Schloss Philippsthal

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schlosshof in Philippsthal.

Am Ort des ehemaligen Benediktinerklosters Kreuzberg entstand im Bereich des heutigen Philippsthals ab dem Jahre 1685 unter Philipp von Hessen (aus der Linie Hessen-Philippsthal), ein Schloss mit Schlosspark, das den Namen Philippsthal erhielt.

Im Schloss ist heute das Rathaus untergebracht (mit repräsentativem Sitzungssaal).

Geschichte

Schloss Philippsthal Ansicht vom Schlosspark

Im Jahre 1191 wurde Philippsthal zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Einst war hier das Rittergeschlecht von Cruceburg ansässig. Ebenfalls in 1191 wird das ehemalige Benediktinerinnenkloster Kreuzberg urkundlich erwähnt. Schon bald nach Baubeginn übernahmen die Zisterzienserinnen das Kloster. [1] Im Zuge der Reformation wurde das Kloster säkularisiert. Erhalten geblieben ist die ehemalige Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert, heute ein evangelisches Gotteshaus.

Philipp I. von Hessen-Philippsthal (* 14. Dezember 1655, † 18. Juni 1721), der dritte Sohn des Landgrafen Wilhelm VI. von Hessen-Kassel und der Landgräfin Hedwig Sophie von Brandenburg, begründete die Linie Hessen-Philippsthal des Hauses Hessen. Der Name bezieht sich auf das Schloss, das ab dem Jahre 1685 im früheren „Kreuzberg“ (heute Philippsthal) auf den Resten des 1568 aufgehobenen Benediktinerinnen-Klosters Kreuzberg entstand.

1985 erwarb die politische Gemeinde das Anwesen. Im Jahre 1985 erwarb die politische Gemeinde das Anwesen. In den Jahren 2007 und 2008 wurde der Schlosspark saniert. Heute befindet sich im Schloss ein Handels- und Dienstleistungszentrum. [2]

Schlosskirche

Schlosskirche Philippsthal
Die Kirche ist gebaut als eine Säulenbasilika, in der die Form der Romanik konsequent angewandt wurde (Symmetrie der Basilika und der Rundbögen). Der Altar der Schlosskirche besteht aus einem Steinblock und einer Steintafel. Er trägt die Jahreszahl 1735. Ein gotischer Taufstein befindet sich links neben dem Altar. Über Jahrhunderte hinweg hat er außerhalb der Kirche gestanden und wurde unter anderem als Blumenschale von der landgräflichen Familie genutzt. Die Steintaufschale ist vom Regen sehr ausgewaschen, sodass sie heute eine Kupferschale bedeckt. Links neben dem Altar steht eine nachgotische Steinkanzel, getragen von einem sechseckigem Rumpf. Am oberen Rand trägt sie die Widmung: CRATO DEKANUS POSUIT ANNO 1581. Crato Weiffenbach, der letzte Kreuzberger Probst hat diese Kanzel gestiftet. Das Wappen an der Vorderseite, drei Fische , ist das Wappen des Geschlechtes der Weiffenbachs. Im Glockenturm befinden sich zwei Glocken. Die größere und ältere Glocke erklingt in dem Ton fis. In altgotischen Buchstaben steht auf ihr zu lesen: O rex gloriae veni cum pace. Die kleinere Glocke ertönt in dem Ton a. Am oberen Glockenrand trägt sie die Inschrift: Ut tua salvifico pascantur pectora verbo et voce et senitu plebs Joachim agit 1605 (damit dein Herz sich ergötze durch das heilbringende Wort und Stimme und Klang, o Volk, betreibt – läßt sich gießen – Joachim 1605). Es ist damit sicherlich Joachim Roell, der letzte Abt des Stiftes Hersfeld gemeint. Diese Glocke ist reich verziert mit 4 Medaillons, in denen Engel sitzen. In einem Wappen sind zu erkennen: Bischofsmütze, Hersfelder Kreuz, ein Flügel und heraldische Lilien. [3] Von Mai 2011 bis August 2012 wurde das Dach der Kirche saniert.Insgesamt 800 000 Euro wurden dort verbaut. 100000 Euro finanzierte die Denkmalpflege. Die restlichen 700000 Euro stemmte die evangelische Landeskirche. Unter anderem mussten auch teilweise kunstvoll verzierte Balkenteile ausgetauscht werden, weil sie verfault waren. Die Baufirma ersetzte sie unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten durch ebenfalls sehr alte Holzstücke. Bemalt wurden sie schließlich von Restaurator Manfred Lausmann aus Hann. Münden. [4] Die Schlosskirche wird für zahlreiche Kirchenmusikalische Veranstaltungen genutzt.

Torbogenhaus

Das Torbogenhaus wurde 1734 gebaut. Es war der östliche Haupteingang des Schlosses. Heute ist dort das Grenzmuseum Philippsthal untergebracht.

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. schlosskirche-philippsthal.de vom 19.11.2012
  2. hersfelder-zeitung.de vom 6. August 2012: Die Zuschüsse sind da
  3. Homepage der Schlosskirche Philippsthal vom 19.11.2012
  4. Aus hersfelder-zeitung.de vom 24. August 2012: Die Sanierung in Bildern