Schwarzenborn

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Schwarzenborn
Aussichtsturm des Knüllköpchens.jpg
Aussichtsturm auf dem Knüllköpfchen
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 1.061 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34639
Vorwahl: 05686
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung: Marktplatz 1
Website: www.schwarzenborn.de
Bürgermeister: Jürgen Kaufmann (SPD)

Schwarzenborn ist eine Kleinstadt im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen.

In der (nach der Einwohnerzahl) kleinsten Stadt Hessens im Knüllwald leben etwa 1.150 Einwohner.

Geografie

Lage

Die Kleinstadt liegt im Schwalm-Eder-Kreis südlich von Frielendorf und der Kreisstadt Homberg (Efze) im Knüllgebirge.

Bei der Stadt liegt das Knüllköpfchen, mit 634 m die höchste Erhebung im Knüll.

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus den beiden Stadtteilen Schwarzenborn und Grebenhagen.

Durch Grebenhagen fließt die Efze.

Geschichte

Das Städtchen blickt auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück. Historischen Funde auf dem heutigen Gebiet von Schwarzenborn und Grebenhagen finden sich aus der Jungsteinzeit in Grebenhagen auf dem „Hahnenbalz“ und am „Eichelgarten“ (Aschenberg), aus der Bronzezeit (2000 bis 1000 v.Chr.) mit einem Hügelgrab an der Donnerkaute, am Fuße des Eisenbergs oder aus dem Anfang der Eisenzeit mit einer Gruppe von Hügelgräbern am Warzenberg.

Die früheste urkundliche Erwähnung Schwarzenborns findet sich in der Schlitzer Chronik zu Beginn des 9. Jahrhunderts.

In der Zeit von 1297 bis 1305 wurden von dem Mainzer Erzbischof Gerhard II. und dem Grafen von Ziegenhain in Scharzenborn die Kirche und Pfarrei errichtet.

Die genauen Gründungsdaten der Stadt Schwarzenborn sind ungewiß. Indirekt werden in einem Kaufvertrag aus 1329 die Stadtrechte dokumentiert, als der damalige Pfarrer und Schultheiß den Verkauf von Land an das Kloster Immichenhain bezeugen.

Schon zuvor war die Burg Schwarzenborn neben der neu erbauten Kirche als Schutzburg errichtet worden.

Im Sternerkrieg wurde Schwarzenborn im Jahre 1370 zerstört.

Als der letzte Graf von Ziegenhain, Johann II. der Starke (1401-1450) kinderlos starb, vermachte er seinen Besitz an Landgraf Ludwig I. und auch Schwarzenborn wurde hessisch.

Die Schwarzenbörner Kirche entstand bereits im Zuge der planmäßigen Anlegung der Stadt im 14. Jahrhundert. Der Turm der Kirche, die dem heiligen Jakobus geweiht war, wurde im romanischen Stil begonnen, das Kirchenschiff im gotischen Stil fortgesetzt.

Unter dem Dreißigjährigen Krieg hat Schwarzenborn sehr gelitten. Die Stadt wurde ausgeplündert und abgebrandt. Nach dem Krieg stand die Kirche dann über 60 Jahre als Ruine, bevor sie wiederhergestellt wurde.

Das Rathaus des Fachwerkstädtchens entstand im frühen 18. Jahrundert als großformatiges Fachwerkgebäude mit drei Geschossen.

Meyers Konversationslexikon (Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892) beschreibt Schwarzenborn als Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain, an der Efze und im Knüllgebirge, 476 m ü. M., hat Viehzucht und (1885) 899 Einwohner.

Am 1. August 1879 fuhren auf der Eisenbahn-Strecke TreysaLeinefelde die ersten Züge der Berlin - Koblenzer - Eisenbahn. Nächster Bahnhof für Schwarzenborn war Frielendorf.

Seit Juli 1907 wurde der Eisenbahnverkehr auf der Strecke TreysaOberaulaHersfeld aufgenommen mit den nahegelegenen Bahnhöfen in Oberaula, Olberode und Neukirchen.

In der Ortschronik wurde am 3. April 1916 nachmittags um 15.30 Uhr der Niedergang eines Meteors vermerkt. Später wurde am Waldrand bei Rommershausen eine silberglänzende sechsseitige Eisenmasse mit einem Durchmesser von 30 cm und einem Gewicht von 1 ½ Zentnern ausgegraben.

Im Jahre 1934 erbaute die SA auf dem Knüll ein Trainingslager, welches 1936 die Wehrmacht übernahm. Im Jahre 1951 installierte die US-Armee eine Radarstation auf dem Knüll nahe dem Knüllköpfchen. Am 9. November 1956 übernahm die Bundeswehr den Truppenübungsplatz.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen erfolgte zum 1.1.1974 der Zusammenschluss von Schwarzenborn mit der Gemeinde Grebenhagen.

> Zur Geschichte von Scharzenborn

Kirchen

Posaunenchor

  • Im Mai 1914 gründet sich der Posaunenchor Schwarzenborn. Ursprünglich als Evangelischer Jünglings- und Männerverein Schwarzenborn unter Leiter von Pfarrer Paulus.
  • Im Jahr 19221 übernimmt Wachtmeister Sandrock die Leitung. Mit ihm unternehmen die Bläser ihren ersten Ausflug. Auf einem Leiterwagen fahren sie zur Edertalsperre. Häufig spielt die Gruppe bei Einweihungsfeiern von Kriegerdenkmalen.
  • Auf Leiter Sandrock folgt Georg Schmidt als Chorleiter, im Jahr 1938 schließlich Karl Marx. Ihm gelingt es, während des Zweiten Weltkriegs eine kleine Gruppe an spielfähigen Bläsern zu erhalten. 1969 verstirbt Marx plötzlich, die Leitung übernimmt Justus Liebermann, der die Geschicke des Chores 35 Jahre lenkt, bis zum Jahr 2005.
  • Fünf Jahre zuvor gründen Jürgen und Karin Liebermann einen Jungbläserchor mit 13 Jugendlichen. * Jürgen Liebermann übernimmt im Jahr 2005 die Leitung des gesamten Chors.
  • Im Jahr 2007 entscheidet sich der Chor, die Frauenquote unter den Bläsern zu steigern. Sieben Frauen und zwei Männer im Alter um die 40 erlernen hierfür ein Instrument.

Seit Februar 2013 ist der Chor ein eingetragener Verein.

Knüll-Kaserne

Knüllköpfchen und Bogler-Kate

Tafel am Knüllturm

Auf der Kuppe des Knüllköpfchens, der mit 634 m die höchste Erhebung im Knüll, steht der 1978 erbaute, 12 m hohe Aussichtsturm Knüllturm.

Bei schönem Wetter bietet sich vom Knüllturm ein beeindruckender Rundumblick über Knüll, Vogelsberg, Rothaargebirge bis hin zum Meißner und Thüringer Wald.

Am Knüllköpfchen wohnte der Maler Friedrich Wilhelm Bogler - auch Textilgestalter, Dichter und Vater eines Marionettentheaters - seit 1929 in einem selbstgebauten Haus, der sog. Bogler-Kate. Dort befindet sich heute die Jugendherberge.

Weiterhin findet hier alljährlich das überregional besuchte Sommermusikfest statt.

Partnergemeinde

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister von Schwarzenborn ist Jürgen Kaufmann.

Wahlkreise

MdB: Dr. Edgar Franke

MdL: Günter Rudolph

Schulen

  • Grundschule "Knüllköpfchenschule" (Schulstraße 9, 34639 Schwarzenborn)

Schwarzenbörner Streiche

Bekannt ist die Kleinstadt auch durch die "Schwarzenbörner Streiche": hier soll es vorgekommen sein, dass man mit Säcken das Licht einfing und dann versuchte, mit dem eingefangenen Licht einen dunklen Raum zu beleuchten ...

Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten in dem Fachwerkstädtchen Schwarzenborn mit gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtgrundriss sind die evangelische Kirche im Ortsmittelpunkt und das benachbarte ca. 300 Jahre alte historische Rathaus. Erhalten geblieben sind auch einige Teile der ehemaligen Stadtmauer,

siehe auch

Video: Zu Besuch bei den Milchkühen in Schwarzenborn

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehren in Schwarzenborn und Grebenhagen
  • TSV 1908 Schwarzenborn e. V.

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Weblinks


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WappenSchwalmEderKreis.jpg

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