Salomon Schadewitz

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Salomon Schadewitz (16051682) gilt als erster Drucker der nordhessischen Stadt Hofgeismar. Er lebte im 17. Jahrhundert.

Leben und Wirken

Salomon Schadewitz begegnet erstmals als eigenständig arbeitender Drucker 1635 in Grebenstein, wo er nach dem Tode seines Mentors, Johann Dietrich Ketzel, in dessen Offizin für die Witwe arbeitete.

Unklar ist bis heute, wie und wann Salomon Schadewitz zum Mitarbeiter Ketzels wurde und welche Vorkenntnisse er mitbrachte.

Nach seiner Heirat mit der Witwe Gertrud Ketzel (geb. Dole) druckt er ab 1636 unter eigenem Namen. 1637 legte er in Grebenstein die 548 Seiten starke Teutsche Astrologia des Landgrafen Hermann IV. vor.

Im Mai 1637 verließ das Ehepaar Schadewitz mit Töchterchen Anna Katharina Grebenstein nach einem Überfall der Kroaten im Dreißigjährigen Krieg. Die Familie flüchtete nach Hofgeismar.

1639 nahm er an der Deutschen Buchmesse Frankfurt mit einem Hofgeismarer Druck teil. Bald darauf druckte er offizielle Stellungnahmen des Landgrafenhauses zur Marburger Erbfolge. Außerdem nahm er Kontakt mit Kasseler Verlegern auf, die die Aufwendungen bei einem neuen Druck mit ihm teilten.

Druckerei in Kassel

1650 verlagerte Schadewitz seine Druckerei nach Kassel in die Nähe des Fürstenhofs. Das erste Werk, das dort gedruckt wurde, waren die Judenpredigten des Altstädter Pfarrers Justus Soldan. Die Sammlung gehört in das Umfeld der Judenmission und sollte den Übertritt der Juden der Landgrafschaft zum Christentum bewirken. Schadewitz hatte in Kassel recht schnell Erfolg. Vermutlich lag das an einer vergrößerten Druckerei mit Angestellten und mindestens zwei Pressen.

1665 ernannte ihn Landgräfin Hedwig Sophie zum „fürstlichen Buchdrucker“. Im Jahr 1653 eröffnete er auch in Marburg eine Buchdruckerei neben der Universität. Die Marburger Druckerei war weitgehend auf den Universitätsbetrieb konzentriert - wissenschaftliche Werke dominierte die Produktion. Erst führte Schadewitz' Schwiegersohn die Geschäfte. Als dieser starb, übernahm Tochter Anna Katharina die Leitung. Jodokus, einer von Anna Katharinas Söhnen, übernahm nach seiner Mutter die Geschäfte. Ab dem Jahr 1680 setzte Salomon, Jodokus' Bruder, in Kassel die Arbeit seines Großvaters fort, nachdem er kurzzeitig erster Drucker in Eschwege gewesen war.

Druckwerke

Die Druckwerke von Salomon Schadewitz entstanden an den den vier Standorten Grebenstein (1636 - 1638, 9 Drucke); Hofgeismar (1639 - 1650, 33 Drucke); Kassel (1650 - 1681, 119 Drucke) und schließlich Marburg, wo er als Universitätsdrucker wirkte (1653 - 1682, 217 Drucke).

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges steigerte Schadewitz durch Zukauf eines Teils der ehemaligen Wesselschen (später Jungmannschen) Druckerei seinen Verdienst. So druckte er 1649 mit denselben Noten-Typen und Schriften, die Wessel 1607 für das Gesangbuch des Landgrafen Moritz verwendet hatte, das Psalmenbuch von Ambrosius Lobwasser.

Acta Marpurgensia

1646 legte er zusammen mit dem Kasseler Verleger Sebald Köhler die Acta Marpurgensia vor, eine Sammlung aller Schriften zur landgräflichen Erbfolge in Oberhessen.

Publikation zu Schadewitz

Aus Anlass einer Ausstellung im Stadtmuseum Hofgeismar über den „Erstdrucker“ Hofgeismars entstand im Jahr 2002 eine Publikation über Salomon Schadewitz. Herausgegeben wurde die Publikation Salomon Schadewitz, Buchtrücker - Ein hessischer Buchdrucker in Grebenstein, Hofgeismar, Kassel und Marburg 1636-1682 von Helmut Burmeister, dem Leiter des Stadtmuseums unter Mitwirkung von Micha Röhring und Christian Zippert.

Neben den Beiträgen über Salomon Schadewitz finden sich in dem Werk unter anderem Beiträge zur Papierproduktion in Hofgeismar (eine Papiermühle wurde dort in den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges eingerichtet) sowie das von Burmeister zusammengestellte Vorläufige Druckwerkverzeichnis der Offizin Salomon Schadewitz.

Weblinks und Quellen

  • Christoph Reske, Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet, Wiesbaden 2007