Sigmund Dispeker

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sigmund Dispeker war von 1919 bis 1932 Redakteur beim Casseler Tageblatt. Bekannt war er vor allem wegen seiner Kolumnen, die als Casseler Spaziergänge gedruckt wurden.

Stadtarchivar Frank-Roland Klaube hat einige davon zusammen mit den Lebenserinnerungen des Jornalisten in einem Buch veröffentlicht. (erhältlich im Stadtarchiv Kassel, Wildemannsgasse 1). Sigmund Dispeker starb 1961 in Haifa.

Im März 1933 flüchtete Sigmund Dispeker mit seiner Frau Blanche und dem damals dreijährigen Hans-Lothar vor den Nazis aus der Stadt Kassel. Als Jude war er von einem überaus geachteten Redakteur des Casseler Tageblatts über Nacht zur Unperson geworden.

Auf einem Schiff des Roten Kreuzes kam die Familie im Hafen von Haifa an. Elf lange Jahre nachdem die Familie aus Kassel vertrieben wurde. „Es war eine Odyssee durch Frankreich und Spanien“, sagt Sohn Joel Dorkam. Mehrfach wurden seine Eltern interniert und der Junge in ein Waisenhaus gesteckt. Juden waren fast nirgends willkommen. Die drei Dispekers hatten Glück und schafften es trotzdem bis nach Palästina.

Deutschland bezeichnete Sigmund Dispeker als sein verlorenes Vaterland. Laut seinem Sohn ist er auch in Israel ein Kasseler Patriot geblieben.

(Quelle: HNA vom 19. Juni 2008)

siehe auch

Jüdische Gemeinde - Gemeinden mit wechselvoller Geschichte

Arzt flüchtete in der Nacht| Boykott jüdischer Geschäfte| Gedenkstätte Breitenau| Grüsener Juden| Jüdischer Friedhof in Bettenhausen| Jüdischer Friedhof in Hofgeismar| Jüdische Gemeinde in Hofgeismar| Heinemann Goldschmidt| Julius Heilbronn| Lilli Jahn| Sigmund Dispeker| Stiftungen| Trendelburg - Mikwe| 1938| 1939| 1940| 1941| 1942| 1943| 1944| 1945| Artikel zur Kapitulation 1945|

Weblinks