Schloss Spangenberg

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Schloss Spangenberg

Schloss Spangenberg befindet sich in der nordhessischen Stadt Spangenberg.

Das Schloss hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. So diente es als Schutzburg, Festung, Jagdschloss, Gefängnis, Forstschule und ist heute ein Hotel und Restaurant.

Geografie

Das Schloss Spangenberg steht auf einem Berg oberhalb der Stadt Spangenberg.

Geschichte

Ansicht Schloss Spangenberg
Innenhof
Ansicht Schloss Spangenberg

Schloss Spangenberg wurde sehr wahrscheinlich von Hermann I. von Treffurt ab dem Jahr 1214 als Schutzburg für die alte Handelsstraße "Durch die langen Hessen" errichtet. Hermann I. wird 1235 urkundlich als Besitzer der Burg erwähnt. Er hatte die Burg von den Grafen von Ziegenhain zu Lehen erhalten. Seither nannten sich die Herren von Treffurt auch Herren von Spangenberg. Die Burg diente auch als Hauptwohnsitz der Familie des Burgherrn, die im südlichen Trakt Wohn- und Repräsentationsräume unterhielt. Der über 100 Meter tiefe Burgbrunnen dürfte wohl schon bei der Erbauung der Burg angelegt worden sein.

Im Jahre 1350 verkaufte Ritter Hermann IX. Burg, Amt und Stadt Spangenberg an den hessischen Landgrafen Heinrich II. für 8.000 Mark Silber, seitdem war Spangenberg hessisch. Die Burg diente den Landgrafen als Nebenresidenz und Jagdschloss.

Landgraf Heinrich II., genannte "der Eiserne" nahm die Burg als Wohnsitz. Sein Sohn Otto, genannt "der Schütz", pflegte hier das Jagen mit Meute und Pferd.

Der Nachfolger Heinrichs II., Landgraf Hermann II., residierte häufig auf Schloss Spangenberg und sein Sohn Landgraf Ludwig I., genannt "der Friedfertige" wurde hier geboren. Ludwig ließ das Schloss durch Zwingermauern und sechs Schalentürme verstärken. Die Burg galt als so sicher, dass der Landgraf hier Archiv- und Geldbestände einlagern ließ. Landgraf Ludwig I. starb auch hier.

Unter Landgraf Philipp I. wurden aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Feuerwaffen neue Baumaßnahmen erforderlich. Es wurde an der nordöstlichen Flanke eine Erdwall mit Kasematten aufgeschüttet. Außerdem wurde ein großer Geschützturm mit 22 Metern Durchmesser als Eckpunkt dieser Befestigung errichtet.

Landgraf Wilhelm IV. verstärkte die Festung und gab dem Schloss seine heutige äußere Gestalt. Er ist auf Schloss Spangenberg gestorben. Wilhelm IV. ernannte 1584 Hans Wilhelm Kirchhof zum Burggrafen auf Schloss Spangenberg. Kirchhof verfasste auf dem Schloss mehrere schriftstellerische Werke. 1580 ließ Wilhelm IV. einen Saalbau sowie den sich anschließenden "Kommandantenbau" errichten. Damit war der Hof gänzlich umbaut.

Im Dreißigjährigen Krieg erwies sich die Festung als stark genug und blieb in hessischer Hand. Die Stadt Spangenberg dagegen wurde 1637 etwa zur Hälfte zerstört. Mit Ende des Krieges 1648 verlor das Schloss seine Bedeutung als Landgrafensitz und Festung. Dennoch wurde die Festung weiter Instand gehalten.

Das Schloss war auch mehrmals Witwensitz der hessischen Landgräfinnen.

Im Siebenjährigen Krieg wurde die Festung von den französischen Truppen im Handstreich genommen. Es wird berichtet, dass die Franzosen 18 Kanonen, 307 Gewehre, 44 Puverfässer und weitere Munition erbeuteten.

Nach dem Krieg wurde die Festung in ein Staatsgefängnis umgewandelt. Es wurden zunächst kriegsgefangene Offiziere, aber während der Verfassungsunruhen in Kurhessen auch politische Häftlinge in Spangenberg untergebracht. Das Gefängnis wurde nach dem Ende des kurhessischen Staates von den Preußen 1866 aufgelöst. Sodann wurden nur noch die wichtigsten Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt und das Schloss begann zuzuwachsen. Im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71)wurden nochmals französische Kriegsgefangene im Schloss untergebracht.

Danach geriet das Schloss wieder in Vergessenheit. Erst in den Jahren 1907/08 erfolgte ein Umbau des Schlosses zur preußische Forstschule. Hierbei wurde darauf geachtet den Charakter der Gebäude zu erhalten. Am 15. Juni 1913 besuchte Kaiser Wilhelm II. die Forstschule in Spangenberg. Über 1.200 Forstbeamte wurden in Spangenberg in 32 Jahren ausgebildet.

Im Zweiten Weltkrieg wurden im Schloss erneut Kriegsgefangene untergebracht. Diesmal waren es englische Offiziere. Ende März 1945 wurde das Schloss geräumt. Kurz darauf wurde das Schloss von amerikanischen Fliegern beschossen und brannte bis auf die Mauern aus. Das Schloss war somit eine Ruine.

In den Jahren des Wiederaufbaus wurde dann auch, unter großer Anteilnahme der Spangenberger Bürger, mit dem Wiederaufbau des Schlosses durch das Land Hessen begonnen. Leiter des Wiederaufbaus war Dr. Georg Textor. Der Heimatverein Spangenberg gründete einen Schlossbaufonds und so konnte bereits 1953 das erste Richtfest für den Kommandantenbau gefeiert werden. 1955 folgte das Richtfest des markanten Torturms.

Museen

Das Schloss wird seit den 1950-er Jahren als Hotelbetrieb und Tagungsstätte genutzt. Nach dem Wiederaufbau des ehemaligen Zeughauses im Jahr 1983 wurde dort ein Jagdmuseum eingerichtet.

In zwei Gebäuden des historischen Burgsitzes, in dem einst Margarethe von der Saale, "Landgräfin zur Linken" von Landgraf Philipp dem Großmütigen lebte, wurde das Heimatmuseum Spangenberg untergebracht.

siehe auch

Wussten Sie schon, dass ...

  • ... Otto der Schütz, Sohn von Landgraf Heinrich II., Mitregent seit 1340, auf Schloss Spangenberg residierte, in Sage und Dichtung fortlebt? Zur weitesten Verbreitung und Volkstümlichkeit half Gottfried Kinkels Epos "Otto der Schütz" von 1843.
    August Bollerhey, Wehren

Weblinks und Quellen

Schloss Spangenberg - Ansicht vor der Dachrestaurierung



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