Schloss Beberbeck

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Schloss Beberbeck - Hauptfront
Lageplan Beberbeck

Von den Gebäuden im Hofgeismarer Stadtteil Beberbeck sticht besonders Schloss Beberbeck hervor.

Das ehemals kurfürstliche Schloss entstand unter der Regentschaft von Friedrich Wilhelm I. nach den Plänen von Johann Conrad Bromeis in den Jahren 1837 bis 1840 im klassizistischen Baustil.

Geschichte

Ehemals kurfürstliches Schloss

Das ehemals kurfürstliche Jagdschloss, etwa 4 km westlich von Sababurg gelegen, wurde als zweigeschossiger, klassizistischer Bau über einem Sockelgeschoss errichtet, mit niedrigeren Seitenflügeln. Den schön gegliederten Mittelteil ziert über dem Haupteingang ein Dreiecksgiebel.

Zur rückwärtigen Seite hin - der Straße und dem Reinhardswald zugekehrt - dominiert ein halbrunder Vorbau. Im Inneren des Vorbaus befindet sich im Obergeschoss ein ansprechender Kuppelsaal mit gemalter Kassettendecke und einer beeindruckenden Akustik.

Zur Geschichte von Beberbeck

Die Wurzeln reichen zurück bis ins Mittelalter. Bereits Anfang des 11. Jahrhunderts gab es im Bereich der heutigen Staatsdomäne Beberbeck ein Dorf mit den Namen Biderbach und Beverbiki. Im Jahre 1724 fand eine wertvolle Pferdeherde, die zuvor im Tiergarten der Sababurg angesiedelt war, in Beberbeck eine neue Heimat. Unter Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel erlebte die Anlage einen Aufschwung.

Um 1830 entstand das Jagdschloss. Nachdem Hessen durch Preußen annektiert worden war, bauten die neuen Herrscher das Gestüt weiter aus. Ab 1870 zählte Beberbeck zu den fünf preußischen Hauptgestüten. 1918 erfolgte die Umstellung von 110 Warmblutstuten auf 60 Warmblutstuten und 60 Kaltblutstuten. Der Grund dafür war, dass in der Landwirtschaft mehr Zugtiere benötigt wurden.

1929 wurde das Hauptgestüt aufgelöst und als Hessische Staatsdomäne weitergeführt. Das Schloss wurde zum Altenheim umfunktioniert.

Eine Führung zur Geschichte des Schlosses Beberbeck mit Besichtigung des Kuppelraumes wird hin und wieder angeboten. Der Rundgang führt zum ursprünglichen Brunnen des Froschkönigs, dem ehemaligen Gestütshof und von der Domäne zum Friedhof mit dem Grab der Künstlerin Helen Meyer-Moringen. Abschluss des Rundgangs ist im Atelier am Schlosspark.

Kuppelsaal in Schloss Beberbeck

Beim Blick unter die Decke des Kuppelraumes im Schloss Beberbeck geraten die Wahrnehmungsgesetze aus den Fugen. Die Wände bauschen sich auf. Das Muster schafft eine verblüffende Tiefe.

Schloss Beberbeck - Decke im Kuppelsaal

Natürlich hatten die Maler auch in den 1830er-Jahren, als die Decke entstand, ihre Tricks, sagt Piotr Slupczynski, der das Kunstwerk vor einigen Jahren reinigte und Wasserschäden behob. Sie schufen zunächst eine Vorlage, fertigten Pausen an und kopierten so das Original wiederkehrend in die Kuppel. Mit Formeln berechneten die Fachmänner die Zahl der Muster, deren Größe und den Abstand dazwischen, damit am Ende die besondere Optik entstehen konnte.

Mit Hilfe von Casein - also Quark - hatten die Maler die Pastellfarben auf die lehmverputzte Decke aufgetragen. Das Milcheiweiß wurde durch Sumpfkalk aufgeschlossen, und es entstand ein wasserunlösliches Bindemittel, dem Farbpigmente beigemischt wurden. Es war der Architekt und Hofbaumeister Johann Conrad Bromeis, der das Gestüt Beberbeck im Auftrag von Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel erbauen ließ.

Schloss Beberbeck - rückwärtige Seite

Auch die Akustik ist eine nicht alltägliche. Wenn der Kirchenchor seine Stimme erhebt, sammelt sich die Musik über den Köpfen der Gottesdienstbesucher in der Mitte des Raumes. Die Kuppel wirft den Klang nach unten. So gut die Symmetrie auch der Musik tut, so ungünstig ist sie für das gesprochene Wort.

Altenheim

Die Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen führt im Schloss ein Altenheim. Insgesamt gibt es 43 stationäre Plätze für Menschen, die ihren Lebensabend im Schloss verbringen.

Ferienresort Beberbeck

Schloss Beberbeck - Rotunde

Im Dezember 2010 wurde das Projekt Ferienresort Beberbeck für beendet erklärt, das auf dem Gelände der hessischen Staatsdomäne Beberbeck errichtet werden sollte. [1] Der am 1. November 2007 zwischen der stadteigenen Besitzgesellschaft Domäne Beberbeck und dem Land Hessen geschlossene Kaufvertrag war damit hinfällig. Die Kosten für das gescheiterte Projekt beliefen sich auf 3,4 Millionen Euro. Hinzu kamen 440.000 Euro an Verwaltungsausgaben, die zwischen 2004 und 2007 anfielen. [2] Den dicksten Brocken in der Kostenaufstellung machten laut Karl-Heinz Gerland, Leiter des Hofgeismarer Bauamtes, die betriebene Bauleitplanung mit 2,4 Millionen Euro aus. Für Gutachten musste die Besitzgesellschaft 618 000 Euro zahlen, und mit 84. 000  Euro schlugen in dem genannten Zeitraum die Personalkosten zu Buche, wie Gerland berichtete. An Reisekosten fielen zwischen 2007 und 2010 rund 38 000 Euro an.

Kurz zuvor wurden die Pläne für das Ferienresort Beberbeck im September 2010 bereits deutlich abgespeckt, um die Ferienanlage doch noch zu retten - ohne Erfolg. So sollte die Ferienanlage nicht mehr 6000, sondern maximal 4500 Betten ausweisen. Auch sollten die Baugebiete von ursprünglich 126  Hektar um die Hälfte auf 63  Hektar zurückgefahren werden. Erreichen wollte man unter anderem, dass auf zuvor geplante Ferienhausgebiete vollständig verzichtet wurde, ein ehemals vorgesehenes Inselhotel entfällt und die übrigen Hotelstandorte kompakter beplant werden konnten.

Auch von den ursprünglich vier geplanten Golfplätzen wurde zuletzt einer völlig aus der neuen Planung herausgeschrieben. Nach den Vorstellungen der Planer werden die Trabrennbahn und der Poloplatz entfallen. Damit einhergehend sollen auch die Bauflächen für den Reitsport von 11,5 auf 3,5 Hektar reduziert werden. [3]

Literatur und Quellen

Schlossansichten

siehe auch

Weblinks und Quellen

Schloss Beberbeck - Gedenkstein

Quellen

  1. Aus HNA.de vom 19.12.2010: Beberbeck ist beendet
  2. Aus HNA.de vom 2.02.2011: Kosten für Ferienanlage vorgelegt: Beberbeck kostete mehr als 3,4 Millionen Euro
  3. Aus HNA.de vom 19.12.2010: Beberbeck speckt ab

Weblinks