Simryn Gill

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Migration der Menschen, Früchte und Formen

Simryn Gill wurde 1959 in Singapur geboren und lebt in Sydney. Seit 1997 ist die Künstlerin malaysischer Abstammung im internationalen Kunstbetrieb präsent.

Aus der Serie: A small town at the turn of the century. Fotos: roselyn oxley9 gallery
Simryn Gill macht Objekte und Installationen. Aber die Basis ihrer Arbeit sind Fotografien - Bilder, die selbst macht hat, die sie in Büchern und Zeitschriften gefunden hat oder die sie dem Familienfundus entnommen hat. Die Fotos machen den gesellschaftlich-kulturellen Hintergrund sichtbar, der ihr Denken geprägt hat: Koloniale Spuren, Ruinen eines in sich zusammengebrochenen Aufbruchs, importierte Moden, Früchte und Verhaltensmuster. In ihren Arbeiten schöpft Simryn Gill aus diesem Denken, um die Widersprüche von Repräsentation und Individualität sichtbar zu machen.

In einer Fotoserie porträtierte sie Menschen in ihrer typischen Umgebung. Sie anonymisierte aber die Menschen und deren Herkunft dadurch, dass sie die Köpfe unter und hinter exotischen Früchten verbarg. Diese heitere Serie zwingt den Betrachter, aus der Umgebung auf die Menschen zu schließen.

Simryn Gills Arbeit für die documenta 12 (Aue-Pavillon) "Throwback - Remade internal Systems from a Model" präsentiert auf einem langen Tisch die auseinander genommenen Teile eines Lastwagen-Antriebs. Simryn Gill zeigt allerdings nicht die Originalteile aus Metall, sondern Nachbildungen der Formen aus Naturmaterialien. So entsteht ein Gegensatz zwischen den strapazierfähigen Bauteilen und ihren zerbrechlichen Nachbildungen. Das Getriebe stammt aus einem in Indien gefertigten Lastwagen, dessen Bauweise auf Mercedes zurückgeht. Also kehren die Formen in das Ursprungsland ihrer Entwicklung zurück.

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