und des Landgrafen Ludwigs IV. von Thüringen am 30. März 1224 auf der Creuzburg geboren und starb am 29. Mai 1275.

Sie war verheiratet mit Herzog Heinrich II. von Brabant und Niederlothringen und Mutter des späteren hessischen Landgrafen Heinrich I. (* 24. Juni 1244; † 21. Dezember 1308).

Thüringisch-hessischer Erbfolgekrieg

Im Jahr 1247 erlöschen die Thüringer Landgrafen im Mannesstamme mit dem Tode des letzten Landgrafen Heinrich Raspe IV. Nach dem Tod Heinrich Raspes fiel die Landgrafschaft Thüringen an Markgraf Heinrich den Erlauchten von Meißen, der durch seine Mutter von den Ludowingern abstammte. Demgegenüber versuchte Sophie von Brabant, die Mutter Heinrichs, das Erbe für ihren Sohn zu sichern. Noch im Jahr 1247 erhob sie Anspruch auf die gesamte Landgrafschaft Thüringen, da sie die letzte Nachkommin der Thüringer Landgrafen war. Ihr Mann Heinrich, der Herzog von Brabant und Lothringen, rückte in Marburg ein, um das Land für seine Frau und seinen damals vierjährigen Sohn Heinrich in Besitz zu nehmen. Sophie beweist ihr diplomatisches Geschick und überlässt ihrem Cousin, Markgraf Heinrich die Herrschaft in den thüringischen und sächsischen Gebieten der Ludowinger. Sie selbst will die Herrschaft in der Grafschaft Hessen ausüben.

Als ihr Mann überraschend im Februar 1248 verstirbt, liegt die Zukunft ihres Sohnes allein in ihrer Hand. Der Legende nach soll sie ihren Sohn Heinrich am Marktbrunnen von Marburg Bürgern, Edelleuten und Rittern als Landesherrn präsentiert haben. Nach anderen, wohl eher zutreffenden Quellen, dürfte die Vorstellung des "Kinds von Hessen" wohl eher vor dem bereits fertig gestellten Chor der Elisabethkirche stattgefunden haben. Kurz darauf lässt sie Heinrich auf einem Landtag durch die Ritter, Grafen und Amtleute zum neuen Herrn eines abgetrennten hessischen Herrschaftsbereichs erheben. Heinrich nennt sich nunmehr Landgraf von Thüringen und Herr von Hessen. Der Titel Landgraf von Thüringen wird weiterhin geführt, um Heinrichs Erbanspruch auf das gesamte Erbe der Thüringer Landgrafen deutlich zu machen.

Es folgen jedoch noch lange Auseinandersetzungen im thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg sowie mit dem Erzbistum Mainz, das seinen Machtbereich ebenfalls auf Hessen ausdehnen will, wo es ohnehin schon zahlreiche Besitzungen hat. 1250 stimmt der Markgraf von Meißen der Abtrennung Hessens endgültig zu, nachdem Sophie auf alle Ansprüche auf die Wartburg verzichtet und ihren Sohn Heinrich für die Dauer von zehn Jahren der Vormundschaft des Markgrafen unterstellt. Nachdem sich der Markgraf Heinrich am 16. Mai 1254 vom Mainzer Erzbischof mit einem Teil der mainzischen Besitzungen in Thüringen belehnen lässt, sieht Sophie die Vormundschaftsvereinbarung als verletzt an und übernimmt selbst wieder die Regentschaft für ihren Sohn. Dies lässt den hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg erneut aufflammen. Im Zuge dessen verlobt Heinrich sich 1258 mit Adelheid, der Schwester Herzog Albrechts von Braunschweig, um sich dessen Kriegshilfe gegen den Markgrafen von Meißen zu sichern.

Am 4. Mai 1261 beurkundet der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein, dass Herzogin Sophie und ihr Sohn, "der sich Landgraf der Thüringer nennt", alle Länder und Besitzungen die Heinrich Raspe IV. (König Heinrich), Sophies Onkel, vom Erzbistum Mainz zu Lehen erhalten hat, an die Mainzer Kirche zurückzugeben haben. Der Erzbischof ist der Auffassung, dass mit dem Erlöschen der Thüringer Linie im Mannesstamme auch die Lehen erloschen sind und somit von ihm eingezogen werden können. Diese Besitzungen werden nach seiner Auffassung von Sophie und Heinrich zu Unrecht gehalten und sind an ihn herauszugeben. Da Sophie, trotz der häufigen Ermahnungen seines Vorgängers Erzbischof Gerhard von Dhaun, der schließlich auch Bann und Interdikt über sie verhängte, die Besitzungen nicht an das Erzbistum zurückgegeben hat, spricht der Erzbischof in der genannten Urkunde die Exkommunikation über Sophie, ihren Sohn und ihre Helfer aus und verhängt das Interdikt über die Ortschaften in denen sie die Gerichsbarkeit ausüben. Die Urkunde ist von den Bischöfen von Worms, Speyer, Straßburg und Würzburg bezeugt.

Nach kriegerischen Auseinandersetzungen wird Heinrich im „Langsdorfer Vertrag“ von 1263 schließlich auch durch das Erzbistum Mainz, welches zuvor eine militärische Niederlage erlitten hat, die Grafschaft Hessen zugesprochen, bevor endlich ein Jahr später (1264) mit dem Markgrafen von Meißen endgültig Frieden geschlossen werden konnte. Heinrich residiert in Marburg und Kassel und baut beide Städte aus.

Landgraf Heinrich I. residierte in Marburg und Kassel und baute beide Städte aus.

siehe auch