Schwälmer Tracht

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Lange Zeit glaubten Volk und Wissenschaft daran, dass das Vorbild für das "Rotkäppchen" im Märchen der Brüder Grimm nur ein junges Mädchen in seiner "Schwälmer Tracht" gewesen sein konnte.

Die Ähnlichkeit ist immerhin vorhanden. Die Tracht besteht in der Schwalm unter anderem aus einem etwa tassengroßen Käppchen über dem mittig auf dem Kopf zusammengeflochtenen Haar (dem "Schnatz"). Auf dem zusammengeflochtenen Haar wird das Käppchen, das runde "Betzel" aufgesetzt, das von unverheirateten Mädchen in rot getragen und erst bei der Hochzeit gegen eine schwarze Betzel mit dunkel gesticktem Deckel ausgetauscht wird.

Wahrscheinlich hat die typische Schwälmer Tracht jedoch ihren Ursprung in Ungarn und ist durch die Heilige Elisabeth (die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. und spätere Landgräfin von Thüringen) über Eisenach nach Marburg und auch in den Schwalm-Eder-Kreis gelangt.

Noch heute wird dort zuweilen die traditionelle Kleidung bei besonderen Anlässen getragen, wobei die Besonderheiten beim zeitaufwändigen Anlegen der Tracht von der Mutter auf die Tochter weitergegeben werden.

Selbst die Farbe und die Anzahl der übereinander liegenden Röcke, so heißt es, werde mit Bedacht gewählt. Zumindest in früheren Jahren galt: je mehr Röcke es waren, umso grösser war der Reichtum der Trägerin.

Die Schwälmer Tracht wurde vom Deutschen Trachtenverband zur "Tracht des Jahres 2009" gewählt.

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