Schloss Arolsen
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| Schloss Arolsen
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| erbaut 1713 - 1728
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Das Schloss der Fürsten von Waldeck-Pyrmont in Arolsen wurde im barocken Baustil in den Jahren 1713 – 1728 nach den Plänen von Julius Ludwig Rothweil erbaut.
Die klassisch-gelbe Fassade und maßvolle Proportionen repräsentieren etwas Glanz und Pracht eines kleinen deutschen Fürstentums.
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Arolsen war Residenzstadt
Arolsen war von 1655 bis 1918 Residenzstadt der Fürsten von Waldeck und Pyrmont, danach bis zum Jahre 1929 Hauptstadt des Freistaates Waldeck. Die planmäßig angelegte Stadt mit barockem Stadtgrundriss entstand in unmittelbarer Nähe des Schlosses.Mehr als 25 Jahre dauerten die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten am Schloss, die im Jahre 2007 abgeschlossen wurden.
Geschichte
Das Schloss ging hervor aus dem ehemaligen Kloster Arolsen. Gepa von Itter hatte mit ihren Töchtern um das Jahr 1132 das Augustiner-Chorherren-Stift Arolsen gegründet. Im Verlauf der Reformation wurde das Kloster in den Jahren 1526 - 1530 säkularisiert und ging in den Besitz der Grafen von Waldeck über. Philipp III. (1486 - 1539) hatte mit der "Landordnung" von 1525 die Reformation in seiner Grafschaft eingeleitet und erwarb das säkularisierte Kloster Aroldessen, dass er zum Residenzschloss umbauen ließ.
Die sehr viel spätere Stadtgründung von Arolsen geht zurück auf das Jahr 1719 und den Erlass der “Hoch-Fürstlich-Waldeckischen Privilegien und Freyheiten” durch Fürst Friedrich Anton Ulrich. Der „bauwütige” Landesherr hatte bereits 1715/ 16 das Renaissanceschloss auf dem "Oberen Herrenhof" in Korbach abreißen lassen, um hier ein neues Barockschloss als Residenz zu erbauen. Der bereits begonnene, von Julius Ludwig Rothweil entworfene Bau wurde jedoch nicht vollendet. Das Vorhaben scheiterte letztlich am Widerstand der Korbacher Bürger. Der Fürst zog es schließlich vor, den bereits begonnenen Bau des Residenzschlosses in Arolsen voranzutreiben.
Nach dem Abriss des ehemaligen Arolser Renaissanceschlosses im Jahre 1710 entstand im Laufe der Jahre das heutige barocke Schloss und Arolsen wurde Residenzstadt.
Arolsen war von 1655 bis 1918 Residenzstadt der Fürsten von Waldeck und Pyrmont, danach bis zum Jahre 1929 Hauptstadt des Freistaates Waldeck, bevor Waldeck preußisch wurde.
Schloss Arolsen
Bauwerk
Das zweigeschossige Schloss wurde nach dem Vorbild des Versailler Schlosses in den Jahren 1710 (Grundsteinlegung) bis 1728 errichtet, wobei die Hauptarbeiten an dem Gebäude in den Jahre 1713 bis 1722 erfolgten.
Das barocke Schloss entstand nach den Plänen des Hofarchitekten Julius Ludwig Rothweil.
Das stufenförmige Gesamtbild des Baukörpers mit angrenzendem englischen Garten steigert sich von den niedrigeren Seitenflügeln über die höheren Innenflügel zum repräsentativen Mittelbau, einem frühen Zeugnis des deutschen Barock.
Am 13. September 1720 konnte das Fürstenpaar (Fürstentitel seit 1711) das Schloss beziehen, wobei zu diesem Zeitpunkt erst der Ostflügel fertiggestellt worden war. 1728 wurde die Schlosskapelle im östlichen Außenpavillon eingeweiht.
Der zum Schloss gehörende Garten, ursprünglich als französische Garten gestaltet, ist heute nicht mehr vollständig erhalten.
Hofbibliothek
In der 1840 errichteten „Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek“ finden sich auch hunderte Handschriften und Drucke aus dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Volkhardinghausen, das im Jahre 1576 aufgehoben wurde.
Die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek (FWHB) umfasst etwa 35.000 Bände, 300 Landkarten, 500 Kupferstichwerke und mehrere tausend Einzelstiche. Die Hofbibliothek im Westflügel des Residenzschlosses verfügt über einen Leseraum und ist zu den Öffnungszeiten für Besucher zugänglich. Eigentümer der Hofbibliothek ist die "Stiftung des Fürstlichen Hauses zu Waldeck und Pyrmont".
Einen Grundstein für die Antikensammlung, die noch heute fast vollständig in der Fürstlichen Hofbibliothek vorhanden ist, legte Christian Prinz zu Waldeck und Pyrmont. In den Jahren 1776 bis 1787 reiste er vier Mal zu den antiken Ausgrabungsstätten in Italien. Auf seinen Reisen sammelte er zahlreiche antike Fundstücke und kaufte Bücher über antike Literatur.
Innenausstattung des Schlosses
Die Vollendung des Hauptgebäudes und die Einweihung der Schlosskapelle (im östlichen Außenflügel) dauerten auch aus finanziellen Gründen bis zum Jahre 1728. Die Einrichtung, Ausstattung und Möblierung des Schlosses nahm dann noch weitere Jahrzehnte in Anspruch.
Zur Innenausstattung gehören das doppelte Treppenhaus mit Rokokostukkaturen, Deckengemälde von Carlo Ludovico Castelli ebenso wie Stuckarbeiten von Andrea Gallasini im repräsentativ gestalteten Gartensaal.
Ebenso können heute etwa der Steinerne Saal mit herrlichen Stuckarbeiten und Deckengemälden besichtigt werden, ferner das Pfälzische Zimmer, der von Theodor Escher eingerichtete Weiße Saal, ein Festsaal mit Gemälden von Tischbein, Meytens und Aldegrever und mit umlaufender Galerie (1809-11) oder das Kronprinzenzimmer.
Beeindruckend sind der Blaue Salon sowie der Rote Salon. Bereits unter Fürst Carl August Friedrich wurde das Audienzzimmers der Fürstin im Stil des Rokoko umgestaltet.
Orangerie und Reithalle
Zum Schloss gehören ein Wirtschaftshof mit Orangerie, eine Gärtnerei und eine Reithalle, die in den Jahren 1819 bis 1824 von Theodor Escher angelegt wurde.
In der Regierungszeit von Fürst Georg Heinrich entstand bei dem Schloss in den Jahren 1822-1824 die "Fürstliche Reitbahn" nach seinen Plänen.
Das Gebäude dient heute in Bad Arolsen als Theater- und Konzertsaal sowie als Festspielhaus.
In den Jahren 1819 - 1821 entstanden bei dem Schloss nach den Plänen von Theodor Escher auch das Gärtnerhaus mit Uhrturm, das als Mitarbeiter-Wohnhaus der Hofgärtnerei diente und an dessen Ostseite die neue Orangerie.
Literatur
- Magnus Backes, Hans Feldtkeller, Kunsthistorischer Wanderführer - Hessen, S. 303 ff.
Schlossführungen
Heute ist ein Gang durch das Schloss mit Hofbibliothek, Ahnengalerie, Alhambrazimmer oder dem Rosa Salon auch ein Gang durch die Geschichte und vornehmlich die Geschichte des Fürstentums Waldeck. Das ehemalige Gärtnerhaus des Schlosses wird heute als Hotel genutzt.
Die Besichtigung der Schloßräume ist nur im Rahmen einer Führung möglich.
Schloßführungen (einschließlich Waffenausstellung) werden angeboten
in der Zeit vom 1. Mai - 30. September
täglich zwischen 10.00 Uhr - 16.00 Uhr;
im April und Oktober
täglich, außer montags, zwischen 10.00 Uhr - 15.00 Uhr (letzte Führung)
und in der Zeit von November bis März
samstags und mittwochs um 15:00 Uhr sowie sonntags um 11:00 Uhr.
siehe auch
Stadt Arolsen
Arolsen ist eine planmäßig angelegte Stadt mit barockem Stadtgrundriss, die in unmittelbarer Nähe des Schlosses entstand.
Charlottental
Die im Jahre 1670 angelegte „Große Allee“, war ursprünglich als breite und repräsentative Verbindung des Residenzschlosses mit dem fürstlichen „Lustschloss Charlottental“ gedacht, wobei das Lustschloss schon 1725 abgerissen wurde.
Marstall und Regierungshaus
Gegenüber dem Schloss entstand der Marstall. Die ersten Planungen sahen vor, dass er in einem Halbkreis gegenüber der Schlossfront errichtet werden sollte; letztlich wurde von diesem Gebäude unter der Bauleitung von Franz Friedrich Rothweil die westliche Hälfte vollendet. An den Marstall schloss sich das Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Regierungshaus an, das zugleich den Auftakt der Hauptstraße (heute: Schloßstraße) bildete, mit einheitlich zweigeschossigen Häusern. Zu Lebzeiten von Fürst Friedrich Anton Ulrich entstand ein Teil der heutigen Bebauung bis zur Kaulbachstraße. Erst unter seinem Nachfolger wurde die Straße verlängert und fand mit der Stadtkirche ihren (vorläufigen) Abschluss.
Stadtkirche Arolsen
Die Grundsteinlegung der Arolser Stadtkirche erfolgte am 16. August 1735, knapp 16 Jahre nach dem Erlass zur Stadtgründung von Arolsen durch Fürst Friedrich Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont, wobei neben einer Gold- und Silbermünze auch eine Bibel, Luthers Katechismus und die Waldecker Kirchenordnung von 1730 eingemauert wurden.
Aus Blickrichtung des Schlosses findet die Hauptstrasse (heute: Schlossstraße) mit dem nach Osten gerichteten Turm der Stadtkirche ihren Abschluss.
Baumeister in der (auch wegen Geldmangels) langen Bauzeit der Stadtkirche waren neben Julius Ludwig Rothweil die Baumeister Franz Friedrich Rothweil (in den Jahren von 1742 bis 1768) und Johann Matthäus Kitz (von 1768 bis 1788), bevor die Kirche durch den Hofprediger Steinmetz eingeweiht werden konnte. Das Kirchengebäude, als barocker Baukörper konzipiert, enthält auch klassizistische Elemente und Rokoko-Stuckarbeiten im Deckengewölbe des Kircheninnern.
Waldeckische Dominalverwaltung
Schloss Arolsen gehört heute zur Waldeckischen Dominialverwaltung. Das Domanialvermögen, kurz Domanium genannt, ist ein Sondervermögen des Landkreises Waldeck-Frankenberg.
Von dem rund 20620 ha umfassenden Domanium sind rund 19000 ha Waldanteile. Daneben werden Flächen von etwa 1600 ha landwirtschaftlich genutzt, hinzu kommen Erbbaurechte, Jagd- und Fischereirechte, fünf Schlösser (in Bad Arolsen, Waldeck, Höhnscheid, Landau und Rhoden), Wohn- und Forstdienstgebäude, das Restaurant „Domanium”, der Marstall und die gastronomisch genutzten Vorhof-Gebäude.