Schloss Melsungen

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Melsunger Schloss - Ansicht

Das Melsunger Schloss wurde unter der Regentschaft von Landgraf Philipp I. (dem Großmütigen) in den Jahren 1550 bis 1557 als Jagdschloss errichtet.

Nach seiner Abdankung im Jahr 1627 machte Landgraf Moritz von Hessen das Melsunger Schloss zu seinem Hauptwohnsitz.

Es befindet sich in etwa an der Stelle, an der zuvor die Melsunger Burg gestanden hatte.

Bauwerk und Geschichte

Das Schloss ist ein Bau im Stil der späten Weserrenaissance und entstand in den Jahren 1550 bis 1557 durch Landgraf Wilhelm IV. als Jagdschloss für seinen Vater, den Landgrafen Philipp den Großmütigen.

Doch schon unter Heinrich Raspe II. (1130-1155/57) aus dem Hause der thüringischen Ludowinger entstand hier eine Vorgängerburg („burgus Milsungen“) an dem strategisch wichtigen Fuldaübergang, die den „Sälzerweg“ (von Westen nach Osten), die „Nürnberger Straße“ (von Norden nach Süden) und die Handels- und Heeresstrasse „Durch die langen Hessen“ sicherte.

Die Anlage

Das Schloss befindet sich im Norden der Melsunger Altstadt.

Es besteht aus vier Gebäuden, dem Hauptbau im Norden, dem Renteigebäude im Westen und dem ehemaligen Marstall im Süden, parallel zur Kasseler Straße. Rechtwinklig dazu schließt sich im Süden das ehemalige Burggrafenhaus an. Im Westen des Schlosses befindet sich der Park.

Hauptwohnsitz von Landgraf Moritz dem Gelehrten

Landgraf Moritz
(1572 bis 1632)

Nach seiner Abdankung im Jahr 1627 machte Landgraf Moritz von Hessen das Melsunger Schloss zu seinem Hauptwohnsitz.

Er fertigte hier mehr als vierhundert Zeichnungen, Skizzen, Bestandspläne und Bauentwürfe an, die über die Stadt, ihren Grundriss und ihre Bauwerke am Anfang des 17. Jahrhunderts Aufschluss geben.

Kurz vor seinem Tod verlässt Moritz 1632 das Schloss in Richtung Eschwege.

Nutzung als Kaserne

Ab dem Jahr 1733 wurde das Schloss als Kaserne für verschiedene hessische Regimenter genutzt. Hierdurch wurde Melsungen zur Garnisonsstadt.

Dies belebte das Stadtleben erheblich. Die Soldaten besuchten die Wirtschaften und Läden, bringen aber auch Unruhe unter die Töchter der Stadt.

Im Siebenjährigen Krieg wurde das Schloss von den durchziehenden Armeen abwechselnd als Quartier genutzt. Zeitweise hatten es die Franzosen zu einem Lazarett umgewandelt. Nach dem Krieg diente es hessischen Regimenter wieder als Kaserne.

Nach der Eroberung durch Napoleon halten in Melsungen 7.000 französische Soldaten Quartier und brauchen sämtliche Vorräte der Stadt auf. In der Zeit des Königreichs Westfalen dient das Schloss den Franzosen dann wiederum als Kaserne.

Nach Ende der napoleonischen Zeit wird die Kaserne wieder von kurhessischen Regimentern genutzt. 1814 liegt hier ein Leibkürassierregiment, 1821 ein Husarenregiment mit 180 Soldaten und 70 Pferden.

Wegen der desolaten kurhessischen Staatsfinanzen wurde das Militär im Jahr 1826 stark verkleinert und die Kaserne in Melsungen aufgelöst.

Forstakademie und Verwaltungssitz

Wappen an Schloss Melsungen

Nachdem die Kaserne 1826 aufgelöst worden war und das Husarenregiment abzog, wurde aus dem Melsunger Schloss die Hessische Forstakademie, welche bis 1868 im Schloss verblieb.

Danach war die Kreisverwaltung des Kreises Melsungen bis zu seiner Auflösung im Jahr 1974 untergebracht.

Heute sind im Melsunger Schloss eine Außenstelle des Finanzamts Fritzlar und das Amtsgericht Melsungen untergebracht.

siehe auch

Weblinks




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