Sara Nussbaum

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Die aus der jüdischen Kasseler Familie Rothschild stammende Sara Nussbaum (*29.11.1868, +13.12.1956) war schon lange Jahre in der Jüdischen Gemeinde ihrer Heimatstadt tätig, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Sie musste erleben, wie ihr Mann bei dem Versuch, sie zu schützen, von SA-Schergen schwer misshandelt wurde; er starb an seinen Verletzungen.

Sara Nussbaum selbst deportierten die Nazis im Alter von 74 Jahren in das KZ Theresienstadt, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen im Krankenrevier an Typhus erkrankte Mithäftlinge betreute. Es gelang ihr, zahlreiche Gefangene vor dem Transport nach Auschwitz zu bewahren, indem sie sie für typhuskrank erklärte.

Sie überlebte das Lager und kam auf eine an ein Wunder grenzende Weise im Frühjahr 1945 in die Schweiz. Hier blieb sie aber nicht, obwohl es möglich gewesen wäre. Sie wollte zurück zu ihrer Familie in Kassel, die sie ebenfalls, soweit sie es konnte, zu schützen versucht hatte. Nicht verhindern konnte sie den Tod ihres Schwiegersohns, der in Treblinka ermordet wurde.

Sara Nussbaum erhielt, solange sie lebte, keinerlei finanzielle „Wiedergutmachung“. Ihre Heimatstadt ernannte sie am 19.06.1956 zur ersten Ehrenbürgerin, ein halbes Jahr vor ihrem Tod.

Am Holländischen Platz trägt eine der größten Kasseler Kindertagesstätten ihren Namen: das Sara-Nussbaum-Haus.

Quelle

  • Uwe Feldner: Stadt-LEXIKON - (Fast) alles über KASSEL, erschienen im Herkules Verlag

siehe auch