Burg Waldeck

Aus Regiowiki
(Weitergeleitet von Schloss Waldeck)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Auf Burg Waldeck
Burg Waldeck - Ansicht mit Bergfried

Burg Waldeck erhebt sich 200 m über dem 27 km langen Edersee, als trutzige Burg, einst Stammsitz der Grafen von Waldeck, die hier bis ins 17. Jahrhundert residiert haben, bevor ihre Residenz nach Bad Arolsen verlegt wurde.

Im Laufe der Jahrhunderte diente die Burg unterschiedlichen Zwecken und war unter anderem Festung, Kaserne oder auch Zuchthaus. Heute erfreuen sich ihre Besucher an friedlichen Zwecken (Museum, Hotel und Restaurant) sowie dem herrlichen Ausblick auf den Edersee und die Edertalsperre.

Aktuelle Ansichten gibt es über eine Webcam.

Das vermeintliche Schloss Waldeck

Wussten Sie schon, dass Schloss Waldeck eigentlich gar kein Schloss, sondern nur eine "Burg" ist ?

Das hat auch der WDR richtig erkannt, der in seinem Filmbeitrag "Wildes Siegerland" (u. a. auch über den Edersee und Waldeck) das vermeintliche Schloss richtigerweise als "Burg" - Waldeck beschrieben hat. Nur die HNA und der HR berichten auch weiterhin von einem Schloss in Waldeck.

Burgen wurden im ca. 11. Jahrhundert erbaut, Schlösser hingegen etwa ab dem 16. Jahrhundert.

Das Gebäude im Stadtteil Waldeck stammt aus dem ca. 11. Jahrhundert und nur weil heute ein Restaurations-/ Hotelbetrieb in diesem Gebäude untergebracht ist, wird noch lange kein Schloss daraus. Schlösser sind historische Gebäude, mit offenem Charakter, Burgen hingegen sind (wie in Waldeck) wehrhaft in Erscheinung tretende Gebäude.

Außerdem fehlt der Burg in Waldeck, der für Schlösser obligatorische Schloss-Garten völlig.

Die Burganlage

Burg Waldeck - Zugang zur Burg

Überblick

Der Bergfried im Osten wurde als 3-geschossiger Sandsteinbau mit über 3 m dicken Mauern Ende des 13./ Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet und gehört zu den ältesten heute noch erhaltenen Teilen der Burg.

Weitere Teile der schon im 12. Jahrhundert am nördlichen Ufer des Edersees angelegten Burg mit 120 m tiefem Brunnen stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. So wurde der Hof der im frühen 16. Jahrhundert angelegten Vorburg durch drei Tore erschlossen und es entstand der nördliche Flügel mit hofseitigem Treppenturm.

Das Obere Tor am heutigen Hotel führt in den Innenhof der Burganlage.

Nach einer Seitenlinie der Grafen von Waldeck, der Linie Waldeck-Wildungen ist der Nordbau („Wildunger Flügel“) benannt, dessen Sockelgeschoss fest mit dem Felsen verwachsen zu sein scheint. Am Turm dieses Flügels wurden drei verschiedene Waldeck-Wappen angebracht.

Eine großflächige Terrasse im Süden bietet Ausblick zur Edertalsperre und zum Edersee. Unter dem Hofbaumeister Julius Ludwig Rothweil erfuhr die Burg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ebenso Veränderungen wie anschließend unter seinem Sohn Franz Friedrich Rothweil.

Zur Entstehung der Burg

Nur eine überlieferte Sage berichtet von der Entstehung der Burg:

„Ein Ritter nebst Gefolge kam auf der Suche nach einem geeigneten Platz zum Bau einer Burg das Edertal heraufgezogen. Ein ortskundiger Schäfer, den sie des Weges trafen, verwies bei der Frage nach einem geeigneten Bauplatz auf einen bewaldeten Berg und sagte: „Dort droben an der Wald-Ecke". So sollen Schloss und Land ihren Namen erhalten haben. [1]

Galerie

Blick in den Burghof
Uhrturm
Burg Waldeck - hoch über dem Edersee
Bergfried
Blick in das Waldecker Land
Aussichtsterrasse
Verlies


Geschichte

Aus der Geschichte von Grafschaft und Burg

Burg Waldeck - Turm am Wildunger Flügel

Erstmals bezeugt ist die Burg Waldeck im Jahre 1120. Nach dieser Burg nannte sich ein Zweig der Grafen von Schwalenberg ab 1180.

Die Grafen von Schwalenberg gehören also väterlicherseits zu den Ahnherren der Grafen von Waldeck und Fürsten von Waldeck und Pyrmont (mit Widekind I. von Schwalenberg als Stammvater).

Aus der im Jahre 1180 begründeten Grafschaft Waldeck, wurde ab dem Jahre 1625 die Grafschaft Waldeck und Pyrmont und nach der Erhebung von Graf Friedrich Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont am 6. Januar 1712 in den erblichen Fürstenstand durch Kaiser Karl VI. das Fürstentum Waldeck-Pyrmont.

Bis etwa zum Ende des 14. Jahrhunderts blieben die Besitzungen des Hauses Waldeck ungeteilt. Nach dem Tod von Heinrich dem Eisernen stifteten seine Söhne Heinrich und Adolf die Linie Waldeck und die (ältere) Linie Landau, von denen die letztere 1495 erlosch.

Der Ausbau der mittelalterliche Burg erfolgte ab 1500, sodann um 1544 und um 1577 unter den Grafen Heinrich VIII. (Nordflügel, ab 1500) sowie Philipp IV. und Daniel, bis 1577.

Im Laufe der Geschichte konnten die Grafen von Waldeck ein kleines Herrschaftsgebiet aufbauen zu dem im Jahre 1625 durch Erbvertrag auch die Grafschaft Pyrmont hinzu kam.

Später entstanden die Linien Waldeck-Eisenberg und Waldeck-Wildungen. Die Grafschaft Wildungen fiel 1664 an den Graf Georg Friedrich von Waldeck, der 1682 in den Reichsfürstenstand erhoben wurde, dessen Linie aber 1692 erlosch.

Die Waldeckschen Besitzungen fielen sodann an Christian Ludwig von der Eisenberger Linie, womit die Grafschaft Waldeck wieder in einer Hand vereint wurde.

Im Jahre 1712 wurde Waldeck unter Friedrich Anton Ulrich zum Fürstentum.

Das spätere Fürstentum Waldeck war als Fürstentum Waldeck-Pyrmont Mitgliedsland des Deutschen Bundes und danach ein Gliedstaat des Deutsches Reiches und der Weimarer Republik. Residenz und Hauptstadt war zuerst die Burg Waldeck und ab 1655 Arolsen (heute Bad Arolsen).

Museum auf Burg Waldeck

Blick in die Ausstellung

Das Burgmuseum auf Burg Waldeck zeigt die Ausstellung „Hinter Schloss und Riegel“, darunter auch Ausstellungstücke aus der Zeit, in der die Burg im 18. und 19. Jahrhundert als Zuchthaus genutzt wurde.

Dauerausstellung "Hinter Schloss und Riegel"

Dauerhaft ist die Ausstellung "Hinter Schloss und Riegel" auf Schloss Waldeck zu sehen. Von 1734 bis 1868 war die Burg ein Zuchthaus und Gefängnis.

Ausgestellt werden unter anderem Folterinstrumente. In der Urteilsvollstreckung sollte sich damals die Tat widerspiegeln. Wer sich in der Öffentlichkeit schlecht benahm, wurde an den Pranger gestellt. Wie der aussieht und viele weitere, düstere Geschichten, gibt es in der Ausstellung zu sehen. Führungen sind auf Anfrage beim Hotel Schloss Waldeck ebenso wie zu Sonderöffnungszeiten möglich.

Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich 10.00 bis 18.00 Uhr

Gondelbahn

Edersee und Waldecker Bucht, rechts auf dem Berg die Burg Waldeck.
(Foto:Günther Pöpperl)

Die Gondelbahn Edersee-Bergbahn verbindet Burg Waldeck und den unterhalb liegenden Edersee.

Sagenwelt

Auf Burg Waldeck, hoch über dem Edersee, ist in der nordhessischen Sagenwelt der Wichtelkönig Erck zu Hause, der noch heute über die Burg wacht.

siehe auch

Blick auf den Edersee von Burg Waldeck

Terrasse

Im Süden der Burg - zum Edersee hin - liegt die Altane, eine großflächige Terrasse, die einen großartigen Blick zur Edertalsperre und über den Edersee bietet. Bis 1734 befand sich hier der so genannte „Eisenbergische Flügel“, nach dem Zweig Waldeck-Eisenberg der Waldecker Grafenfamilie benannt. Von diesem Bauteil sind nur noch die Kellergewölbe aus dem 13. Jahrhundert erhalten.

Auf der Terrasse wurde der von Schülern des Lehrbauhofs in Korbach nachgebaute Pranger aufgestellt.

Waldecker Bergbahn

Fürstentum Waldeck – Historische Karte

Die Waldecker Bergbahn, eine Seilbahn, bringt die Besucher im Fünf-Minuten-Rhythmus von der Talstation Waldeck-West zum Schloss Waldeck - und zurück.

Wandern

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA vom 4.11.2011: Platz zum Auftanken

Weblinks



Städte und Gemeinden im Landkreis Waldeck-Frankenberg
WappenWaldeckFrankenberg.jpg

Allendorf | Bad Arolsen | Bad Wildungen | Battenberg | Bromskirchen | Burgwald | Diemelsee | Diemelstadt | Edertal | Frankenau | Frankenberg (Eder) | Gemünden | Haina | Hatzfeld | Korbach | Lichtenfels | Rosenthal | Twistetal | Vöhl | Volkmarsen | Waldeck | Willingen