Schachten

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Herrenhaus in Schachten

Schachten ist ein Stadtteil von Grebenstein mit 337 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016).

Geografie

Der kleinste Ortsteil von Grebenstein - etwa 3 km südwestlich gelegen - umfasst eine Gemarkungsfläche von etwa 750 ha.

Geschichte

Im Jahre 2006 feierte Schachten sein 1150-jähriges Jubiläium.

Urkundlich wurde der Ort bereits im 9. Jahrhundert in einer Urkunde des Klosters Corvey erwähnt. Wahrscheinlich ist der Ort aber wesentlich älter und bestand mit fünf anderen Siedlungen im Essetal schon zur Zeit der Chatten.

Auch im 11. und 12. Jahrhundert begegnet man der Siedlung in alten Urkunden als „Scaftun“ und „Schatun“ und schon früh - im 13. Jahrhundert - auch den „Herren von Schachten“ mit weitreichendem Landbesitz und dem Besitz der Vogteirechte. In einer Urkunde von 1303 im Archivbestand des Klosters Helmarshausen ist von "Obernschachten" die Rede.

Das örtliche Adelsgeschlecht der Herren von Schachten wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1239 erwähnt. Die Herren von Schachten waren ursprünglich Dienstmannen der Edelherren von Schöneberg, später standen sie dann als Burgmannen und Amtleute in hessischen Diensten. Im Jahre 1469 wurde den Herren von Schachten auch der Hof Amelgotessen (später auch: Amelgotzen) zu Lehen übertragen.

Unsichere Zeiten im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts, mit Kampfhandlungen, Brandschatzungen und Plünderungen in der Endphase der machtpolitischen Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Hessen führten dazu, dass die Bewohner Schachtens ihr Dorf verließen und Zuflucht in der Stadt Grebenstein fanden. Spätestens im Jahre 1455 ist Schachten als Wüstung bekundet. Seither lebten die Schachtener Bauern als eine eigenständige Bauernschaft in Grebenstein und bestellten von dort aus ihre Felder. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erfolgte dann die Wiederbesiedlung des Orts und 1585 lebten wieder sechs Familien im Dorf.

Unter dem Dreißigjährigen Krieg hat auch die Gegend um Grebenstein und Hofgeismar stark gelitten, und noch im Jahre 1747 wurden nur insgesamt 20 Feuerstellen im Dorf gezählt. [1]

Den ursprünglichen Gutshof erwarb im Jahre 1643 die damalige Landgräfin Amalie Elisabeth - ebenso wie das Gut Frankenhausen bei Burguffeln. Aus dem Gut Amelgotzen wurde der Landsitz Amalienthal, den dann Landgraf Wilhelm VIII. Mitte des 18. Jahrhunderts zum Schloss Wilhelmsthal ausbauen ließ.

Um das Jahr 1825 wurde in Schachten die evangelische Kirche (Die Trift 15) erbaut.

Im 19. Jahrhundert nahm die Einwohnerzahl weiter zu; zum Ende des Jahrhunderts, im Jahre 1895 wurden 176 Dorfbewohner gezählt. Im Jahre 1912 wurde ein einklassiges Schulhaus gebaut, aus dem 1964 das Dorfgemeinschaftshaus entstand.

1920 erhielt das Dorf dann Anschluss an den elektrischen Strom und 1926 kam die erste Telefonleitung hinzu. Im Jahre 1931 wurde eine Poststelle eingerichtet und im Jahre 1934 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Bis zum Jahr 1939 gab es dann 296 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Bewohnerzahl vorübergehend sogar auf über 500. 1949 wurde eine zentrale Trinkwasserversorgung eingerichtet.

Seit dem 1. Oktober 1970 ist das Dorf ein Stadtteil von Grebenstein im Landkreis Kassel.

Herrenhaus Schachten

Das heutige Herrenhaus in Schachten (Am Rittergut) wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Älteren Ursprungs ist der Herrenhof und das Scheunengebäude am Hofeingang (datiert auf 1691). Das alte Herrenhaus wurde im frühen 19. Jahrhundert umgestaltet und erweitert.

Der Gutshof ist heute ein hessisches Kulturdenkmal. Zur Anlage gehören das Verwalterhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert mit älteren Bauteilen, das Scheunengebäude (um 1910) und das Wohnwirtschaftsgebäude aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Kirchengemeinde

Die evangelische Kirchengemeinde in Schachten gehört zum Kirchspiel Grebenstein.

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 186 ff.

Persönlichkeiten

siehe auch

Schachten - Ortsansicht an der ev. Kirche

Vereine

Freiwillige Feuerwehr

Mit drei Festtagen und einem Festumzug feierten die Schachtener Feuerwehrleute im Jahre 2009 ihres 75-jähriges Bestehen.

siehe dazu auch:

Sportvereine

Weitere Vereine

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. lagis.online.uni-marburg.de

Weblinks



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