Schloss Rhoden

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Schloss Rhoden

In den Jahren 1228 bis 1230 wurde auf dem Hagenberg eine Burg errichtet, in deren Schutz am Burgberg die befestigte Stadt Rhoden entstand, im Jahre 1237 erstmals urkundlich von Graf Adolf I. von Waldeck und Schwalenberg (als Rothem in Castro) benannt.

Aus der Burg entstand in der Mitte des 17. Jahrhunderts ein Schloss, ein barocker Sandsteinbau.

Geschichte

1228/1230 wurde die mittelalterliche Burg Rhoden erbaut, ab 1236 befand sie sich in Besitz der Waldecker Grafen. Ab 1244 bildete sich die Stadt Rhoden als Siedlung um die Burg. Kurz vor Ende des 30-jährigen Krie­ges im Jahr 1645 fasste der Graf und spätere Fürst Georg Friedrich den Entschluss zur Erneuerung und Ver­größerung der Burg. Der Zimmer- und Baumeister Peter Jeanson aus Holland erhielt den Auftrag, nach den Plänen und Entwürfen des französischen Architekten Belle-Roche den Bau auszuführen.

Die Arbeiten dauerten von 1647 bis 1654. Während der Bauzeit wurden 1650 ein Tiergarten und eine Allee in Richtung "Stucks Forst" angelegt, weiter eine Wasserkunst und ein Jagdschloss. 1651 wurde der Schlossbrunnen gegraben, der durch einen Bergmann „160 Ellen“ (etwa 98 m) tief und drei Meter breit ausgehoben wurde, und 1655 wurde ein Gefängnis unter der Burg im Gewölbe eingerichtet.

1655 bezog Graf Georg Friedrich das Schloss als Residenz, aber bereits 1664 verlegte er seine Residenz nach Arolsen, als er die Grafschaft Waldeck-Eisenberg erbte.

Schloss Rhoden - Ansicht

1786 trat Fürst Friedrich das Schloss an seinen Bruder Georg und dessen Familie ab. 1787 - 1795 wurden größere Umbaumaßnahmen für den Prinzen Georg vorgenommen (Pläne von C. Escher, Bauleitung durch Baudirektor Major Johann Mathäus Kitz - auch: Johann Matthias Kitz). Sie wohnten dort bis zu ihrer Übersiedlung nach Pyrmont im Jahr 1806. Sporadisch wurde das Schloss anschließend zu Wohn­zwecken der fürstlichen Familien genutzt.

Um das Jahr 1800 wurden die Innenräume des Rhodener Schlosses unter der Bauleitung von Johann Mathäus Kitz erneuert. Etwas später 1817 entstand das „Fürstliche Erbbegräbnis“ mit dem Mausoleum der Fürsten von Waldeck.

1817 bis 1818 wurde abermals umgebaut, und die Räume des Schlosses wurden zu Beamtenwohnungen hergerichtet. Später war es Lehrerinnen­erholungsheim und 1933-1936 Sitz des Arbeitsdienstes. Das Schloss wurde demnach seit seiner Entstehung nur zweimal für kurze Zeit als herrschaftlicher Wohnsitz genutzt. Die bau­liche innere Gestaltung ist durch die Vielzahl der Umnutz-ungen eher als dürftig zu bezeichnen, und nur Reste der mittel­alterlichen Bausubstanz treten deutlich hervor.

Aufgrund des Vertrages vom 26. August 1920 zwischen dem Freistaat Waldeck-Pyrmont und dem Fürstlichen Hause Waldeck-Pyrmont wurde der Staat Waldeck-Pyrmont Eigentümer u.a. des Schlosses Rhoden. Heute ist die Waldeckische Domanialverwaltung mit den Alt-Waldecker Gemeinden wirtschaftlicher Eigentümer des Domanialvermögens.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Nutzung als Altenpflegeheim durch den Kreis Waldeck. Von 1978 bis 1985 erfolgte ein Komplettumbau zur weitergehenden Nutzung als Alten- und Pflegeheim in Regie des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Ab 1. Oktober 2008 war das Waldeckische Diakonissenhaus Sophienheim in Bad Arolsen alleiniger Gesellschafter der Alten- und Pflegeheime im Landkreis Waldeck-Frankenberg gGmbH und damit Träger der ehemals kreiseigenen Heime in Diemelsee-Flechtdorf und eben auch in Diemelstadt-Rhoden. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Einrichtung in Rhoden zum 31. Juli 2011 geschlossen. Eine andere Nutzung des Gebäudes ist noch nicht absehbar.

Galerie

Schloss Rhoden
Standbild in Rhoden
Schloss Rhoden


Literatur

Residenzstadt Rhoden

Rhoden entstand an Stelle der nahe gelegenen Siedlung Alt-Rhoden. Im 13. Jahrhundert wurde die erste Stadtkirche erbaut. Bis zum Bau dieser Kirche hatte die Pfarrei ihren Sitz in Alt-Rhoden, einer der ältesten Siedlungen im Waldecker Raum, die im 14. Jahrhundert "wüst" fiel.

Während der Regierungszeit des Grafen und späteren Fürsten Georg Friedrich war Rhoden Waldecker Residenzstadt. Und in den Jahren 1647 und 1654 wurde auf den Grundmauern der ehemaligen Burg das heutige Schloss nach den Plänen des französischen Architekten Belle-Roche errichtet, wobei die ursprüngliche Planung nur teilweise realisiert wurde.

Etwa 1650 entstand auch die Neustadt in Rhoden, bevor der Fürst dann im Jahre 1664 nach Arolsen umzog, nachdem er dort die Regierungsgeschäfte nach dem Tode seines Neffen Graf Heinrich Wolrad übernehmen musste.

siehe auch

Weblinks