Schöne Aussicht
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Die Schöne Aussicht liegt am Hang über der Karlsaue in der nordhessischen Großstadt Kassel. Die Kasseler Bellevue wurde als Straße mehrfach umbenannt. Sie hieß Weinbergstraße, dazwischen auch Prinz-Georg-Straße und schließlich Schöne Aussicht.
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Wohnstraße
Dabei galt die Bellevue dank ihrer Lage als eine der schönsten Straßen Deutschlands. Vor allem im 18. Jahrhundert entstand auf der Höhe über der Karlsaue jene besonders repräsentative Häuserfront, die sie zur schönsten Wohnstraße der Stadt machte. Neben hohen Staatsbeamten haben hier die Brüder Grimm, also Jacob und Wilhelm Grimm gewohnt, die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Malwida von Meysenbug, die Malerfamilie Tischbein, der Komponist Louis Spohr und der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen.
In alten Schriften wird der Auehang noch als „wüster Berg“ geführt. Doch mit dem Beginn der Bebauung wird auch ein Terrassengarten gestaltet, der die 350 Meter von der Friedrichsstraße bis zum Friedrichsplatz schnell zur Promenade der Stadt erhebt.
Geschichte
Den Anfang machte das Palais Bellevue, 1714 als Sternwarte für Landgraf Karl erbaut. Dicht gefolgt vom Bellevue-Tempel und vom kurfürstlichen Marstall, der schon 1874 dem Bau der Gemäldegalerie weichen musste. Hier entstanden die Häuser der Reichen und vieler hugenottischer Glaubensflüchtlinge. Im Krieg zerstören Bomben alle Bauten der Bellevue. Bis auf das Palais Bellevue, das heute das Brüder-Grimm-Museum beherbergt. Das Haus Schöne Aussicht Nummer 9, also das alte Wohnhaus der Familie Grimm aus dem Jahr 1734, wird nach dem Krieg von einem Bäckermeister namens Emde aus den Trümmern originalgetreu wieder aufgebaut. Ebenfalls zerstört und wieder aufgebaut: die Neue Galerie.
Doch eine gigantische Baulücke bleibt. Die Zeitung „Hessische Nachrichten“ macht 1954 einen Vorschlag für Kassels Prachtstraße: ein stilvolles Hotel mit blumengeschmücktem Dachgarten und einem Boulevard-Café mit lustigen Markisen auf dem Trottoir. Bekommen hat die Schöne Aussicht den Justizgebäude-Komplex, reichlich Parkplätze und ein jahrelanges Gezerre ums Café Rosenhang.
Schöne Aussicht und die documenta
Die Schöne Aussicht wurde auch schon als Ausstellungsort für die documenta in Kassel genutzt. Im Jahr 1992 erschuf der Künstler Max Neuhaus die Klanginstallation Three to one, die bis heute Teil der Schönen Aussicht ist.
Netzverweise
- Schöne Aussicht im KasselWiki