Schlacht bei Warburg

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Während des Siebenjährigen Kriegs fand im Juli 1760 die Schlacht bei Warburg statt, bei der eine Armee aus Braunschweigischen, Hessen-Kasseler und britischen Truppen mit insgesamt 24.000 Soldaten unter dem Kommando des Herzogs Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel und Friedrich II. von Hessen-Kassel kämpfte und eine französische Armee mit 21.500 Soldaten unter der Führung von Generalleutnant Louis Nicolas Victor de Félix d'Ollières besiegte.

Hintergrund

Im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 kämpften die damaligen europäischen Großmächte mit Preußen und Großbritannien auf der einen Seite und Österreich, Frankreich, Russland auf der anderen Seite gegeneinander. Aber auch zahlreiche mittlere und kleine Staaten waren beteiligt, darunter auch die Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Für viele Bewohner der Landgrafschaft brachte der Krieg erhebliche wirtschaftliche Schäden, besonders während des Stellungskriegs an der Diemel in den Jahren 1760-1762; hessische Truppen kämpften damals im Sold Englands gegen Frankreich.

Im Sommer 1760 verschanzte sich die Armee des Herzogs von Braunschweig mit etwa 110.000 Mann in dem flachen Bogen der Diemel zwischen Warburg und Trendelburg und es entstanden Schanzwerke an den nördlichen Uferhängen, etwa am Gleudenberg oberhalb von Sielen.

Von der Bevölkerung forderte der lange andauernde Stellungskrieg im Diemeltal hohe wirtschaftliche Opfer. Aus dem Städtchen Trendelburg wurde beispielsweise berichtet, dass hier im Jahre 1761 bei der Anlage von Befestigungen und Schanzen-Gräben die besten Gärten ruiniert und über 2000 Obstbäume abgehauen wurden. In der Stadt selbst waren zahlreiche Soldaten einquartiert, oft 20 Soldaten in einem Haus. Nach dem Abzug der alliierten Truppen aus dem Diemeltal errichten hier französische Besatzungstruppen weitere Schanzen und Batteriestellungen bis zum Deiselberg hin.

Entscheidende Bedeutung im weiteren Kriegsverlauf in Nordhessen hatte die Schlacht bei Wilhelmsthal im Jahre 1762. Die Armee des Herzog Ferdinands mit 57.000 Mann ging am 24. Juni zwischen Warburg und Liebenau über die Diemel. Es kam zum Kampf mit den gegenerischen Truppen, die zwischen Carlsdorf und Meimbressen mit 72.000 Mann standen. Die Schlacht bei Wilhelmsthal endete mit dem Rückzug der französischen Soldaten nach Kassel und von dort nach Oberhessen.

Damit verschwanden die Heere aus dem Diemeltal. Zurück bleiben hier Hunger und äußerste Not. Ohne ausreichendes Zugvieh konnten anfangs auch die Äcker nicht mehr bestellt werden.

Literatur

  • Harald Kindel, Der Siebenjährige Krieg und das Hochstift Paderborn – Ferdinand Herzog von Braunschweig auf dem französisch-englischen Kriegsschauplatz im Westen, Paderborn 1974 (Heimatkundliche Schriftenreihe 5/ 1974)
  • Hans von Geisau, Gedenkschrift anläßlich des 200. Jahrestages der Schlacht bei Warburg am 31. Juli 1760 – Quellen und Studien zur Geschichte des Siebenjährigen Krieges in Warburg und Umgebung, Paderborn 1961

siehe auch

Weblinks