Sage von der hessischen Weibertreue

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Torbogen auf der Weidelsburg

Die Sage von der hessischen Weibertreue geht auf die Vertreibung des Reinhard von Dalwigk von der Weidelsburg zurück.

Als die Weidelsburg durch hessische und kurmainzische Truppen belagert wurde und nicht mehr zu halten war, gestattete der hessische Landgraf auf Bitten von Reinhard´s Gattin den Bewohnerinnen der Burg, sich vor dem Verlassen der Burg mit dem Liebsten zu beladen. Ihnen wurde im Gegensatz zu den Männern freier Abzug gestattet. Natürlich ist es naheliegend, dass Reinhard´s Gattin mit ihrem Mann auf dem Rücken die Burg verließ.

Mundart

De hessische Wiebertruche (in Mundart)

Uff d’r Wierelsborg läbete der Ridder Reinhard von Dalwigk. He wor en Kopp gresser als de angern Mannsliere, kriechslostisch, dapfer und kluch. Mit sinnen Nachb’rn läbete he duernd in Stritt. Au bereiwerte he de vorbieziehenden Kaufliere. Enmol ließ he sinnem Gulle de Hufiesen immegekehrt uffschlonn un lett so de Verfoljer erre.

Ebber als he’s gor ze dull trebb, bodd dr hessische Landgrof Ludwich dr Fridsome vähle Saldoden uff, imme den Find in sinner Burg zu belachern. Als de Vorräde uffgegessen woren, hotten se kinne Hoffnunge mä. Do erbott sich emme sinne Froche Agnes biem Landgrofen en Fußfall se dunn un imme Gnode ver ären Manne ze bedden. Mit demm besten Schmugge ongedohn, kam de Edelfroche ins Loger des Landgrofen. He wor bese und schwor, de Liere uff dr Borg middem Tohde oder dr Gefangenschoft ze strofen. Nur demm Ridder sinne Froche sull mid ären Mächten (Maiden) un ären besten Schätzen, die se tran kunn, obziehn. De Froche rannte mid disser Nohrichd zericke in de Borg, die se bahle mid ährem Manne uff’m Krizze verliß, hinner er de Wieber mit den Kliedern un nem Schmugge uffm Buggel.

Dem Landgrofen sinne Liere sochten: He sull dat nit gelieren, so isses nich gemint gewest. Ebber he seite: „Wos ich geseit honn, das hahle ich au.“ Un an dissem Fürschtenwort tut he nit drohne rim dieten. „Mächtes doch,“ so rief he geriehrt us, „überall in minnem Hessenlanne so sin, daß den Frochen ährer bester Schatz de Mannsliere sin, ebber nit de schenen Klieder un Ehrelstinne!“

NN., De hessische Wiebertruche, in: Heimatbuch Wolfhager Land, 1.Teil, 1966, S. 31

siehe auch

Wandern

Zahlreiche Fernwanderwege wie zum Beispiel

führen zur Weidelsburg.

siehe auch:

Weblinks