Schule für Körperbehinderte

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Die Alexander-Schmorell-Schule Kassel (Grenzweg 10, 34125 KS) ist die städtische Schule für Kinder und Jugendliche mit körperlichem oder motorischem Förderbedarf. Zurzeit besuchen 193 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 6 und 19 Jahren diese Einrichtung, die nach den Richtlinien und Lehrplänen der Schule für Praktisch Bildbare, der Schule für Lernhilfe sowie der Grundschule und der Hauptschule arbeitet. Neben den in den vergleichbaren Schulformen unterrichteten Fächern stehen vor allem motorische und musische Angebote im Vordergrund.

Die Alexander-Schmorell-Schule ist eine Ganztagsschule (8.30 Uhr bis 15.30 Uhr, Freitag bis 12.40 Uhr) mit Mittagstisch (Frisch zubereitete Kost des Berufsbildungswerkes Kassel). Dienstags ist nachmittags Wahlunterricht, donnerstags Wahlpflichtunterricht.

Die Schule verfügt über ein differenziertes spezielles Raumprogramm (Schwimmbad, Sensoraum, Snoezelraum, Fachräume, Computerräume etc.) sowie über fachlich qualifiziertes Personal unterschiedlicher Arbeitsfelder. So gehören die Therapiearten Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie ebenfalls zum schulischen Angebot. Angegliedert ist ein Beratungs- und Förderzentrum für den Bereich körperliche und motorische Entwicklung. Es steht Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Kindertagesstätten und Betroffenen kostenfrei zur Verfügung.

Ansprechpartner:

Karl Ludwig Rabe (Schulleiter)

Heike Burger (Konrektorin)

Andreas Rogge (Zweiter Konrektor), alle unter 0561/813028 erreichbar


Geschichte

01.02.75 Organisatorische Trennung der Schule für Körperbehinderte von der August-Fricke-Schule. Die Schule umfasst 45 Schüler, die in 6 Gruppen unterrichtet werden. Da das Schulgebäude am Königstor zu klein ist, werden 2 Gruppen körperbehinderter Schüler im Rehabilitationszentrum am Grenzweg untergebracht. Die Stadt Kassel plant in Zusammenarbeit mit dem Landkreis den Neubau einer Schule für Körperbehinderte in der Nähe des Rehabilitationszentrums am Grenzweg.

Sept. 75 Die Schule für Körperbehinderte nimmt 12 Schulanfänger und 4 Quereinsteiger auf. Für 10 Klassen stehen 7 Räume zur Verfügung. Der Unterricht erfolgt in der Fricke-Schule, der Luisenschule bzw. der Lückert-Schule und im Behandlungszentrum am Grenzweg. Der von der Stadt Kassel geplante Neubau ist inzwischen fraglich geworden. Es wird hingegen von einer Notlösung in der ehemaligen Flakkaserne Hasenhecke gesprochen.

10.02.76 Umzug der Schule in die ehemalige Flakkaserne, deren linker Flügel für Schulzwecke umgebaut wurde. Einige Klassen sind zudem noch im Behandlungszentrum am Grenzweg untergebracht.

20.08.76 67 Schüler besuchen die Schule für Körperbehinderte. Für 11 Klassen stehen nur 10 Räume zur Verfügung. Es wird eine „Wanderklasse“ eingerichtet.

19.09.76 In Hessisch Lichtenau findet das 1. nordhessische Sportfest für Körperbehinderte statt. Von unserer Schule nehmen 22 Schüler teil.

28.02.78 Die Stadt Kassel und das Kultusministerium sprechen sich für den Neubau einer Schule für Körperbehinderte am Grenzweg aus. Derweil besteht für die Schule eine ständige Raumnot. Es fehlen 4 Klassenräume, 1 Lehrerzimmer und sämtliche Fachräume.

78/79 Die Gesamtschülerzahl beträgt 94. Es werden weitere Räume von 22,5 qm Fläche im Gebäude am Grenzweg angemietet.

10.09.79 Die Kasseler Stadtverordnetenversammlung beschließt die Aufnahme 4-6-jähriger Kinder in die Schule für Körperbehinderte und gleichzeitig die Umwandlung in eine Ganztagsschule.

80/81 Mit Ausnahme der 1. Etage im Westflügel übernimmt die Schule das gesamte Gebäude. Die Übernahme ist mit umfangreichen Reparaturarbeiten verbunden (ca. 900.000 – 1.000.000 DM); den Löwenanteil verschlingt das undichte Flachdach. Die Schule hat mittlerweile 21 Schulklassen und 3 Vorschulklassen.

Nov. 80 Die Eltern der Kinder der Schule für Körperbehinderte rufen einen Förderverein ins Leben, um die Erziehungsarbeit der Schule zu unterstützen.

81/82 Am 1. Kasseler Internationalen Spastikersportfest (Deutschland-England) beteiligen sich auch 5 Schüler der Schule.

31.01.82 Die bisherige Schulleiterin, Frau Kuwilsky, wird in den Ruhestand versetzt.

01.02.84 Herr Dengler wird neuer Schulleiter.

84/85 Die Schule erhält einen eigenen Namen. Nach einem Vorschlag aus dem Kollegium wird sie nach Alexander Schmorell benannt, einem führenden Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ während der NS-Zeit. Das Kollegium erarbeitet in intensiven Denk- und Diskussionsprozessen pädagogische Grundsätze für die Arbeit: Heterogenität der Lerngruppen, Kooperation von zwei oder mehreren Klassen, Kooperation der verschiedenen Berufsgruppen, Team- und Fördergespräche. Ein Raumplan für einen Um- und Erweiterungsbau, der für ca. 100 Schüler ausgelegt ist, wird erstellt. Danach werden alle Klassenräume in Anbindung an das bestehende Gebäude neu errichtet. Das bisher genutzte Gebäude wird zu einem Fachtrakt umgestaltet.

85/86 152 Schüler werden in 24 Klassen unterrichtet. Im Mittelpunkt aller Bemühungen seitens des Kollegiums steht die dringende Forderung nach zusätzlichen Therapeuten an den Schulen für Körperbehinderte. Zum 01.01.86 wird die Schule Zivildienststelle. Das Genehmigungsverfahren für den Erweiterungs- und Umbau der Schule wird eingeleitet, die schulaufsichtliche Zustimmung erteilt.

88/89 Endlich liegen die Zustimmungen aller Gremien für den Erweiterungsbau vor. 17 Klassenräume und 1 naturwissenschaftlicher Raum sind vorgesehen. Im Altbau sollen alle weiteren Fachräume und die Verwaltung untergebracht werden.

89/90 Das Land Hessen stellt den Schulen für Körperbehinderte 10 weitere Erzieherstellen zur Verfügung. Die ASS erhält zum 01.08.89 drei Stellen mit der Möglichkeit, diese auch mit Therapeuten zu besetzen. Am 18.09.89 findet die Grundsteinlegung und am 29.01.90 das Richtfest für den Neubau statt.

90/91 Es werden 120 Schüler unterrichtet. Die Fertigstellung des Neubaus zögert sich bis zum Ende des Schuljahres hin. Die offizielle Einweihungsfeier findet am 21.06.91 statt. Bereits zum 01.05.91 mussten die Räume der Hasenhecke geräumt sein.

91/92 Es werden 124 Schüler in 14 Klassen unterrichtet. Durch den Umzug in den Neubau hat sich die räumliche Situation entscheidend gebessert. Im Januar 1992 beginnt der Umbau des Altbaus.

92/93 Anlässlich der Fertigstellung des Umbaus findet am 09.12.92 eine Einweihungsfeier der neuen Fachräume statt.

93/94 Im Mai 1994 findet die erste Projektwoche an der Schule statt. Schüler und Mitarbeiter bemühen sich in dieser Woche, die noch unansehnliche Außenanlage durch entsprechende Projekte zu gestalten bzw. zu verschönern. Die 1. Ausgabe der Schülerzeitung „Kunterbunter Alex“ erscheint im Juli 1994.

Juli 97 Herr Dengler wird in den Ruhestand versetzt.

16.3.98 Herr Rabe wird neuer Schulleiter.

Dez. 98 Die Schule nimmt an der Spendenaktion „Für ein Kinderlachen“ teil. U.a. werden eine Rollstuhlschaukel und ein neuer Bus gespendet.

Sept. 00 Die Schule feiert ihr 25-jähriges Jubiläum.

2000/01 Mit der Partnerschule in Halifax/England findet ein Schüleraustausch statt. 2001/02 Mit Beginn des neuen Schuljahres ist die Renovierung des Westflügels beendet. Somit stehen der Schule weitere Klassen- und Differenzierungsräume zur Verfügung.

Die Alexander-Schmorell-Schule ist eine Sonderschule mit Ganztagsbetrieb. Montag bis Donnerstag findet der Unterricht von 8.30 bis 15.30 Uhr statt, freitags von 8.30 bis 12.40 Uhr. Ab 7.45 Uhr ist die Aufsicht in der Schule gewährleistet, so dass ein gleitender Übergang in die Unterrichtszeit stattfindet.

Der Unterricht ist in einzelnen Blöcken wie folgt rhythmisiert: (neue Zeiten seit Einführung des Ganztagsschulstatus)

  • 08.30 – 10.00: 1. Block mit Frühstückspause
  • 10.00 – 10.20: Pause
  • 10.20 – 11.40: 2. Block
  • 11.40 – 12.00: Pause
  • 12.00 – 12.40: 3. Block
  • 12.40 – 13.40: Mittagspause einschließlich Verpflegung
  • 13.40 – 15.30: 4. Block mit dazwischen 15 Minuten Pause

Die Schule bietet neben den Klassenräumen eine Vielzahl an weiteren Unterrichts- und Fachräumen: Lehrküche, naturwissenschaftlicher Raum, Textilraum, Werkraum, Foto-Labor, Computerräume, Musikraum, Gymnastikhalle mit integrierter Kletterwand und Airtramp, Schwimmbad, Schmetterlingsbad, Räume für Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Nasstherapie, Schaukelraum, Snoezelenraum, Heilpädagogenraum sowie Schülerbücherei. Das Schulgelände umfasst weiterhin einen reichhaltig ausgestatteten Schulhof mit vielfältigen Spiel- und Bewegungsangeboten sowie einen Schulgarten.

Als zusätzliches Nachmittagsangebot besteht an zwei Wochentagen von 13.00 bis 16.00 Uhr eine klassenübergreifende Spiel- und Betreuungsgruppe, die ehrenamtlich von einer Mutter mit Unterstützung durch Zivildienstleistende und Praktikanten geleitet wird. Die Ausweitung des Nachmittagsangebots (sowohl im unterrichtlichen Bereich als auch in Form einer betreuten Hortgruppe) wird dabei als ein dringliches Problem angesehen.

Für Ausflüge und Klassenfahrten stehen zwei behindertengerechte Busse zur Verfügung, die vom Förderverein unterhalten und finanziert werden.

siehe auch