Schlacht bei Wilhelmsthal

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In der "Schlacht bei Wilhelmsthal" wurde im Siebenjährigen Krieg die französische Armee am 24. Juni 1762 geschlagen - ebenso bei der späteren Schlacht bei Lutterberg am 23. Juli 1762 - und zog sich aus Hessen zurück.

Geschichte

Der Schlacht bei Wilhelmsthal kommt eine kriegsentscheidende Bedeutung zu. Die Armee des Herzog Ferdinands mit 57.000 Mann ging zwischen Warburg und Liebenau über die Diemel. Es kam zum Kampf mit den gegenerischen Truppen, die zwischen Carlsdorf und Meimbressen mit 72.000 Mann standen. Die Schlacht endete mit dem Rückzug der französischen Soldaten nach Kassel und von dort nach Oberhessen.

Zurück bleiben Hunger und äußerste Not. Ohne ausreichendes Zugvieh konnten anfangs auch die Äcker nicht mehr bestellt werden.

Im Küchenflügel von Schloss Wilhelmsthal kann man in einer Ausstellung von Dioramen mit Zinnsoldaten sehr anschaulich einige Schlachtsituationen nachvollziehen.

Die Geschichte des Tambours von Wilhelmsthal ist auf einer Tafel vor dem Haupteingang nachzulesen. Nach der Überlieferung stammte er aus Burguffeln, heute ein Stadtteil von Grebenstein. In der Schlacht bei Wilhelmsthal trommelte der junge, unerfahrene Tambour nicht das Kommando „zum Sammeln“ sondern „zum Sturm“, was letztlich zum Sieg über die französischen Truppen geführt haben soll.

250. Jahrestag am 24. Juni 2012

Am 24. Juni 2012 jährt sich die Schlacht zum 250. Mal

Schlacht bei Wilhelmsthal: Erinnern ohne Spaßfaktor

Artikel in HNA-online vom 28.01.11

Wilhelmsthal. Es ist ein Stück Weltgeschichte, das mit der Schlacht bei Wilhelmsthal gegen Ende des Siebenjährigen Krieges geschrieben wurde. Der Sieg der im Sold Englands stehenden hessischen Armee über die französischen Truppen am 24. Juni 1762 war ein weiteres Puzzlesteinchen, das das Kräfteverhältnis zwischen den damaligen Weltmächten zugunsten Englands verschob.

Diese Schlacht jährt sich im nächsten Jahr zum 250. Mal. Mit einer Reihe an Veranstaltungen will der Landkreis Kassel an das Ereignis erinnern. Derzeit arbeitet er zusammen mit der Gemeinde [Calden]], dem Heimat- und Geschichtsverein Vellmar sowie dem Kultur- und Geschichtsverein Calden und weiteren Partnern an einem Programm für die Tage um den 24. Juni 2012. Einige Eckpunkte stehen bereits heute fest: So soll die Schlacht mit etwa 200 Darstellern aus ganz Europa in originalgetreuen Uniformen nachgestellt werden.

Am Tag der Schlacht selbst wird das Heeresmusikkorps sein traditionelles Konzert geben, das seit vielen Jahren am letzten Juni-Wochenende im Schloss Wilhelmsthal stattfindet. Das Jahr 2012 erinnert nicht nur in bedeutendem Maße an den Siebenjährigen Krieg, sondern es ist auch documenta-Jahr. Beide Ereignisse sollen in verschiedenen Ausstellungen Ausdruck finden, sagte Harald Kühlborn, Sprecher der Landkreises Kassel.

So wird es ein European Art Camp geben, an dem sich Künstler aus den Partnerregionen des Kreises und der Kommunen beteiligen werden. Das große Thema werde die Macht sein. Die Ergebnisse des Projektes werden in einzelnen Gemeinden und Städten ausgestellt. Und schließlich wird sich die Volkshochschule der kriegerischen Auseinandersetzungen annehmen, die neben Wilhelmsthal noch an vielen weiteren Orten der Region und vor allem entlang der Diemel stattfanden.

Viele Menschen starben

Kühlborn geht davon aus, dass der Veranstaltungsreigen noch um einige Elemente erweitert wird. Ein riesiges Ereignis mit Spaßfaktor werde es jedoch nicht geben, schließlich müsse man sich auch mal bewusst machen, dass der Anlass blutige Auseinandersetzungen auf Schlachtfeldern der Region sind, bei denen viele Menschen ihr Leben ließen. Heute lebten die Menschen in einem anderen, friedlicheren Europa. Dieser Aspekt solle im Vordergrund stehen.

In diesem Sinne bettet auch die Bronzetafel am Seiteneingang des Schlossparks die Ereignisse des Siebenjährigen Krieges ins heutige Europa ein. Darauf steht: „Die einst bekämpften sich als Feind in Europa heut vereint 24. 6. 1762 Schlacht bei Wilhelmsthal“. Und wer genau hinschaut, erkennt auf dem Stein zwölf Sterne, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Gedenksteines für die Staaten der Europäischen Union stehen.


Hintergrund Siebenjähriger Krieg

Im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) kämpften Großbritannien und Preußen auf der einen Seite gegen Frankreich, Russland und Österreich auf der anderen. Neben diesen Großmächten waren weitere kleinere Staaten beteiligt.

So war die Landgrafschaft Hessen-Kassel involviert. Ihre Truppen gehörten zu England. Nach Kriegsende hatten sich die Weltmachtverhältnisse verschoben. Frankreich verlor einen Teil seiner Kolonien. Besitzungen in Nordamerika und Indien mussten an die englische Krone abgegeben werden. Die Staatsverschuldung Frankreichs war eklatant; sie gilt als einer der Gründe für die Französische Revolution. Schwere Gefechte wurden auch zwischen Weser und Diemel ausgetragen.

Die Truppen Braunschweigs, Hessen-Kassels und Englands kämpften gegen Franzosen. Bei Warburg kam es 1760 zu Auseinandersetzungen, an denen 45 000 Soldaten beteiligt waren. Trendelburg, Grebenstein und Hofgeismar wurden von den Franzosen mehrfach geplündert. Die Schlacht bei Wilhelmsthal war für die Region entscheidend. Die Franzosen zogen sich zurück. Zuvor hatten mehrere tausend Menschen ihr Leben verloren - zu den Opfern zählten Soldaten und die hungerleidende Zivilbevölkerung. (ant)

Albert Völkl lässt in Wilhelmsthal mit Figurentheater Geschichte aufleben

Trommler in der Schlacht

Artikel in HNA-online vom 15.04.12

Wilhelmsthal. Ein Stück Weltgeschichte als Figurenteater erlebten am Samstag Kinder und Erwachsene im Schloss Wilhelmsthal. Der Theatermacher Albert Völkl (Deisel) erzählte und spielte in der Schlosskapelle eine Geschichte über die Schlacht bei Wilhelmsthal.

Das hauptsächlich für Kinder konzipierte Stück entstand als Auftragsarbeit der Museumslandschaft Hessen-Kassel. Der Hintergrund: am 24. Juni 2012 jährt sich die Schlacht zum 250. Mal. In seiner Geschichte lässt der Autor das Mädchen Marie und ihren Großvater im Schloss durch ein Zeitloch in das Jahr 1762 treten. In die Nacht, bevor die Schlacht begann.

Völkl studierte an der Kunsthochschule Kassel Freie Grafik, Trickfilm sowie Figurenbau- und Spiel. Seit 1986 leitet er ein eigenes Figuren- und Schattentheater. „Ich habe bei diesem Stück Pappe als Material für die Figuren gewählt, weil die Kunstform des Papiertheaters im 18. Jahrhundert ihren Anfang nahm“, erklärte Völkl, der auch als Illustrator und Comic-Zeichner tätig ist. Durch die beweglichen Stabpuppen und geschickten Kulissenwechsel gab Völkl seiner Geschichte einen Trickfilm-Charakter.

Kinnhaken an Franzosen
Gespannt verfolgten die Zuschauer wie Marie bei der Suche nach ihrem Opa auf bedienstete sowie adelige Bewohner des Schlosses trifft, während der alte Herr in der Schlacht Kinnhaken an die Franzosen austeilt und Kanonenkugeln wie Fußbälle kickt. Ein kleiner Trommler - die einzige plastische Figur im Stück - beeinflusst mit einem falschen Signal den Ausgang der kriegerischen Auseinandersetzung.

Den spannenden und witzigen Szenen dieser Abenteuergeschichte standen solche gegenüber, die Einblick in das damalige Alltagleben der Schloss-Bediensteten und ihrer Herrschaft geben. Erstere legten sich zum Schlafen nicht wie ihre Arbeitgeber ins kuschelige Himmelbett, sondern in die Kiste und bei den Soldaten blieb die Feldküche mehr als nur einmal kalt. Eine Führung durch das Schloss rundete den Ausflug in die Geschichte ab. (ziv)

250 Jahre Schlacht bei Wilhelmsthal: Führung zu den Schauplätzen

Artikel in HNA-online vom 24.06.12

Calden. Orte, an denen vor 250 Jahren Kämpfe tobten, suchten etwa 80 Frauen und Männer am Samstag rund um Wilhelmsthal auf. Damit wurde an die Schlacht vom 24. Juni 1762 im Siebenjährigen Krieg erinnert, in der sich die  Soldaten des Herzogs von Braunschweig französische Einheiten gegenüberstanden.

Mit dem Bus oder per Fahrrad konnten sich die geschichtsinteressierten Gäste an strategisch wichtige Stellen begeben. Oberst a. D. Jürgen Damm hieß die Busgruppe am Schloss Wilhelmsthal zunächst willkommen, unterstützt von den Kreisjagdhornbläsern aus Hofgeismar sowie Soldaten des Regimentes von Ditfurth und des ersten Infanterieregimentes des preußischen Königs.

Dem pensionierten Berufssoldaten war es bereits zu diesem Zeitpunkt wichtig, darauf hinzuweisen, dass man sehr viel über die Schlachten bei Wilhelmsthal wisse. Leider würden dabei nur zu schnell die Soldaten vergessen, die ihr Leben gaben und unsägliches Leid auf sich nahmen. Gleiches gelte für die Menschen, die während dieser Zeit in den Orten lebten, an denen die Kämpfe tobten und die gleichfalls große Not ertragen mussten. „Der Krieg ist nichts Heroisches. Er bedeutet Leid, Blut, Tod und Trauer“, fasste Damm zusammen.

Erste Station auf der Busrundfahrt war eine Erhöhung zwischen Hofgeismar und Schöneberg. Hier erfuhr die Reisegruppe, dass Herzog von Braunschweig seinerzeit moderne Kriegsstrategien einsetzte, indem er die Heere der Franzosen über die Flanken angriff und so in die Zange nahm. Heute kaum mehr vorstellbar, sei die Diemel damals stets ein schwer überwindbares Hindernis gewesen. Zwischen 20 und 30  Meter breit, eingebettet in eine Sumpflandschaft, ließ Herzog von Braunschweig zahlreiche Ponton-Brücken bauen, um seine Soldaten schnell über die Diemel führen zu können.

Eingedenk der Begrüßungsworte, führte Oberst a. D. Damm die Gruppe während der Rundfahrt auch in eine Kirche. In Carlsdorf wurde eine kurze Andacht gehalten. Dabei las Damm aus dem Brief eines preußischen Infanteristen, den dieser 1757 an seine Eltern in Potsdam schrieb, bevor er 1761 fiel.

In der Kirche versorgt
Zwar gebe es keine belastbaren Überlieferungen, doch sei davon auszugehen, dass auch in der Kirche von Carlsdorf verletzte Soldaten beider Seiten von einheimischen Frauen versorgt wurden, berichtete Damm weiter.

In Fürstenwald traf die Busgruppe am Nachmittag auf die Radfahrer. Gemeinsam machten sich alle auf, den Rest bis Schloss Wilhelmsthal gemeinsam zu laufen. Dort wartete ein Buffet auf sie. Auf der Bühne am Schloss Wilhelmsthal hatten zuvor Caldener Chöre ein Konzert gegeben. Unterstützt wurden sie dabei von der Kindertanzgruppe der Mittelpunktschule Wilhelmsthal.

von Peter Kilian

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