Schmillinghausen

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Die Kirche in Schmillinghausen - links das Geburtshaus der Schriftstellerin Christine Brückner

Schmillinghausen ist ein Stadtteil von Bad Arolsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geografische Lage

Schmillinghausen liegt im Norden von Arolsen im Waldecker Land, umgeben von Wäldern und Wiesenschluchten.

Geschichte

Vermutlich wurde eine Siedlung bereits in der Zeit zwischen 400 und 800 n. Christus gegründet.

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahre 1312, als Schmillinghausen zum selbstständigen Pfarrdorf ernannt wurde.

Kirche

In der evangelischen Kirche, einer barocken Saalkirche aus dem 17. Jahrhundert - der Westturm enthält Reste des mittelalterlichen Turms - befindet sich ein sehenswerten Kanzelaltar aus der Zeit des Rokoko, einer der bedeutendsten im ehemaligen Fürstentum Waldeck.

Persönlichkeiten

Bedeutende Nachkriegsautorin: Christine Brückner aus Schmillinghausen

In Schmillinghausen wurde Christine Brückner 1921 geboren, und hier liegt die 1996 in Kassel verstorbene Autorin auch begraben. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit.

Nach Abitur und Kriegseinsatz studierte die Pfarrerstochter in Marburg. Dort leitete sie im Hungerjahr 1946/47 die Mensa. Christine Brückners erster Roman "Ehe die Spuren verwehen" gewann 1954 bei einem Wettbewerb den ersten Preis.Von da an war sie hauptberuflich als Schriftstellerin tätig.

Nach häufigen Ortswechseln lebte sie in Kassel, wo sie 1967 den Schriftsteller Otto Heinrich Kühner, heiratete. Brückners bekannteste Werke sind die Trilogie "Jauche und Levkojen", "Nirgendwo ist Poenichen" und "Die Quints" sowie "Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen". Neben Romanen, Erzählungen, Essays und Theaterstücken schrieb sie auch Kinder- und Jugendbücher.

Von 1980 bis 1984 war Brückner Vizepräsidentin des deutschen P.E.N, der Schriftstellervereinigung. 1982 wurde sie mit der Goethe-Plakette des Landes Hessen ausgezeichnet, 1990 mit dem Hessischen Verdienstorden, 1991 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1996 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz. Die Stadt Kassel ernannte sie zur Ehrenbürgerin.

Nach Schmillinghausen, einen Stadtteil von Bad Arolsen, kehrte die Künstlerin, von den Bewohnern liebevoll Pastors Christel genannt, immer wieder gerne zurück, besuchte dort ihre Kirche. Anfang der 1990er Jahre stifteten sie und ihr Mann dem Gotteshaus die Noeske-Orgel. Christine Brückner starb am 21. Dezember 1996, nur wenige Wochen nach dem Tod ihres Mannes Otto Heinrich Kühner. Das Dichterhaus in der Hans-Böckler-Straße in Kassel, in dem das Paar lange Zeit lebte und arbeitete, kann heute besichtigt werden. Doch auch ihrem Heimatort hat die Künstlerin durch ihr Leben und Werk zu Berühmtheit verholfen: Ihre Geburtsstätte, das Schmillinghäuser Pfarrhaus, sowie ihr Grab auf dem Friedhof (an der Seite ihres Mannes) ziehen alljährlich viele Literaturfans in den Bad Arolser Stadtteil.

Wer möchte, kann im wörtlichen Sinne auf den Spuren der Schriftstellerin wandeln: Im September 2002 wurde der Christine-Brückner-Weg eingeweiht. Er führt Wanderer vom Bad Arolser Schloss, am Fischhaus und der Himmelswiese vorbei, zum Schmillinghäuser Forsthaus und zum Pfarrhaus.

- Artikel aus der HNA - Waldeckische Allgemeine vom 6. April 2004 (in der Serie "Die besten Waldecker") -

siehe auch

Eingang zur Kirche

Weblinks



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