Schlosskirche Philippsthal

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Schlosskirche Philippsthal

Inmitten des Dorfes Philippsthal an der Werra liegt das Schloss der Landgrafen von Hessen-Philippsthal mit den Resten des ehemaligen Zisterzienzerinnenklosters Kreuzberg und der geräumigen ehemaligen Klosterkirche, einer Säulenbasilika, deren Entstehung in das 12. Jahrhundert zurück reicht.

Bauwerk und Geschichte

Im Jahre 1191 wird das ehemalige Benediktinerinnenkloster Kreuzberg erstmals urkundlich erwähnt, das im Zuge der Reformation säkularisiert wurde. Bis heute erhalten geblieben ist die ehemalige Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert, heute ein evangelisches Gotteshaus.

Die romanische Klosterkirche entstand als symmetrische Basilika mit Rundbögen.

Bis heute findet sich in der Kirche - links neben dem Altar - ein gotischer Taufstein aus rotem Sandstein auf sechseckigem Fuss.

Im Jahr 1524 ist in alten Urkunden das letzte Mal von einer Äbtissin zu Kreuzberg die Rede. 1526 verließen dann die letzten Nonnen das Kloster. Die Einkünfte des Klosters und die Kirche fielen nach dem Tode des letzten Kreuzberger Propstes Crato von Weiffenbach im Jahre 1593 an das Haus Hessen. Der Probst hatte zu seinen Lebzeiten die Kanzel der Kirche gestiftet, die am oberen Rand die Widmung trägt: CRATO DEKANUS POSUIT ANNO 1581.

Nach etwa weiteren hundert Jahren entstand aus der alten Klosterkirche dann die Schlosskirche. Unter Philipp von Hessen (aus der Linie Hessen-Philippsthal), einem Sohn von Landgraf Wilhelm VI., wurde im 17. Jahrhundert am Ort des ehemaligen Klosters ein Schloss mit Schlosspark errichtet, das den Namen "Philippsthal" erhielt.

Der Altar der Schlosskirche besteht aus einem Steinblock und einer Steintafel und trägt die Jahreszahl 1735. Während der Umgestaltung des Klosters in eine fürstliche Residenz wurde 1733 auch die sogenannte Fürstenloge gebaut, deren Fenster mit Versen aus dem 101. Psalm beschriftet wurden. In der ehemaligen westlichen Vorhalle unter dem Turm entstand 1743 eine Familiengruft.

Die heute evangelische Schlosskirche verfügt über eine Barockorgel. Es findet eine rege Konzerttätigkeit statt.

Bei der Dachsanierung von Mai 2011 bis August 2012 wurden insgesamt 800 000 Euro verbaut, davon finanzierte 100000 Euro die Denkmalpflege, die restlichen 700000 Euro die evangelische Landeskirche. Unter anderem mussten kunstvoll verzierte Balkenteile ausgetauscht werden, die verfault waren. Sie wurden aus denkmalpflegerischen Gesichtspunkten durch sehr alte Holzstücke ersetzt, die anschließend von dem Restaurator Manfred Lausmann aus Hann. Münden bemalt wurden. [1]

Kirchenglocken

Die größere und ältere der beiden Glocken im Glockenturm mit der Inschrift O rex gloriae veni cum pace erklingt im Ton fis, während die kleinere Glocke im Ton a ertönt. Sie trägt die Inschrift Ut tua salvifico pascantur pectora verbo et voce et senitu plebs Joachim agit 1605 (damit dein Herz sich ergötze durch das heilbringende Wort und Stimme und Klang, o Volk, betreibt – läßt sich gießen – Joachim 1605). Offenbar ist damit Joachim Roell gemeint, der letzte Abt des Stiftes Hersfeld.

Die Glocke ist reich verziert und in einem Wappen sind zu erkennen: Bischofsmütze, Hersfelder Kreuz, ein Flügel sowie heraldische Lilien. [2]

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus hersfelder-zeitung.de vom 24. August 2012: Die Sanierung in Bildern
  2. Homepage der Schlosskirche Philippsthal vom 19.11.2012