Simon Louis du Ry

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Museum Fridericianum in Kassel
(Foto: Günther Pöpperl)

Simon Louis du Ry, Sohn des Baumeisters Charles du Ry, ist sicherlich der Bedeutendste der aus Frankreich stammenden hugenottischen Baumeisterfamilie du Ry.

Simon Louis du Ry wurde am 13. Januar 1726 in Kassel geboren, wo er am 23. August 1799 auch starb. Zu Lebzeiten war er Kasseler Oberhofbaumeister und Architekt. Heute gilt er als einer der bedeutenden Baumeister des Klassizismus.

Leben und Werk

Geschichte

Nach Ausbildung in Stockholm und Bildungsreisen nach Frankreich und Italien kehrte Simon nach Kassel zurück und wurde nach dem Tod seines Vaters 1757 Oberhofbaumeister des Landgrafen (zunächst Landgraf Wilhelm VIII., ab 1760 Landgraf Friedrich II.).

Mit ihm hält der Klassizismus Einzug in Kassel. Wichtigstes und heute (nach dem Wiederaufbau) noch zu sehendes Exponat dieses Stils ist das Fridericianum (Fertigstellung 1779), das er im Auftrag von Friedrich II. als erstes der Öffentlichkeit zugängliches Museum schuf.

Es nahm die Kunstsammlungen auf, die zum großen Teil von Wilhelm VIII., dem Vater Friedrichs II., zusammengetragen worden waren und die heute in Wilhelmshöhe zu bewundern sind.

Aue-Tor, Aufnahme nach 1907

Nachdem nach der Beendigung des Siebenjährigen Kriegs (1756 - 63) im Auftrag des Landgrafen die Befestigungsanlagen geschleift worden waren, gestaltete Simon Louis du Ry die freigewordene Fläche mit Bau des runden Königsplatzes, des Friedrichsplatzes und der Königsstraße (die Benennungen weisen auf des Landgrafen Onkel Landgraf Friedrich I., den schwedischen König, hin). Dadurch gelang die Verbindung der Altstadt mit der barocken Neustadt.

Weitere noch vollständig erhaltene Exponate der Arbeit Simon Louis du Ry´s sind die 1792 fertig gestellte Kirche zu Kirchditmold oder der nahe der Kasseler Orangerie in den Jahren 1765/ 66 errichtete Küchenpavillon.

Der Turm der Kiche in Kirchditmold, bei dem 1792 ein Geschoss weggelassen worden war, wurde nach einem Brand 1911 nach den Originalplänen du Ry´s mit dem zuvor geplanten weiteren Geschoss wieder aufgebaut.

In Hofgeismar entstand das Schlösschen Schönburg im Park Gesundbrunnen („Montcherie“, erbaut 1787-1789) im klassizistischen Baustil nach seinen Plänen. Es diente ursprünglich als Wohnsitz von Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel (seit 1803: Kurfürst Wilhelm I.) während seiner Aufenthalte in den Sommermonaten in Hofgeismar und beheimatet heute die Evangelische Akademie Hofgeismar.

Ebenso war er beteiligt am Bau des Schlosses Wilhelmshöhe, bei dem nach seinen Plänen die Seitenflügel (Weißenstein- und Kirchflügel) zwischen 1786 und 1792 entstanden. Seine Pläne für den Mittelbau wurden aber verworfen; gegen die endgültigen Entwürfe von H. Chr. Jussow, bei denen er keine Einheit mit den Seitenflügeln mehr sah, widersetzte er sich vergeblich.

Leider ist durch die Katastrophe des II. Weltkriegs das Meiste unwiederbringlich verloren gegangen, und beim Wiederaufbau von Kassel fehlte vielfach das Bekenntnis zur eigenen Geschichte. Aber wer mit offenen Augen durch Kassel geht, wird immer wieder auf den Namen du Ry stoßen.

Werke

Schloss Wilhelmshöhe
Schloss Wilhelmsthal in ländlicher Umgebung

In die Zeit als Kasseler Hofbaumeister fallen zahlreiche Aufträge, von denen nachfolgend einige Beispiele aufgeführt werden:

Weiterhin war Simon Louis du Ry an der Ausführung und Realisierung weiterer Bauwerke beteiligt, wie etwa:

siehe auch

Hofgeismar - Schösschen Schönburg, heute Evangelische Akademie

Weblinks